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ORDEN: Ritter und Damen ziehen in Luzern ein

In der rappelvollen Jesuitenkirche sind am Samstag rund ein Dutzend Männer zu Rittern geschlagen und mehrere Frauen zu Damen ernannt worden. Es war zweifelsohne ein etwas anderer Gottesdienst.
Ismail Osman
Neumitglieder knien vor Grossmeister Edwin Frederick O’Brien, um von ihm durch das Schwert zum Ritter geschlagen zu werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 12. Mai 2018))

Neumitglieder knien vor Grossmeister Edwin Frederick O’Brien, um von ihm durch das Schwert zum Ritter geschlagen zu werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 12. Mai 2018))

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

Manch ein Passant schob die Sonnenbrille zur Stirn hoch und warf leicht verwirrt noch einen zweiten Blick auf das Geschehen: Wer sind diese Männer in den weissen Umhängen mit dem roten Jerusalemkreuz? Und was haben die schleiertragenden Damen in Schwarz vor, die da zur Jesuitenkirche prozessieren?

Die Antwort fand sich innerhalb der Kirchenmauern. Dort hielt der «Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem» seine Investiturfeier. Im Rahmen der Feier werden Neumitglieder in den Ritterorden aufgenommen. Beim Orden handelt sich – neben dem Malteserorden – um einen von zwei päpstlichen Ritterorden. Über 200 Mitglieder aus der ganzen Schweiz und Gäste aus dem In- und Ausland fanden den Weg nach Luzern, um der Feier beizuwohnen. Sie wurde von Edwin Frederick O’Brien, dem Grossmeister des Ordens, geleitet.

Rund 380 Mitglieder in der Schweiz

Dem Laienorden gehören in der Schweiz rund 380 Mitglieder an. Am Samstag wurden sie um 13 Männer und 3 Frauen ergänzt. «Ich bitte um die Investitur zum Ritter vom Heiligen Grab», mussten die männlichen Kandidaten ihren Wunsch um Aufnahme aussprechen, ehe sie mittels poliertem Schwert zum Ritter geschlagen wurden. Die weiblichen Kandidatinnen hingegen mussten Folgendes geloben: «Mit Gottes Hilfe verspreche Ich: Ich will es nie an der Ehre und Würde einer Dame des Heiligen Grabes mangeln lassen.» Danach wurden sie mittels Kuss des Ringes des Grossmeisters zur Dame berufen.

Der offizielle Sitz des Ordens ist natürlich in Rom. Dass der amerikanischstämmige Grossmeister Edwin Frederick O’Brien in Luzern persönlich anwesend war, ist bei weltweit über 60 Ablegern, sogenannten Statthaltereien, und rund 30 000 Mitgliedern keine Selbstverständlichkeit. Mit ein Grund für das Beiwohnen dieser Investitur ist die Tatsache, dass die Luzerner Donata Maria Krethlow-Benziger zur neuen Statthalterin des schweizerischen Zweigs des Ritterordens ernannt wurde.

Wurzeln im Pilgerwesen

Der Ritterorden hat seine Wurzeln im Pilgerwesen des Mittelalters, war aber nicht an den Kreuzzügen beteiligt, sondern hat karitative Ziele. Der Ritterorden unterstützt christliche Projekte im «Heiligen Land» (Israel, palästinensische Autonomiegebiete, Jordanien und Zypern). In der Vergangenheit wurden mehrere Patriarchatsschulen errichtet. Der Ritterorden leistet zudem Stipendien an begabte Kinder von bedürftigen Eltern. Ansonsten funktioniert der Orden wie andere Netzwerke.

Im Anschluss auf die Investitur folgte ein Gottesdienst. Dieser wurde von Bischof Felix Gmür geleitet. Der Bischof des Bistums Basel, dem auch Luzern angehört, ist selbst Mitglied des Ritterordens. Danach zogen die Ritter aus und «stürmten» die Rathausbrücke, um dort Gruppenfotos des versammelten Ordens zu schiessen. Am Sonntag endet die dreitägige Feier mit einem Gottesdienst in der Franziskanerkirche.

Hinweis
Mehr Infos zum Ritterorden auf:www.oessh.ch.

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