Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OSTERFESTIVAL: Akademiechor und HSLU-Bläser sorgten für vorösterliche Klänge

Der Akademiechor und Bläser der Hochschule Luzern setzten mit Werken von Bruckner und Tomasi in der Franziskanerkirche klangvolle Akzente. Spannung entstand durch die musikalische Vermischung.
LUCERNE FESTIVAL 2018. OSTER-FESTIVAL. Chorkonzert 1 vom 19. März 2018 in der Franziskanerkirche Luzern. Der Akademiechor Luzern und Instrumentalisten der Hochschule Luzern unter der Leitung von Ulrike Grosch. Bild: Peter Fischli / LUCERNE FESTIVAL (Bild: Peter Fischli/Lucerne Festival (Luzern, 19. März 2018))

LUCERNE FESTIVAL 2018. OSTER-FESTIVAL. Chorkonzert 1 vom 19. März 2018 in der Franziskanerkirche Luzern. Der Akademiechor Luzern und Instrumentalisten der Hochschule Luzern unter der Leitung von Ulrike Grosch. Bild: Peter Fischli / LUCERNE FESTIVAL (Bild: Peter Fischli/Lucerne Festival (Luzern, 19. März 2018))

Gerda Neunhoeffer

kultur@luzernerzeitung.ch

Schon im letzten Jahr trat der Akademiechor, der Chor der Hochschule Luzern, zusammen mit der Luzerner Kantorei im Rahmen des Oster-Festivals auf, dieses Jahr war sein Auftritt das einzige Chorkonzert des Festivals. Und dass dieses geistliche Konzert von einem Chor der Region gestaltet wurde, zeigt die Qualität und Vielfalt in der Luzerner Chorlandschaft. Das Collegium Vocale zu Franziskanern trat letztes Jahr auch schon am Oster-Festival auf, und das professionelle Ensemble Corund oder der junge Chor Molto Cantabile haben ebensolche Qualitäten, die dem hohen Anspruch des internationalen Festivals gerecht werden könnten.

Am Montagabend boten die jungen Stimmen des Hochschulchores und die Bläser der Musikhochschule unter der kundigen Leitung von Ulrike Grosch in der Franziskanerkirche ein anspruchsvolles Programm. Die achtstimmige Messe e-Moll von Anton Bruckner wurde mit den vier «Fanfares liturgiques» von Henri Tomasi (1901–1971) kombiniert. Dadurch war die Messe wie in einem Gottesdienst in drei voneinander getrennten Teilen zu hören, und dazwischen erklangen die Fanfaren, die von den Blechbläsern und Schlagzeugern gespielt wurden. So ergab sich eine ungewöhnliche Mischung voller Spannung und Emotionalität.

Intonationssicherheit und schlanker Klang

Zur Einstimmung sang der Chor a cappella das Graduale «Os ­Justi» von Bruckner, und schon hier überzeugten Intonationssicherheit und schlanker Klang. Das zog sich durch alle Teile der Messe, die in ihrer Vielstimmigkeit und mit teilweise krassen Harmoniewechseln ein ausgesprochen gutes Gehör verlangt. Dazu kamen die extremen Höhen und Tiefen, die vor allem den ­Sopranen und ­Bässen höchste Stimmbeherrschung abverlangten. Es gelang Ulrike Grosch, den Chorklang stets in guter Balance zu halten, wobei die Männer­stimmen doch bisweilen etwas schwächer waren.

Vielleicht lag es auch an der Akustik der Franziskanerkirche, dass die hohen Stimmen mehr Schlagkraft hatten. Nach den teils wuchtigen, teils weichen Klängen der Blechbläser in der ersten Fanfare «Maria Verkündigung» setzten die Frauenstimmen nacheinander mit dem Kyrie ein. Schwebend entfaltete sich der Klang und kehrte wieder ins Piano zurück, wonach die Männerstimmen den Beginn wiederholten.

Wie Bruckners tiefe Gläubigkeit durch die ganze Messe versucht, nahe an Gott heranzukommen, setzten Chor und Bläser klar und durchsichtig um. Nach Gloria und Credo erklangen die Fanfaren, in «Evangile» setzte nach Pauken, Trompeten und Hörnern die Solo­posaune weich tönende Akzente, während in «Apocalypse» rhythmische Elemente im Schlagzeug die Dramatik bestimmten. Fast ohne Vibrato klang der Chor hell und setzte mit einheitlicher Aussprache auf Verständlichkeit. Das «Qui tollis peccata mundi» im Gloria gestaltete Ulrike Grosch verhalten, dabei ebenso klangvoll wie das ausgedehnte Amen.

Hohe musikalische Qualität

Die Bläser, in denen im Gegensatz zu der Blechbläserbesetzung in den Fanfaren noch Oboen, ­Klarinetten und Fagotte kommen, waren von Immanuel Richter hervorragend einstudiert. Ihr Klang mischte sich exzellent mit den Chorstimmen, und dass nach jeder a cappella gesungenen Stelle die Intonation des Chores genau mit den Bläsern übereinstimmte, bewies die musikalische Qualität des Chores besonders.

Eindringlich gelang das Pianissimo im «Cruzifixus» des ­Credos, danach wogte das «Et ressurexit» gewaltig auf und brachte vorösterliche Klänge in die Kirche. Nach dem sich weit in himmlische ­Höhen auffächernden, a cappella gesungenen Sanctus und den prachtvollen Bläserakkorden im Hosanna klang das Benedictus schlicht und doch weihevoll.

Sopranstimme erhellt das tiefe Dunkel

Dem wunderbar innigen «Dona nobis pacem» folgte die vierte Fanfare, «Karfreitagsprozession». Pauken, hier als Melodieinstrument eingesetzt, und Tuba begannen eindringlich mit einem sich stets wiederholenden Thema, dazu kamen die tiefen Bläser, bis die Stimme der Sopranistin Lucie Kanková das tiefe Dunkel erhellte. Sie sang die Passionsgeschichte in französischer Sprache und grossen Melodiebögen; gegen Ende setzte der Chor leise wie aus der Ferne ein, verwob sich mit Solostimme und Bläsern, und das Werk endete in strahlendem Dur. Ostern schien ganz nahe gerückt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.