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Kriens: Im ehemaligen Le Théâtre wirken bald Orthopäden

Die beiden Stadtluzerner Traditionsfirmen Gelbart und Münger haben sich zusammengeschlossen. Bald verlassen sie Luzern in Richtung Kriens – auch wegen der Parkierungsmöglichkeiten.
Sandra Monika Ziegler
Daniel und Roger Gelbart sowie Michael Münger (von links), hier in der Filiale an der Tribschenstrasse, bilden neu die Ortho-Team Luzern AG. Bild: Roger Grütter (Luzern, 9. Oktober 2018)

Daniel und Roger Gelbart sowie Michael Münger (von links), hier in der Filiale an der Tribschenstrasse, bilden neu die Ortho-Team Luzern AG. Bild: Roger Grütter (Luzern, 9. Oktober 2018)

«Wir haben uns aus gegenseitigem Interesse zusammengeschlossen. Beide Betriebe sind einzeln stark, doch gemeinsam können wir Synergien schaffen und sind noch stärker zum Wohle unserer Kunden», erklärt Roger Gelbart. So wurde im vergangenen Sommer aus den beiden Firmen Gelbart Orthopädie und Münger Orthopädie die Aktiengesellschaft Ortho-Team Luzern.

Das Atelier Erwin Münger wurde 1952 eröffnet, die Orthopädie-Technik Rubin Gelbart im Jahr 1964. Die beiden Firmen hatten übrigens bereits in der Vergangenheit miteinander zu tun. Rubin Gelbart, der Vater von Roger Gelbart, hatte seine erste Arbeitsstelle bei Erwin Münger, das war Mitte der 50er Jahre.

Im Januar wird nach Kriens gezügelt

Doch zurück in die Zukunft: Im Januar heben Gelbart und Münger ihre bisherigen Standorte in Luzern an der Habsburgerstrasse beziehungsweise am Hallwilerweg auf und ziehen nach Kriens in die ehemaligen Räume von Le Théâtre an der Grabenhofstrasse 1.

Einzig das Fachgeschäft Gelbart Rehatechnik bleibt in Luzern an der Tribschenstrasse bestehen, wo es bereits seit 25 Jahren untergebracht ist. Die Geschäftsführung liegt dort bei Roger und dessen Sohn Daniel Gelbart sowie Guido Furrer. Doch mit den anderen beiden Läden verlassen gleich zwei Traditionsgeschäfte die Stadt Luzern.

Das hat mehrere Gründe: Mit der Fusion wurde der Platzbedarf grösser. «Die Stadt hatte dafür keine passenden Lokalitäten. Unsere Kunden – Menschen mit beschränkter Mobilität- müssen das Geschäft einfach und bequem erreichen können», sagt Roger Gelbart. An der Habsburgerstrasse war das Orthopädie-Geschäft einer der ersten Mieter. Doch die Situation habe sich im Quartier im Verlauf der Jahre verändert, die Parkiermöglichkeiten für ihr Business verschlechtert. Der Entscheid, zu gehen, sei daher nicht wegen der Mietkosten gefallen.

Zwei Etagen und 1500 Quadratmeter

In Kriens sind die Umbauarbeiten bereits im Gange. Roger Gelbart: «Hier haben wir auf zwei Etagen 1500 Quadratmeter und 22 Parkplätze.» «Luzern Süd», wie Gelbart, die neue Adresse nennt, weise zudem einen hohen Bevölkerungszuwachs aus. Die Nähe zu Autobahn, Busstation und Bahnhof sei ideal. Der neue Standort liege also im Wunschgebiet der Verantwortlichen.

An der Grabenhofstrasse entstehe nun ein einzigartiges Versorgungszenter mit diversen Behandlungskabinen, einem Gang- und Lauflabor, einer Werkstatt, Seminarräumen und Verpflegungsmöglichkeiten. Auch hat es Räume für Treffen von Selbsthilfegruppen. Es wird der Arbeitsort für 30 Mitarbeitende, davon arbeiten 25 in Vollzeit. Zum Leistungsangebot gehören auch die Wartung und der Service vor Ort. Das funktioniere aber nur in Teamarbeit. «Diese hohe Versorgungsqualität und nachhaltige Betreuung wird von unseren Kunden sehr geschätzt», sagt Daniel Gelbart.

Das Ortho-Team Luzern spreche diverse Gruppen an, will junge Sportler zum Optimieren anregen oder Schwerstbehinderten und Kindern Mobilität erhöhen. Die Mobilität beschränke sich aber nicht nur auf das Vorwärtskommen, so Daniel Gelbart, sie sei auch im Sitzen gefragt. Bewegungen, die wir als selbstverständlich betrachten, können für Menschen mit einer Beschränkung schwierig sein.

Die Firma arbeitet eng mit regionalen Stiftungen zusammen, so auch mit der Stiftung Contenti. Diese Luzerner Stiftung bietet Arbeits- und Wohnplätze für Menschen mit einer Behinderung an. Aus dieser Zusammenarbeit ist eine Anhängerkupplung entwickelt worden, die es nun Contenti-Mitarbeitern ermöglicht, Büroaufträge abholen und ausliefern zu können.

Handwerk ist nach wie vor gefragt

Entwickelt werden einzelne Komponenten vor Ort, wie Marketingleiter Daniel Gelbart sagt. Obwohl die technische Entwicklung rasant vorwärtsgeht, wird in diesem Betrieb auf Handwerk gesetzt. Der Beruf Orthopädie-Techniker bleibe ein Handwerksberuf und könne nicht durch einen Roboter ersetzt werden. Einen Abschluss in Orthopädie-Technik hatten letztes Jahr in der Deutschschweiz rund 22 Personen absolviert.

Ein Beruf mit Zukunft, wie Gelbart betont. Als Ausbildungsbetrieb bilde man regelmässig Lehrlinge aus. Das Engagement der Ortho-Team-Gruppe geht aber über die Landesgrenzen hinaus. Daniel Gelbart nennt ein Beispiel: «In der Schweiz ausrangierte Rollstühle werden nach Indien verschenkt. Was bei uns als nicht mehr brauchbar gilt, verhilft dort betroffenen Menschen zu einer sonst unmöglichen Mobilität.»

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