Pandemie

Spital Schwyz: Starke Auslastung, kein Ferienstopp, aber einen Bonus

Wahleingriffe werden im Spital derzeit nur sehr eingeschränkt durchgeführt. Zudem hat die FDP eine kleine Anfrage zur finanziellen Situation der Schwyzer Spitäler eingereicht.

Jürg Auf der Maur
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Die Corona-Situation im Kanton Schwyz bleibt angespannt. Gestern wurden 7047 positiv getestete Corona-Fälle ausgewiesen, 123 mehr als am Vortag. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind zudem zwei weitere Personen verstorben. Insgesamt werden im Kanton nun 130 Todesfälle ausgewiesen. Entsprechend angespannt bleibt die Lage auch im Spital Schwyz:

Bild: Urs Flüeler/Key (14. Oktober 2020)

«Die Isolierstation für Covid-Patienten wird derzeit wieder mit 27 Plätzen betrieben», erklärt Spitaldirektorin Franziska Föllmi auf Anfrage des «Boten der Urschweiz».

Diese 27 Plätze seien die meiste Zeit voll ausgelastet. Bei Bedarf werde laufend ausgebaut. Auf der Intensivbettenstation sind derzeit drei Beatmungsplätze von Covid-19-Patienten ständig belegt. «Auch hier», betont Föllmi, «bestehen Ausbauszenarien, die teils schon gebraucht wurden.» Angespannt sei auch die Situation auf den Intensivstationen in der Region. Föllmi:

«Wahleingriffe werden derzeit darum nur sehr eingeschränkt durchgeführt.»

Einen Ferienstopp für das Personal verfügte das Spital allerdings nicht: «Ein Spital ist über Feiertage immer offen und plant entsprechend die Einsätze des Personals – unabhängig von Corona», hält die Spitaldirektorin weiter fest. Es seien schon in den letzten Monaten sehr viele Zusatzeinsätze geleistet worden. Deshalb sei es wichtig, dass sich das Spitalpersonal immer wieder erholen könne.

Gottesdienst per Video in die Krankenzimmer

Wird Personal und Patienten aber über die Festtage speziell etwas geboten, um die Weihnachtstage doch etwas feiern zu können? Der Gottesdienst, der sonst jeweils live mit Kindern und Musik für die Patienten gestaltet wird, wurde dieses Jahr auf Video aufgezeichnet.

«Die Patienten können den Gottesdienst so von ihren Zimmern aus anschauen.» Auch das stark geforderte Personal geht nicht leer aus: «Es erhielt einen ausserordentlichen Weihnachtsbonus und ein Geschenk als Dankeschön für den grossen Einsatz in diesem aussergewöhnlichen Jahr», freut sich Franziska Föllmi.

Husi will wissen, wer was für die Spitalausfälle bezahlen muss

Covid-19 beschäftigt weiter auch die Schwyzer Politik. So hat FDP-Fraktionschef Ivo Husi (Ibach) eine Kleine Anfrage zur finanziellen Situation der Schwyzer Spitäler eingereicht.

In der Schweiz werde der Gesamtschaden für die Spitäler, welcher durch den Lockdown verursacht wurde, auf 1,7 bis 2,6 Milliarden Franken geschätzt.

Nun steht bekanntlich die Frage im Raum, wie stark sich die öffentliche Hand an diesen Ausfällen entschädigt, zumal die Schwyzer Spitäler privatrechtlich organisiert sind, der Staat aber ein Arbeitsverbot auferlegt hat.

Kantonsrat Ivo Husi will nun wissen, mit welchen Bedürfnissen und Anträgen die Schwyzer Spitäler an den Regierungsrat gelangten und wie dieser gedenkt, die Spitäler finanziell zu unterstützen. Auch nimmt ihn wunder, welche Anpassungen in Bezug auf die Spitalversorgung der Regierungsrat aufgrund der ersten Corona-Erfahrungen vorsieht.