Pandemie
Bergbahnen Sörenberg müssen Maskenverweigerer mit Attest nun doch mitnehmen – Direktor erntet Shitstorm

Weil es sich bei den Bergbahnen um ein öffentliches Verkehrsmittel handelt, ist es verpflichtet, Leute ohne Maske mit Attest zu transportieren. Bergbahnen-Direktor René Koller hat dennoch unerfreuliche Reaktionen aus der Skeptikerszene erhalten.

Dominik Weingartner
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Wer mit der Luftseilbahn der Bergbahnen Sörenberg auf das Brienzer Rothorn fahren wollte, musste bis vor kurzem eine Maske tragen – selbst wenn ein ärztliches Attest vorlag, das besagte, dass diese aus medizinischen Gründen nicht getragen werden könne. Damit ist es nun aber vorbei.

Wie das «Regionaljournal Zentralschweiz» von SRF berichtet, hat das Bundesamt für Verkehr die Bergbahnen zurückgepfiffen. Weil es sich bei der konzessionierten Bergbahn um ein öffentliches Verkehrsmittel handle, sei es verpflichtet, Passagiere mit einer Maskendispens mitzunehmen. Dies sei in der «besonderen Lage», in der sich die Schweiz offiziell aktuell befindet, der Fall. Anders würde es aussehen, wenn der Bundesrat wieder die «ausserordentliche Lage» ausrufen würde.

Als Faschist beschimpft

Laut René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg, habe es nur sehr wenige Fälle gegeben, bei denen Passagiere ein Attest für die Maskenbefreiung vorgelegt hätten. Dennoch wollte das Unternehmen zum Schutz aller Gäste für einen geordneten Ablauf in der Bahn sorgen. «Wenn von 50 Passagieren einer keine Maske trägt, führt das zu Unruhe. Unser Personal wird dann aufgefordert, die Maskenpflicht durchzusetzen», sagt Koller. Diese Situationen habe man mit der generellen Maskenpflicht verhindern wollen.

René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg.

René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg.

Bild: Keystone

Vor Ort sei die Aufregung um die Maske minim, wie Koller weiter ausführt. Jedoch hat der Vorgang im bei Massnahmenkritikern beliebten sozialen Netzwerk Telegram Wellen geschlagen. Offenbar wurde dazu aufgerufen, dem Bergbahnen-Direktor die Meinung zu geigen. Koller:

«Ich habe etwa 100 E-Mails erhalten, zum Teil mit sehr unerfreulichem Inhalt, der unter der Gürtellinie ist.»

So sei er etwa als Faschist beschimpft worden. Koller sagt, er überlege sich, diese Mails zur Anzeige zu bringen.

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