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Osterküken im Natur-Museum Luzern: Dieses Jahr schlüpfen bedrohte Bibeli

Wenn sich Kinderaugen auf ein wackelndes Ei richten, dann ist Osterzeit im Natur-Museum Luzern. Dieses Jahr erblicken in der Ausstellung seltene Pro-Specie-Rara-Küken das Licht der Welt.
Simon Mathis
Gross und Klein begutachten die Küken im Naturmuseum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)Gross und Klein begutachten die Küken im Naturmuseum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
Frisch geschlüpfte Küken erkunden ihre Umgebung im Natur-Museum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)Frisch geschlüpfte Küken erkunden ihre Umgebung im Natur-Museum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
Rund 80 Küken schlüpfen an den Ostertagen im Naturmuseum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)Rund 80 Küken schlüpfen an den Ostertagen im Naturmuseum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
Zwischen 6000 und 10'000 Besucher strömten an den Ostertagen jeweils in Naturmuseum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)Zwischen 6000 und 10'000 Besucher strömten an den Ostertagen jeweils in Naturmuseum. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
Dieses Jahr schlüpfen im Natur-Museum vom Aussterben bedrohte Pro-Specie-Rara-Küken. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)Dieses Jahr schlüpfen im Natur-Museum vom Aussterben bedrohte Pro-Specie-Rara-Küken. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
«Es ist uns ein Anliegen, auf alte Nutztier-Rassen aufmerksam zu machen», sagt Britta Allgöwer, Direktorin des Natur-Museums. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)«Es ist uns ein Anliegen, auf alte Nutztier-Rassen aufmerksam zu machen», sagt Britta Allgöwer, Direktorin des Natur-Museums. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
Die Osterküken-Ausstellung ist noch bis am 28. April zu sehen. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)Die Osterküken-Ausstellung ist noch bis am 28. April zu sehen. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern, 19. April 2019)
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Oster-Bibeli im Naturmuseum Luzern

Das Ei zittert. Zaghaft erst, dann immer wilder. Plötzlich bricht ein kleines Loch in der Schale auf. Es wird grösser und grösser, Risse ziehen sich über die weisse Oberfläche. Gut zwanzig Personen beugen sich über das zappelige Ei, Kinder und Erwachsene verfolgen jede Bewegung aufmerksam. Sie alle sind am Karfreitag ins Natur-Museum gekommen, um den Osterküken beim Schlüpfen zuzusehen – eine Luzerner Tradition, besonders für Familien.

Die Kinder sind ebenso in die Betrachtung versunken wie die Erwachsenen. Hin und wieder hat eines genug, huscht an den Bastel- oder Maltisch. Die meisten aber beobachten das Ei ruhig und konzentriert. «Ich will das jetzt sehen!», ist in ihren Gesichtern zu lesen. Das erfordert Geduld. Denn es kann dauern, bis ein Küken sein Ei aufgebrochen hat. In diesem Fall fast eine Stunde lang. «Wieso hat das Bibeli so lange?», fragt ein Mädchen. «Du warst auch nicht sofort auf der Welt», antwortet die Mutter.

Ein Küken namens Zappeli

Dann ist es plötzlich geschehen: Der Druck auf die Schale wird zu gross, das Ei bricht entzwei. «Oh!», machen die Zuschauer wie aus einem Munde. Der nasse, dunkle Flaum eines Kükens ist zu sehen. Hastig strampelt es mit den Beinen. Eine ganze Weile bleibt es noch im Ei sitzen, dann schält es sich heraus und ist frei.

Die Kinder dürfen das Neugeborene taufen. Die Wahl fällt auf den Namen «Zappeli». Weil sich das Tier sozusagen ins Leben gezappelt hat, erklärt ein Mädchen. Der Name wird auf einem Zettel notiert, mitsamt Geburtszeit: 11.39 Uhr. Vor Zappeli kamen am Karfreitag zwei weitere Küken auf die Welt, Mira und Henrietta. Sie gehören zu den rund 80 Küken, die an den Ostertagen im Natur-Museum schlüpfen werden.

6000 Besucher im letzten Jahr

Vor zwei Jahren noch durften die Besucher die Küken in die Hände nehmen. Von Gesetzes wegen sind diese Zeiten nun vorbei. Das schlägt sich auf die Besucherzahl nieder. «In vorigen Jahren haben im Schnitt zwischen 8000 und 10000 Besucher die Osterküken besucht», berichtet Britta Allgöwer, Direktorin des Natur-Museums. «Letztes Jahr waren es um die 6000 Besucher, was allerdings auch mit dem prächtigen Wetter zu tun hatte.»

Dieses Jahr schlüpfen im Natur-Museum vom Aussterben bedrohte Pro-Specie-Rara-Küken. «Es ist uns ein Anliegen, auf alte Nutztier-Rassen aufmerksam zu machen», so Allgöwer. Dies sei besonders wichtig in einer Zeit, in der die Poulet- und Eierproduktion durchindustrialisiert sei.

Nicht nur Familien aus der Region zieht es zu den Küken. Kathrin Janutin reiste mit ihren Enkeln Selina (4) und Leon (7) von Zürich hierher. «Es hat sich gelohnt», sagt sie. «So geduldig wie heute ist Leon sonst eher selten.» Besonders für Stadtkinder sei es schön, Tiere so nahe zu erleben.

Hinweis: Osterküken-Ausstellung im Natur-Museum Luzern vom 16. bis 28. April. Weitere Informationen gibt es hier.

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