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PARKKONZEPT: Stadt Luzern überrumpelt Rollerfahrer

Die Stadt Luzern setzt derzeit ihr Veloparkierungskonzept um. Darüber, welche Parkflächen nunmehr nur für Velos und welche für Motos gedacht sind, hat sie allerdings niemanden informiert.
Gabriela Jordan
Parkplätze für Motorräder und Velos am Mühleplatz in der Stadt Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Parkplätze für Motorräder und Velos am Mühleplatz in der Stadt Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Wo kann man in der Stadt Luzern seinen Roller hinstellen, ohne eine Busse zu kassieren? Bis vor kurzem liess sich diese Frage einfach beantworten, gab es auf städtischem Boden doch etliche gemischte Abstellplätze für Velos und Motos. Momentan scheint dies aber nicht mehr so klar zu sein. Denn die Stadt Luzern ist in diesen Tagen daran, ihr angekündigtes Veloparkierungskonzept Innenstadt Luzern umzusetzen. An verschiedenen Orten werden dafür Löcher für neue Velohaltebügel in den Boden gebohrt, weshalb Velo- und Motorradparkplätze nicht mehr gemischt, sondern separat zugeteilt sind. Will heissen: Gemischte Abstellplätze werden derzeit vor allem in Veloabstellplätze umgenutzt.

So weit, so gut. Nur: Die Stadt hat es offenbar versäumt, vorgängig über die detaillierten Massnahmen zu informieren und einen Plan über die neuen Standorte der Abstellplätze für Motos zu publizieren. Hinzu kommt, dass bei den nunmehr reinen Veloabstellplätzen ein gut sichtbarer Hinweis über die Umnutzung fehlt. Zwar zeigt das Parkschild neu nur noch ein Velo. Doch wer es gewohnt ist, seinen Roller an der immer gleichen Stelle abzustellen, kann dieses leicht übersehen – und eine Busse für Falschparkieren riskieren.

Genau so trug es sich bei einem Kunden des Coiffeur Hair an der Stadthausstrasse 5 zu, der bei seinem Roller nach dem Coiffeurbesuch eine Busse von 40 Franken vorfand. Wie Max Zimmermann, Inhaber des Coiffeurgeschäfts, auf Anfrage sagt, parkierte der Kunde in der Winkelriedstrasse. «Wir haben jetzt gar keine Alternative zum Parkieren mehr», ärgert sich Zimmermann, der wie einige seiner Angestellten jahrein, jahraus selbst seinen Roller dort parkiert hatte. «Die Stadt müsste so etwas doch im Voraus kommunizieren», sagt er. Am letzten Donnerstag sei er deswegen – aber auch wegen des schlechten Wetters – mit dem Bus zur Arbeit gefahren.

Geschäfte «wussten von nichts»

Zimmermann ist nicht der Einzige, der sich über das Vorgehen der Stadt – milde gesagt – wundert. «Es ist von der Stadt einmal mehr einfach ungeschickt, wenn Organisationen wie wir von nichts wissen und zuvor nicht informiert werden», sagt Franz Stalder, Präsident der City-Vereinigung Luzern. So habe er am Donnerstagmorgen mehrere Anrufe von Geschäften erhalten, die wissen wollten, wo ihre Kundschaft parkieren könne. «Da stehe ich als Präsident blöd da, wenn ich so etwas nicht weiss.» An der letzten Sitzung über das Veloparkierungskonzept sei die City-Vereinigung durch Pierre Rügländer, Präsident Quartierverein Altstadt, vertreten gewesen. Laut Stalder seien Rollerparkplätze aber kein Thema gewesen. «So verlieren wir langsam das Vertrauen in den Stadtrat», fügt er an.

Und wie erklärt die Stadt ihr Vorgehen? «Wir dachten, dass das nicht so ein grosser Eingriff ist und deshalb keine zusätzliche Kommunikation erfordert», sagt auf Anfrage Martin Urwyler, Mitarbeiter des Bereichs Mobilität beim Tiefbauamt und verantwortlich für Velo- und Langsamverkehr. «Im Nachhinein wäre es aber gescheiter gewesen, vorher zu informieren», räumt er ein. Urwyler weist jedoch darauf hin, dass die Parkierungsflächen für Roller nach wie vor überall verteilt seien, man müsse «halt schnell herumschauen».

Weshalb wurde zur Orientierung dennoch kein Plan über die neuen Standorte publiziert? Einen solchen gebe es noch gar nicht, da die Arbeiten fortlaufend gemacht würden, so Urwyler. Voraussichtlich nach der Fasnacht werde ein entsprechender Plan aber auf der Website der Stadt zu finden sein. Übrigens: Weniger Abstellplätze für Motorfahrzeuge gibt es in der Stadt durch die Umnutzung laut Urwyler nicht. Neu würden zwischen 15 und 20 Prozent der gemischten Parkflächen den Motos zugeteilt, die anderen Flächen den Velos. Auf den bisherigen gemischten Parkierungsflächen zählte man jeweils rund 13 Prozent Motos.

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