PARKHÄUSER: CVP kämpft gegen Stadtluzerner Suchverkehr

Fremde Autofahrer drehen erst zehn Runden in der Innenstadt, bevor sie ins Parkhaus fahren, moniert die CVP. Stimmt nicht, heisst es bei der Parkleit­system AG.

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Parkhaus des Kantonsspitals Luzern. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Parkhaus des Kantonsspitals Luzern. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

«Wir haben das Gefühl, dass auswärtige Autofahrer oft gar nicht überlegen, wo sie in der Stadt Luzern parkieren könnten. Denn sie wissen oft gar nicht, wo sich die Parkhäuser befinden»: Das sagt CVP-Fraktionschef Markus Mächler.

Und weiter: «Diese Autofahrer sollen direkt in ein Parkhaus fahren, statt zuerst zehn Runden im Hirschmattquartier zu drehen auf der Suche nach einem freien Parkplatz.» Konkret schlägt Mächler in einer Interpellation namens der CVP nun vor, dass die Parkhäuser gemeinsam Werbung betreiben müssten, um auf ihre freien Parkplätze hinzuweisen. Denn: Das Parkleitsystem, das auf die freien Plätze in den Parkhäusern hinweist, finde nicht mehr genügend Beachtung, kritisiert Mächler.

Folge: «In Luzern gibt es zentrale Parkhäuser, welche nahezu täglich grosse Reserven an freien Parkplätzen aufweisen. Es ist offenkundig ein Optimierungspotenzial vorhanden, um auswärtige Autofahrer direkt in die freien Parkhäuser zu weisen», so Mächler.

Parkhäuser sollen Tarife anpassen
Zudem moniert die CVP, dass «weder die Tarifpolitik der Parkhäuser untereinander noch die Abstimmung zwischen öffentlichen Strassenparkplätzen und Parkhäusern koordiniert ist». Die Tarife, fordert die CVP, sollen künftig so gestaltet werden, dass das direkte Aufsuchen der Parkhäuser attraktiver wird.

Allerdings: Zwar sind die Tarife der Parkhäuser unterschiedlich, aber einige sind für eine Stunde parkieren sogar günstiger oder gleich teuer wie die Parkplätze in der weissen Zone (ab Sommer 2009). Dazu Mächler: «Im Volk herrscht die Meinung, dass das Parkieren in den Parkhäusern teurer ist als auf der Strasse. Wenn das nicht so ist, muss man das publik machen, das gehört zum Marketingkonzept der Parkhäuser.»

Stadt will gemeinsame Werbung
Der Stadtrat hat sich mit der Interpellation noch nicht befasst. In der Verwaltung jedoch kommt der Vorstoss gut an. Statt dass jedes Parkhaus für sich alleine wirbt, um den anderen Kunden abzujagen, könnte es tatsächlich Sinn machen, dass die Parkhäuser gemeinsam Werbung machen, so Christoph Nick, Stabschef der Finanzdirektion, die den Vorstoss seitens der Stadt behandelt.

Auch Nick sagt, dass die Parkhäuser oft noch über freie Kapazitäten verfügen; «das kann man jederzeit online verfolgen» (siehe Hinweis). Anders als die CVP hat er nicht den Eindruck, dass das Parkleitsystem von den auswärtigen Autofahrern zu wenig beachtet werde.

«Auswärtige beachten System»
Gar das Gegenteil als die CVP sagt Patrick Hauser, Präsident des Verwaltungsrates der Parkleitsystem AG Luzern: «Unsere Erfahrung zeigt, dass insbesondere die auswärtigen Autofahrer das Parkleitsystem beachten. Vor allem einheimische Autofahrer glauben zu wissen, wo sie noch einen Parkplatz ergattern können. Sie fahren manchmal mehrmals durch dieselben Strassenzüge, bis sie einen freien Platz finden.»

Martin Messmer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.