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PARKGEBÜHREN: Parkieren kostet in Emmen nun auch nachts

Die Gemeinde sucht nach neuen Einnahmequellen. Fündig geworden ist sie bei abendlichen Besuchern von Restaurants und Theateraufführungen, die bisher umsonst parkieren konnten.
Robert Knobel
Der Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude Emmen. (Bild: emmen.ch)

Der Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude Emmen. (Bild: emmen.ch)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Die Gemeinde Emmen muss sparen. Ohne Gegenmassnahmen droht ein Defizit von bis zu 15 Millionen Franken. In welcher Grössenordnung und mit welchen Massnahmen die Gemeinde ihre Finanzen wieder ins Lot bringt, ist zurzeit offen – der Einwohnerrat hat das Budget 2018 zurückgewiesen.

Zumindest kleinere Sanierungsmassnahmen kann der Gemeinderat aber in Eigenkompetenz beschliessen. Davon macht er nun bei den Parkgebühren Gebrauch. Diese sollen zusätzliches Geld in die Gemeindekasse spülen. In der Parkzone A, also in den Zentrumsgebieten, soll das Parkieren künftig rund um die Uhr kostenpflichtig werden. Die Parkierungsverordnung der Gemeinde Emmen wird per 1. März entsprechend angepasst.

Bisher musste man nur von 7 bis 19 Uhr Parkgebühren entrichten – künftig bezahlt man auch während der Nacht. «Viele Parkplätze sind am Abend und in der Nacht relativ gut belegt», sagt Bruno Odermatt, Leiter Immobilien der Gemeinde Emmen. So profitieren etwa im Gersag Besucher des Le Théâtre oder der umliegenden Restaurants von Gratisparkplätzen. Beliebt sind die öffentlichen Parkplätze auch bei Leuten, die am Bahnhof Gersag die S-Bahn Richtung Stadt nehmen. Diese Nutzer sollen nun also zur Kasse gebeten werden.

Le Théâtre ist «mässig erfreut»

«Die Gemeinde hat einen klaren Sparauftrag definiert», sagt Odermatt. Deshalb sei die zeitliche Ausdehnung der Parkgebühren gerechtfertigt. Andréas Härry, Co-Geschäftsleiter der Le Théâtre-Trägerfirma Circomedia AG, ist über die neuen Parkgebühren «mittelmässig überrascht und mässig erfreut», wie er auf Anfrage sagt. «Uns ist aber auch bewusst, dass die Gemeinde Zusatzeinnahmen generieren muss und dass die bisherige Situation mit den Gratisparkplätzen ab 19 Uhr im Vergleich zu anderen Kulturhäusern schon sehr privilegiert ist.»

Lernen von der Mall of Switzerland

Die Alternative für die Gemeinde wäre gewesen, die Gebühren tagsüber zu erhöhen. Gemäss aktuellem Reglement könnte der Gemeinderat die Gebühren von heute 1.50 auf maximal 2 Franken pro Stunde erhöhen. «Soviel kostet ein Parkplatz bei der Mall of Switzerland – und dort waren die Reaktionen ziemlich negativ», sagt Odermatt. Deshalb habe man statt einer Gebührenerhöhung lieber die zeitliche Ausdehnung gewählt. Ganz auf höhere Preise will der Gemeinderat aber doch nicht verzichten. Die Jahreskarten für die Zonen B und C werden nämlich teurer. Der Preis steigt von 300 auf 350 Franken.

Dass Emmen mehr Geld aus Parkgebühren einzunehmen versucht, ist nicht neu. Bereits vor einem Jahr, im Februar 2017, wurden die Stundentarife von 1 auf 1.50 Franken erhöht. Auch bei den Jahreskarten ist dies nun schon die zweite Erhöhung seit 2017. Damals stieg der Preis um 50 Prozent auf die heutigen 300 Franken. Eingeführt worden war die flächendeckende Parkplatzbewirtschaftung in Emmen im Jahr 2012.

Mit der Ausdehnung der Parkgebühren nähert sich Emmen der Praxis in der Stadt Luzern an. Dort wurde die 24-Stunden-Bewirtschaftung im Zentrum bereits vor einigen Jahren flächendeckend eingeführt. Der Stundentarif ist mit 2 bis 2.50 Franken allerdings höher. Eine Jahreskarte kostet für Anwohner 600 Franken.

Mitarbeit: Stefan Dähler

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