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Pädagogische Hochschule: Seine Forschung machte Schule

Werner Wicki hat die Forschung an der Pädagogischen Hochschule wesentlich geprägt. Der abtretende Prorektor fordert klar mehr davon.
Ismail Osman
Werner Wicki baute den Bereich Forschung an der PH Luzern von der Gründung der Schule an auf. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 10. September 2019)

Werner Wicki baute den Bereich Forschung an der PH Luzern von der Gründung der Schule an auf. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 10. September 2019)

Witze sind ein guter Weg das Eis zu brechen. Probieren wir es:

Wie viele Lehrer braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln?
Zwei. Einen der sie wechselt und einen, der es besser kann.

Zugegeben, der Witz ist flach. Aber wir befinden uns doch an der Pädagogischen Hochschule. Alles voller Lehrer. Keine Reaktion? Nichts.

Der Begriff «stoisch» entspricht Werner Wickis Gesichtsausdruck wohl am ehesten. Kennt man Wickis (65) Hintergrund, vermag dies nicht weiter zu verwundern. Der kürzlich zurückgetretene Prorektor für Forschung und Entwicklung an der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH) ist nicht zuletzt für seine Humor-Forschung bekannt. Da muss man schon mit besserem Material antreten.

Basisschrift mitentwickelt

In der Vita Wickis ist die Humor-Forschung aber letztlich eher ein Hobby. Nach zehnjähriger Lehrertätigkeit studierte er in Zürich Psychologie, Psychopathologie und Publizistik. 1990 doktorierte er, die Habilitation folgte 1996 an der Universität Bern. Nach Luzern zog es Wicki 2003. Er übernahm den Aufbau und die Leitung des Leistungsbereiches Forschung und Entwicklung an der neugegründeten Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (später PH Luzern). Seither sind 16 Jahre vergangen und es ist viel passiert. In Wickis Zeit an der PH wurden etwa Forschungsprojekte zur Basisschrift und zur Handschreibdynamik von Kindern durchgeführt. Dies habe dazu beigetragen, dass die Basisschrift heute in den Volksschulen der gesamten Deutschschweiz gelehrt werden.

Der Erfolg der Basisschrift sei ein Paradebeispiel dafür, was Forschung bewirken kann, wenn die Voraussetzungen gegeben sind: «Der Anstoss für die neue Schrift kam direkt aus der Lehrerschaft, also aus der Praxis. Aber auch der politische Wille für diese Reform war vorhanden», so Wicki.

Letzteres ist längst nicht immer der Fall, wie Wicki weiss. «Der Bedarf für Forschung ist definitiv da – der Wille seitens der PH auch. Dringend nötig wäre mehr Forschung im Fach Natur, Mensch, Gesellschaft oder im Bereich der Mathematik, wo die Lernprozesse und der Wissensaufbau beim Kind noch wenig bekannt sind.»

Die PH blieb vor den kantonalen Sparbemühungen der vergangenen Jahre nicht verschont. Der Forschungsbereich ist proportional zur gesamten PH in den letzten Jahren kleiner geworden. Werner Wicki findet dazu deutliche Worte: «Die Forschung ist ein wesentliches Standbein jeder Hochschule und es besteht ein klarer gesetzlicher Auftrag zur Forschung. Kürzungen führen aber irgendwann dazu, dass man dieses Standbein nicht mehr ernst nehmen kann.» Ein fataler Fehler, warnt Wicki: «90 Prozent der Forschenden an der PH sind auch Dozierende. Oft sind es gerade sehr gut qualifizierte Dozierende, die auch forschen wollen. Kann die PH diese Möglichkeit nicht bieten, wandern solche Leute ab oder kommen schon gar nicht nach Luzern.»

Werner Wicki bleibt der Schule vorläufig noch erhalten. Im Rahmen eines nationalen Forschungsprojekts wird er trotz Pensionierung noch an der PH Luzern tätig sein.

Humorvolle Lehrer haben mehr Erfolg

Nochmals zurück zum Humor. Wie kommt man darauf, diesen im Kontext der Schule zu untersuchen? «Ich fragte mich, weshalb manche Lehrpersonen bei Schülerinnen und Schüler besser ankommen als andere. Humor kann dabei eine Rolle spielen.» Es gehe aber nicht darum, möglichst viele Witze rauszuhauen. Eher sei eine humorvolle Haltung wichtig, etwa wenn es schwierig wird und die Schüler nicht das machen, was sie aus Sicht der Lehrperson tun sollten. Aggressiver Humor, der ausgrenzt oder herabsetzend ist, habe dagegen nichts im Klassenzimmer zu suchen.

Ein gut aufgebauter Witz könne aber durchaus neue Aspekte eines Themas erschliessen. Wir probieren es also nochmals mit einem «gehobeneren» Glühbirnen-Witz:

Wie viele Philosophen braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln? 47. Einer wechselt sie aus und die anderen diskutieren darüber, ob das wirklich so passiert ist.

Immerhin: Wickis rechter Mundwinkel zieht sich zum Anflug eines Lächelns hoch. Wir werten dies als Teilerfolg.

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