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Ordnungsbussen verteilen 2.0:
Luzerner Polizei beschafft sich eine neue App

App statt Notizblock: Die Luzerner Polizei verteilt voraussichtlich ab nächstem Jahr Ordnungsbussen auf digitalem Weg. Kosten: knapp 420'000 Franken.
Alexander von Däniken
So werden im Kanton Luzern nur noch dieses Jahr Bussen verteilt: Ab nächstem Jahr wird der Einzahlungsschein durch einen Bussgeldbescheid mit QR-Code ersetzt. (Symbolbild: Philipp Schmidli)

So werden im Kanton Luzern nur noch dieses Jahr Bussen verteilt: Ab nächstem Jahr wird der Einzahlungsschein durch einen Bussgeldbescheid mit QR-Code ersetzt. (Symbolbild: Philipp Schmidli)

Ordnungsbussen sind ärgerlich – auch für die Luzerner Polizei. Vor Ort müssen die Daten auf einem mobilen Gerät erfasst und ein Beleg ausgedruckt werden, der mit dem Einzahlungsschein dem Gebüssten abgegeben wird. Im Büro werden die Daten auch noch ins zentrale System gespiesen. Damit soll nun bald Schluss sein. Das Polizeikorps beschafft sich nämlich eine Bussen-App. Das ist der Luzerner Polizei 419'175 Franken wert, wie aus dem aktuellen Kantonsblatt hervorgeht.

Der Betrag ist gut investiert, sagt Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei, zumal in dieser Summe auch die Betriebskosten für die nächsten zehn Jahren enthalten sind: «Mit der App werden wir nicht nur den administrativen Aufwand verkleinern, sondern auch Kosten sparen.» Denn bis jetzt sind die Polizeiassistenten mit speziellen Notizblöcken ausgerüstet, deren Beschaffung nicht gerade günstig sei. Das falle voraussichtlich ab nächstem Jahr weg, wenn die App auf den Diensthandys von allen Polizisten installiert werde. Zudem seien die jetzigen mobilen Geräte über zehn Jahre alt und hätten damit das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Code lenkt Gebüsste auf Portal der Polizei

Konkret funktioniert die neue App wie folgt: Stellt ein Polizist zum Beispiel fest, dass ein Auto falsch parkiert ist, zückt er das Diensthandy und startet die App. Darin erfasst er die Daten des Fahrzeugs und das Vergehen des Halters. Den Fall verbindet der Polizist nun mit einem QR-Code, der auf einem Kleber auf einem separaten Block steht. Den Kleber legt der Polizist mit einem Bussgeldbescheid an die Windschutzscheibe. Der Fall ist automatisch im zentralen System vermerkt.

Der Halter kommt nun mit dem QR-Code auf ein Portal der Luzerner Polizei. Dort öffnet sich automatisch ein Fenster mit dem Vergehen. «Der Halter kann nun die Busse direkt via Online-Banking bezahlen oder die Busse anfechten», so Bertschi. Auch könne der Halter Daten ergänzen.

Und wenn die Gebüssten nicht online-affin sind? «Wenn die betroffene Person kein Online-Banking hat, kann sie den QR-Code auch zur Post mitnehmen, ihn dort einlesen lassen und vor Ort bezahlen», sagt Bertschi. Auch möglich sei das Ausdrucken oder bestellen eines Einzahlungsscheins. Die konkrete Ausgestaltung rund um die App sei jetzt Gegenstand der Vertragsverhandlungen mit der Anbieterin.

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