PALLIATIVPFLEGE: Hospiz Zentralschweiz vergrössert das Angebot in Littau

Das Hospiz Zentralschweiz will in Littau zusätzliche Pflegeplätze schaffen. Neben den geplanten zwölf Betten sollen acht ambulante Plätze entstehen. Doch noch braucht die Stiftung Spenden für den Bau.

Hugo Bischof
Merken
Drucken
Teilen
In diesem Gebäude in Littau soll das künftige Hospiz Zentralschweiz realisiert werden. (Bild: pd)

In diesem Gebäude in Littau soll das künftige Hospiz Zentralschweiz realisiert werden. (Bild: pd)

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Im Stadtteil Littau in Luzern entsteht das erste Hospiz in der Zentralschweiz für schwerkranke Menschen, deren Lebensende bevorsteht. Es sind Menschen, die keine Spitalbehandlung brauchen und zu Hause nicht versorgt werden können. Im Hospiz verbringen sie ihren letzten Lebensabschnitt und werden bis zum Tod palliativ betreut.

Die private Stiftung Hospiz Zentralschweiz hat eine 2710 Quadratmeter grosse Liegenschaft an der Gasshofstrasse 18 gekauft (wir berichteten). Das Gebäude, in dem sich früher eine Arztpraxis mit Wohnhaus befand,wird renoviert und um einen Zusatzbau erweitert.

Baubeginn im Frühling 2018

Ursprünglich war der Baustart schon diesen Spätherbst geplant. «Jetzt gehen wir davon aus, dass wir Ende Jahr das Baugesuch einreichen und im Frühling mit den Bauarbeiten beginnen können», sagt Sibylle Jean-Petit-Matile, die stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung und künftige Hospiz-Ärztin. «Die Stadt stufte das bestehende Gebäude als schützenswert ein; es braucht deshalb eine sorgfältige Planung mit Einbezug der Denkmalpflege.» Ziel ist es, das Hospiz Zentralschweiz im Sommer 2019 zu eröffnen.

Wichtig ist der Stiftung, dass nicht von einem «Sterbehospiz» die Rede ist: «Zu uns kommen die Menschen, um zu leben, auch wenn der Tod unausweichlich ist», sagt Sibylle Jean-Petit-Ma­tile. Assistierte Suizide wird es im Hospiz nicht geben: «Dafür gibt es das Angebot des Vereins Exit.» Das Hospiz werde «eine Lücke in der palliativen Versorgungskette schliessen». In anderen Regionen der Schweiz gebe es bereits solche Häuser, in der Zentralschweiz fehle das Angebot noch. «Hier gibt es zurzeit nur die Alternative, in ein Pflegeheim einzutreten. Das ist vor allem für jüngere Patienten und ihre Angehörigen belastend.» Das Hospiz Zentralschweiz wird für Menschen ab 18 Jahren offen sein.

Bisher bekannt war, dass es im Hospiz Zentralschweiz 12 stationäre Pflegebetten geben wird. 6 Betten hat der Kanton Luzern bereits in seine Pflegeheimliste aufgenommen. Für die Aufnahme der weiteren 6 Betten auf die Pflegeheimlisten der anderen Zentralschweizer Kantone laufen die Verhandlungen. Neu soll es nun auch 8 ambulante Pflegeplätze geben. «Hier können Menschen, die tagsüber allein zu Hause sind, tage- oder halbtageweise zu uns kommen und die Räume und das Pflegepersonal kennen lernen», so Jean-Petit-Matile. Das erleichtere den späteren definitiven Eintritt in das Hospiz.

Arbeiten werden über Spenden finanziert

Die Renovation des bestehenden Gebäudes und die Erstellung des Zusatzbaus sollen total 7 Millionen Franken kosten. Finanziert werden soll dies ausschliesslich mit privaten Mitteln. Knapp ein Drittel der Gelder ist bereits fest zugesichert, bei einem weiteren Drittel ist man in abschliessenden Verhandlungen. «Das ist sehr ermutigend», sagt Geschäftsleiter Hans Stutz. Um das fehlende Drittel aufzubringen, unternimmt die Stiftung nun einen erneuten Spendenaufruf. «Als ein ‹Haus für alle› braucht das Hospiz eine breite Abstützung und die Solidarität der Gesellschaft», so Stutz. «Es sollte deutlich werden, wie die Hospiz-Arbeit bestehende Angebote, etwa Spitex oder Sterbebegleitgruppen, ergänzt und welchen menschlichen, sozialen, aber auch wirtschaftlichen Nutzen die Gesellschaft daraus zieht.»

Auch für den Betrieb wird die Stiftung auf Spenden angewiesen sein. 25 Vollzeitstellen, aufgeteilt auf mehrere Personen, wird das Hospiz haben. Dazu kommen freiwillige Helfer.

Hinweis

Heute von 9 bis 13 Uhr findet auf dem Schwanenplatz Luzern eine Aktion der Stiftung Hospiz Zentralschweiz statt. Morgen um 11 Uhr wird im Stattkino Luzern der Film «Blaubeerblau» über das Leben in einem Hospiz gezeigt.