Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

So sieht im Verteilzentrum Rothenburg die Päckli-Flut vor Weihnachten aus

Während der Billigwochen im November und dem Weihnachtsgeschäft verarbeitet die Post einen Drittel mehr Pakete als sonst. Das sorgt auch im Verteilzentrum Rothenburg für Mehrarbeit.
Larissa Haas
Frühmorgens im Postverteilzentrum Rothenburg: Eine Rekordmenge an Paketen ist bereit zur Verteilung an die Verträger. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)

Frühmorgens im Postverteilzentrum Rothenburg: Eine Rekordmenge an Paketen ist bereit zur Verteilung an die Verträger. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)

Das Video ging um die Welt – und ist unter den Luzerner Paketboten bereits Kult: Der Blick in ein chinesisches Paketverteilzentrum, dessen Pöstler mit ihrer Arbeit sichtlich überfordert sind. Sie stolpern über die Paketberge, stossen die Kartonboxen von links nach rechts, schieben Pakete vor sich hin.

Verteilzentrum der Post in Rothenburg am Donnerstag morgen um 05.45 Uhr: Die Pakete stapeln sich meterhoch. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Verteilzentrum der Post in Rothenburg am Donnerstag morgen um 05.45 Uhr: Die Pakete stapeln sich meterhoch. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Othmar Helfenstein füllt seinen Lieferwagen mit Paketen. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Othmar Helfenstein füllt seinen Lieferwagen mit Paketen. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Die Arbeiter sind pausenlos im Einsatz. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Die Arbeiter sind pausenlos im Einsatz. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Bis zu 300 Pakete werden in einen Lieferwagen gepackt. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Bis zu 300 Pakete werden in einen Lieferwagen gepackt. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Postbotin Jasmine Birrer nimmt die Pakete in Empfang...Postbotin Jasmine Birrer nimmt die Pakete in Empfang...
... und räumt sie dann in ihren Lieferwagen ein. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)... und räumt sie dann in ihren Lieferwagen ein. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Beat Odermatt, Produktionsleiter der Distributionsbasis der Post in Rothenburg· «Sehen Sie, heute bewältigen wir genau 29 542 Pakete.» (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Beat Odermatt, Produktionsleiter der Distributionsbasis der Post in Rothenburg· «Sehen Sie, heute bewältigen wir genau 29 542 Pakete.» (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Die Pakete müssen an den richtigen Ort gebracht werden. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Die Pakete müssen an den richtigen Ort gebracht werden. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Auch grosse Pakete müssen verladen werden.Auch grosse Pakete müssen verladen werden.
9 Bilder

Päckli-Flut: Mehrarbeit im Verteilzentrum der Post in Rothenburg

Ein solches Chaos könne in Rothenburg niemals ausbrechen, lacht Beat Odermatt. Er ist Produktionsleiter der Distributionsbasis der Post in Rothenburg. Alle Pakete aus den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden sowie Uri kommen zunächst nach Rothenburg, um dann von den Boten an die jeweilige Zieladresse ausgeliefert zu werden. In diesen Tagen herrscht hier in Rothenburg Hochbetrieb – noch nie war die Paketmenge so gross wie jetzt.

30'000er-Marke geknackt

Es ist Donnerstagmorgen, kurz vor 05:45 Uhr. In der Rothenburger Verteilhalle wird nicht viel gesprochen; die rund 80 Postboten, die ihre Fahrzeuge beladen, arbeiten fast wortlos. Hie und da fallen Kommentare, kurzes Absprechen, Handklatschen, ein «guten Morgen». Die meisten sind schon seit rund zwei Stunden hier; dann nämlich verlassen die ersten Pakete das Zentrum.

Die Pakete werden in eines der Fahrzeuge verpackt, mit denen die Verträger dann zu den Empfängern fahren. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)

Die Pakete werden in eines der Fahrzeuge verpackt, mit denen die Verträger dann zu den Empfängern fahren. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)

Beat Odermatt greift zu einem Zettel, auf dem die Paketmengen von heute dokumentiert sind. «Sehen Sie, heute bewältigen wir genau 29 542 Pakete.» Das sind rund 8'000 mehr als in den Monaten zwischen Januar bis Oktober. Grund für diesen Paketboom sind etwa der «Black Friday» und die «Cyber Week» Mitte November: Der Online-Handel lockte mit attraktiven Spezialangeboten – und brachte das Verteilzentrum in Dichtestress: Im November gab es Tage, da wurden über 30'000 Pakete täglich ausgeliefert – Rekord!

