PAPSTKRITIK: Apostolischer Nuntius kritisiert Kirchendemo

Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Francesco Canalini, hat am Montag die nationale Kirchendemonstration vom Vortag in Luzern kritisiert und eine Erklärung abgegeben.

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Der Gang des Trosses über den Rathaussteg Richtung Hofkirche am Sonntag. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Der Gang des Trosses über den Rathaussteg Richtung Hofkirche am Sonntag. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Als «Ursache grosser Sorge und tiefen Leidens» beurteilte Canalini in seiner Erklärung «die Tatsache, dass verschiedene katholische Gruppen, sowohl 'konservative' wie 'liberale», das Zweite Vatikanische Konzil als einen Bruch mit der Tradition verstehen».

Die Bildung von Gruppen, die mit öffentlichem Druck ihre freie Auslegung verschiedener Inhalte der Lehre und der kirchlichen Disziplin erreichen wollten, stehe im weiteren nicht im Einklang mit dem Geist der katholischen Kirche, schreibt Canalini weiter. Papst Benedikt XVI. wie auch seine Vorgänger Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul II. seien innerhalb der katholischen Kirche die Bürgen für die korrekte und treue Auslegung des Zweiten Vatikanischen Konzils. In der gegenwärtigen Lage sei es zudem mehr denn je angebracht, dass die Gläubigen der katholischen Kirche dem Heiligen Vater ihr umfassendes Vertrauen bekundeten, für ihn beteten und in der Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Apostels Petrus lebten. «Ihm hat unser Herr Jesus Christus die Leitung seiner Kirche auf Erden anvertraut», zitiert Canalini aus dem Mätthäus-Evangelium.

Rund 1500 Personen hatten am (gestrigen) Sonntag in Luzern an der katholischen Kirchendemonstration unter dem Motto «Auftreten statt austreten - Wir sind eine offene Kirche» teilgenommen. Mit dabei war auch der Abt von Einsiedeln, Martin Werlen. An der Kundgebung wurden mehr Demokratie und ein gleichberechtigter Platz für Frauen in der römisch-katholischen Kirche gefordert. Der Papst wurde aufgerufen, die Ökumene für unverhandelbar zu erklären und das «Kirche-Sein anderer Kirchen» zu anerkennen.

ap