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ORTSPLANUNG: Ermensee hofft auf Investoren

Die Revision der Hitzkircher Ortsplanung hinterlässt auch in der Nachbargemeinde Spuren. Die angedachten Veränderungen hätten Folgen für den Ermenseer Dorfkern.
Ernesto Piazza
Gemeindepräsident Reto Spörri auf dem einzuzonenden Areal. Bild: Pius Amrein (Ermensee, 22. März 2017)

Gemeindepräsident Reto Spörri auf dem einzuzonenden Areal. Bild: Pius Amrein (Ermensee, 22. März 2017)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Aktuell prüft der Regierungsrat die vom Hitzkircher Stimmvolk genehmigte Gesamtrevision der Ortsplanung (Ausgabe vom 1. Juni 2016). Sobald sie rechtskräftig ist, wird auch das rund 18000 Quadratmeter grosse, auf Hitzkircher Boden liegende Grundstück der ehemaligen Granador AG in eine Wohn- und Arbeitszone (gemischte Zone) überführt.

Die beiden übrigen Parzellen des total rund 39000 Quadratmeter umfassenden, der Fenaco AG gehörenden Areals liegen auf Ermenseer Gebiet in der Arbeitszone. Jetzt will deren Gemeinderat durch eine Teilrevision der Ortsplanung diese zirka 21000 Quadratmeter zonenmässig an Hitzkirch anpassen. «Dadurch möchten wir auf beiden Seiten der Gemeindegrenze die gleichen Bedingungen schaffen», begründet der Ermenseer Gemeindepräsident Reto Spörri das geplante Vorhaben. Bereits als die Hitzkircher Gesamtrevision zur Diskussion stand, habe man sich mit deren Exekutive dahingehend abgesprochen.

Industrieland für Wohnraum preisgeben

Konkret heisst dies: Das Ermenseer Areal soll knapp zur Hälfte in eine gemischte Zone überführt werden. Die restlichen ungefähr 12500 Quadratmeter sind weiter als Arbeitszone vorgesehen und schliessen an das übrige Industriegebiet Tampiteller an. Dieses wiederum grenzt an den eigentlichen Dorfkern von Ermensee, welcher zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos) gehört.

Das bedeutet aber auch: Die rund 950 Einwohner zählende Gemeinde gibt mit der geplanten gemischten Zone einen Teil ihres letzten noch zu überbauenden Industrielandes für neuen Wohnraum preis. Spörri sagt dazu: Das habe auch mit einer «groben Volumenstudie» zu tun. Diese hatte der Ermenseer Gemeinderat in Auftrag gegeben. «Sie ermöglichte uns, die Situation im besagten Gebiet noch besser zu beurteilen», sagt Spörri. Man habe sich nämlich intensiv mit Arbeits- und Wohnanteilen respektive mit der Ausnützungsziffer befasst.

Zudem vermutet er: «Bei der künftigen Entwicklung der Gemeinde wird das Gebiet rund um Richensee für Ermensee, aber auch für Hitzkirch von zunehmend grösserer Bedeutung.» Denn da sind einerseits die Einkaufsmöglichkeiten mit Aldi und Migros. «Daher ist dieses Gebiet für viele ein zentraler Ort, was ihn auch attraktiv macht. Und er bietet – im Gegensatz zu unserem eigenen Dorfkern – die Gewähr für die notwendigen Frequenzen», erklärt Spörri. Andererseits dürfte der ÖV eine wichtige Rolle spielen, denn der Bahnhof Hitzkirch liegt in unmittelbarer Nähe der geplanten neuen Wohneinheiten.

Wie die vorgesehene Wohn- und Arbeitszone dereinst aussehen könnte, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Thema, betont der Ermenseer Gemeindepräsident. Es sei jedoch durchaus möglich, dass die Fenaco AG das Gelände an einen Investor verkauft. So jedenfalls deuten die dahingehend bereits abgehaltenen Gespräche.

Dorfladen und Restaurant fehlen

Es stellt sich allerdings auch die Frage: Wie geht es beim eigentlichen Ermenseer Dorfkern weiter? Sind dort ebenfalls belebende Massnahmen geplant? Dazu sagt Spörri: «Dies zu bejahen, wäre im Moment zu weit gegriffen.» Der Gemeinderat gebe hier die Stossrichtung nicht vor.

Fakt ist: Ermensee hat keinen Dorfladen mehr. Genauso fehlt ein Restaurant. Lediglich einen Kebab-Take-away gibt es. «Der eigentliche Dorfkern dürfte künftig wohl praktisch aus Wohnen bestehen», vermutet der Gemeindepräsident. Aktuell starten auch die Bautätigkeiten bei zwei zentral gelegenen Bauparzellen.

«Nächstens», so Spörri, soll die Teilrevision der Ortsplanung an den Kanton zur Vorprüfung gehen. Im Mai ist diesbezüglich eine Infoveranstaltung geplant. Anschliessend startet das Mitwirkungsverfahren. Im August hofft der Gemeinderat, das Projekt öffentlich auflegen zu können. Im Rahmen der Gemeindeversammlung vom November soll das Stimmvolk darüber befinden.

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