Bis zu 1,3 Millionen Pakete schweizweit pro Tag

Auf die Billigwochen folgt nun das Weihnachtsgeschäft, das der Post eine weitere Paketflut mit Rekordmengen bescheren wird. Odermatt rechnet in den nächsten Wochen mit bis zu 35'000 Paketen pro Tag. Schweizweit sortiert die Post an einem gewöhnlichen Arbeitstag rund 800'000 Pakete pro Tag, sagt Post-Mediensprecher Markus Flückiger. «Während der Rekordtage vor Weihnachten schnellt die Tagesmenge auf rund 1,3 Millionen Pakete.» Einen steilen Anstieg gibt es nach dem Black Friday (siehe Grafik). «Danach bleibt die Paketmenge bis Weihnachten kontinuierlich hoch», sagt Flückiger. «Aktuell haben wir 6,7 Prozent mehr Pakete verarbeitet im Vergleich zum Vorjahr.»

Für die Arbeiterinnen und Arbeiter in Rothenburg bedeuten diese Paketmengen vor allem eines: Feriensperre, Fünfzigstundenwochen, Samstagslieferungen. Odermatts Finger deutete nochmals auf sein DIN-A4-Papier: «Das maximale Füllgewicht der Fahrzeuge beträgt eine Tonne. Schauen Sie, wie viele Boten diese Marke überschreiten würden.» Er zeigt auf lauter rot markierte Kästchen. Jetzt hat die Post deshalb ihre Fahrzeugflotte um 25 Busse aufgestockt. Damit sei die Kapazität des Verteilzentrums aber «voll ausgelastet – sonst würden wir auf dem Areal unser eigenes Verkehrschaos produzieren».

«Noch mehr Menschen eine Freude bereiten»

Seit der Eröffnung des Verteilzentrums 2011 wurden pro Jahr rund 10 Prozent mehr Pakete verarbeitet. Statt 160 Arbeiter wie zu Beginn sind heute 240 Leute im Einsatz. Das Paketgeschäft boomt – ganz im Gegensatz zur Briefpost, die jährlich einen Rückgang von etwa 5 Prozent hinnehmen muss.

Auch Jasmine Birrer, seit vier Jahren Paketbotin, kurvt in diesen Tagen statt mit 250 mit über 300 Paketen durch die Gemeinden. Heute fährt sie die Route 370: eine Strecke von Emmen nach Ballwil. Dass auch sie schlagartig einen Drittel mehr Pakete verteilen muss, stört sie jedoch nicht – im Gegenteil: «Ist doch schön, wenn ich noch mehr Menschen eine Freude bereiten kann.» Solange die Pakete klein und handlich seien, sei ihre Arbeit angenehm. Seien sie aber schwer und sperrig, werde es anstrengend. Hinzu komme der Zeitdruck: «Jeder möchte sein Paket pünktlich bekommen, sonst gibt es Reklamationen.»

Verteilzentrum der Post in Rothenburg am Donnerstag morgen um 05.45 Uhr: Die Pakete stapeln sich meterhoch. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Verteilzentrum der Post in Rothenburg am Donnerstag morgen um 05.45 Uhr: Die Pakete stapeln sich meterhoch. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Othmar Helfenstein füllt seinen Lieferwagen mit Paketen. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Othmar Helfenstein füllt seinen Lieferwagen mit Paketen. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Die Arbeiter sind pausenlos im Einsatz. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Die Arbeiter sind pausenlos im Einsatz. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Bis zu 300 Pakete werden in einen Lieferwagen gepackt. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Bis zu 300 Pakete werden in einen Lieferwagen gepackt. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Postbotin Jasmine Birrer nimmt die Pakete in Empfang...Postbotin Jasmine Birrer nimmt die Pakete in Empfang...
... und räumt sie dann in ihren Lieferwagen ein. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)... und räumt sie dann in ihren Lieferwagen ein. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Beat Odermatt, Produktionsleiter der Distributionsbasis der Post in Rothenburg· «Sehen Sie, heute bewältigen wir genau 29 542 Pakete.» (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Beat Odermatt, Produktionsleiter der Distributionsbasis der Post in Rothenburg· «Sehen Sie, heute bewältigen wir genau 29 542 Pakete.» (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Die Pakete müssen an den richtigen Ort gebracht werden. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)Die Pakete müssen an den richtigen Ort gebracht werden. (Bild: Dominik Wunderli, Rothenburg, 6. Dezember 2018)
Auch grosse Pakete müssen verladen werden.Auch grosse Pakete müssen verladen werden.
9 Bilder

Päckli-Flut: Mehrarbeit im Verteilzentrum der Post in Rothenburg

Interessanterweise laufe der Betrieb seit Mitte November effizienter als in den anderen Monaten, sagt Odermatt: «Der Kunde bestellt seine Ware, wann er will; wir müssen nun darauf reagieren.» Sinnbildlich dafür dürfte etwa der Pausenraum sein, der in diesen Tagen ungewohnt leer steht. So zehren die Paketmengen an der Pausenzeit der Boten und fordern Disziplin.

Spätestens um halb fünf Uhr nachmittags werden alle mit ihrer Arbeit fertig sein. Am nächsten Morgen werden sie vor Sonnenaufgang wieder aufstehen. Um jeder von ihnen die nächsten 300 Pakete zu verteilen – und damit insgesamt rund 30 000 Menschen eine Freude zu bereiten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.