Ortskernentwicklung
Buttisholz soll fürs Einkaufen attraktiver werden – jetzt wurde ein Architekturwettbewerb lanciert

Im Hinterdorf von Buttisholz geht es mit der Planung einen Schritt vorwärts. Sechs Architekturbüros arbeiten bis im Herbst ihre Ideen für das Projekt «Einkaufen unter einem Dach» aus.

Susanne Balli
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Die GAB Genossenschaft von Buttisholz will die Entwicklung des südlichen Buttisholzer Dorfteils vorantreiben. Künftig sollten hier unter dem Projektnamen «Einkaufen unter einem Dach» lokale Unternehmer ihre Waren in attraktiver Umgebung anbieten können. Dafür hat die GAB Genossenschaft nun einen Architekturwettbewerb lanciert.

In den kommenden Monaten werden sechs Architekturbüros aus dem Kanton Luzern mögliche Bauprojekte ausarbeiten. Am vergangenen Montag fand mit den Teilnehmenden eine Begehung vor Ort statt. «Aus dem Wettbewerb erhoffen wir uns neue Ansätze und Ideen, die wir weiterverfolgen können», sagt Norbert Aregger, Präsident der GAB Genossenschaft. Bis im Herbst sollen die Vorschläge der Architekturbüros vorliegen.

Ein Modell des Buttisholzer «Dorf Süd». Das Grundstück in der Mitte mit dem verwinkelten Dach vis à vis der Kapelle gehört der GAB Genossenschaft Buttisholz. Für das Grundstück rechts davon hat die GAB einen Kaufrechtsvertrag.

Ein Modell des Buttisholzer «Dorf Süd». Das Grundstück in der Mitte mit dem verwinkelten Dach vis à vis der Kapelle gehört der GAB Genossenschaft Buttisholz. Für das Grundstück rechts davon hat die GAB einen Kaufrechtsvertrag.

Bild: Susanne Balli

Das Projekt «Einkaufen unter einem Dach» hat für die Entwicklung des Dorfzentrums von Buttisholz eine grosse Bedeutung. Dadurch soll die Grundversorgung der Bevölkerung für die Zukunft sichergestellt und das Dorf Buttisholz attraktiver werden. Bauvorsteher Oscar Küng sagt: «Die Entwicklung im Dorfzentrum Süd ist für die Gemeinde sehr wichtig.» Denn durch das erweiterte Einkaufsangebot im Dorf Süd gebe es künftig mehr Handlungsspielraum im Dorf Nord, wo derzeit ebenfalls die nächsten Planungsschritte eingeleitet würden.

Das Unterfangen, eine geeignete Überbauung für das Projekt «Einkaufen unter einem Dach» zu realisieren, ist nicht einfach. Denn der Dorfkern von Buttisholz ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt. Nach einem verheerenden Dorfbrand von 1861 entstand die bauliche Struktur des Ortskerns, die er bis heute aufweist. In regelmässiger Reihung und Abständen sind relativ ähnliche Wohnhäuser auf beiden Seiten des offen fliessenden Dorfbaches nach dem Brand wieder erbaut worden. Der Dorfbach ist die bestimmende Achse durch den Ortskern, wie dieses Bild zeigt:

Der Dorfbach von Buttisholz.

Der Dorfbach von Buttisholz.

Bild: Susanne Balli (8. Juni 2021)

Der Ortsbildcharakter darf durch ein Neubauprojekt nicht beeinträchtigt werden. Die Kantonale Denkmalpflege ist daher auch ins Projekt involviert. Laut Denkmalpfleger Marcus Casutt handelt es sich um einen «speziellen und wertvollen Ortskern». GAB-Präsident Norbert Aregger betont denn auch: «Das Projekt soll sich architektonisch optimal ins bestehende Dorfbild eingliedern, damit der ländliche und historische Charakter des Dorfkerns erhalten bleibt.» Ideal wäre ein Bauvolumen mit viel Transparenz dazwischen, fügt er an.

Um den Standort Süd zu entwickeln, hat die GAB Genossenschaft im vergangenen Jahr zwei Grundstücke im Hinterdorf erworben. Das Haus, wo heute das Prima-Lädeli «De frisch Egge» und die Postfiliale drin sind, gehört der GAB, ebenso der dahinter liegende Bau, welches laut Aregger ein Abbruchobjekt ist. Zum Grundstück daneben, wo heute die Bäckerei Brot & Co GmbH ihren Sitz hat, besitzt die GAB einen Kaufrechtsvertrag. Das Lädeli und die Bäckerei sind derzeit neben der Metzgerei Schnyder und einem Blumenladen die einzigen Einkaufsmöglichkeiten im Dorfkern von Buttisholz.

Das Grundstück mit dem Prima-Lädeli und dem dahinter liegenden Abbruchobjekt.

Das Grundstück mit dem Prima-Lädeli und dem dahinter liegenden Abbruchobjekt.

Bild: Susanne Balli (Buttisholz, 8. Juni 2021)

Im kommenden Herbst wird eine Projektjury, bestehend aus Vertretern des GAB-Vorstandes, des Gemeinderates, der Bauberatung sowie der kantonalen Denkmalpflege, das Siegerprojekt ernennen. Dieses soll dann in die Änderung des Bebauungsplans Dorf Süd, der auf das Jahr 1993 zurückgeht, aufgenommen werden.