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PARKPLÄTZE: Gebühr für verschobene Velos?

Die Situation für Velofahrer ist schon seit Jahren prekär: In der Luzerner Innenstadt gibt es zu wenige Abstellplätze. Die Stadt unternimmt nur kleine Schritte.
Um Platz für das eigene Velo zu schaffen, muss man schon mal andere Velos versetzen wie hier an der Bahnhofstrasse. (Bild: Dominik Wunderli)

Um Platz für das eigene Velo zu schaffen, muss man schon mal andere Velos versetzen wie hier an der Bahnhofstrasse. (Bild: Dominik Wunderli)

Robert Knobel

Der Aufschrei war gross, als die Stadt im vergangenen Oktober Veloparkplätze an der Zentralstrasse aufheben wollte. Die Abstellplätze direkt vor dem Bahnhof standen einem Umbauprojekt der dortigen Tourist Information im Weg. Doch nach einer Velo-Demo und einem parlamentarischen Vorstoss war der Abbau von 44 Veloparkplätzen rasch vom Tisch. Der Vorfall zeigt, dass in Luzern nicht nur Auto-, sondern auch Veloparkplätze ein heisses Eisen sind. Dies vor allem deshalb, weil die Nachfrage grösser ist als das Angebot.

Zählung im Jahr 2013

Wer regelmässig am Luzerner Bahnhof ist, kennt das Bild: Die Veloständer sind egal zu welcher Tageszeit – stets voll belegt. Diese Beobachtungen werden nun durch eine Untersuchung der Stadt untermauert. Aufgrund von Zählungen im September 2013 wurde untersucht, wie stark die Veloabstellplätze in der Luzerner Innenstadt ausgelastet sind (siehe Grafik und Kasten).

Gemäss Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität beim Stadtluzerner Tiefbauamt, muss im Bereich des Bahnhofs der Veloordnungsdienst täglich Dutzende falsch abgestellter Velos umparkieren. «Der Ordnungsdienst wurde vor dreizehn Jahren eingeführt, weil vor allem rund um den Bahnhof kreuz und quer abgestellte Velos die Durchgänge verstopften», so Urwyler. Die Velos werden von Caritas-Mitarbeitern zu einem Parkplatz beim Inseli oder zur Velostation im Bahnhof verschoben. Dort können sie von den Besitzern abgeholt werden.

Ohne Ordnungsdienst ginge es nicht

Martin Urwyler betont, dass das Abstellen von Velos abseits der offiziellen Veloparkplätze nicht illegal sei ausser es ist wie beim Bahnhof speziell signalisiert. «Gemäss Strassenverkehrsrecht darf ein Velo auch auf einem Trottoir parkiert werden, solange ein mindestens 1,5 Meter breiter Durchgang frei bleibt», sagt Urwyler. Rund um den Bahnhof Luzern ist die Zahl der Velos aber derart hoch, dass diese liberale Regelung kaum praktikabel ist. Ein veritables Velo-Chaos kann nur dank der täglichen Intervention des Caritas-Ordnungsdienstes vermieden werden.

Das ist auch aus Sicht der Stadt keine befriedigende Situation. Braucht es also ein Parkierungsverbot ausserhalb der offiziellen Abstellplätze? So weit will man laut Martin Urwyler nicht gehen. «Wir überlegen uns aber, eine Bearbeitungsgebühr für verschobene Velos zu verlangen.»

Der Betrieb der bewachten Fahrradstation beim Bahnhof und der Veloordnungsdienst kosten die Stadt jährlich 225 000 Franken. An schönen Sommertagen müssen bisweilen 100 oder mehr Velos durch den Ordnungsdienst wegtransportiert werden. Nicht alle werden danach von ihren Besitzern abgeholt.

Nach einer Wartefrist werden die Velos der Polizei gemeldet, und sofern sie nicht als gestohlen registriert sind, werden sie schliesslich durch Hilfsorganisationen wie «Velo für Afrika» recycelt. Die Zahl solcher herrenloser Velos betrage zwischen 500 und 1000 pro Jahr, sagt Martin Urwyler.

Veloverkehr soll sich verdoppeln

Das Tiefbauamt ist zurzeit daran, ein Veloparkierungskonzept auszuarbeiten. Dieses soll noch in diesem Jahr vorliegen. Fest steht dabei eines: Die Zahl der Veloparkplätze soll erhöht werden. «Wir wollen den Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr verdoppeln», sagt Martin Urwyler. «Das braucht entsprechend mehr Abstellplätze.» Klar ist auch: Die Stadt Luzern will die Funktion eines Velobeauftragten schaffen. Das ist in der Gesamtplanung 20152019 so ausgewiesen und hat bereits im Grossen Stadtrat für Diskussionen gesorgt (Ausgabe vom 3. Dezember).

Was den Ausbau der Abstellplätze betrifft, so sind etwa im Projekt Neugestaltung Grendel/Löwengraben zusätzliche Veloplätze vorgesehen. Das sei auch dringend nötig, findet Nico van der Heiden, Co-Präsident von Pro Velo Luzern. «Um den Schwanenplatz herum sind die Plätze immer sehr überfüllt.»

Generell sollen nicht in erster Linie neue Standorte geschaffen, sondern die bestehenden effizienter genutzt werden. Wie das genau gehen soll, wird das Veloparkierungskonzept zeigen. Einfach wird das allerdings nicht. Denn Velofahrer wollen ihr Vehikel an einfach erreichbaren und schnell zugänglichen Orten abstellen.

Velostation ist schlecht ausgelastet

Das erklärt wohl auch die geringe Auslastung der Velostation zwischen Bahnhof und KKL. Für einen Franken pro Tag kann man dort das Velo vandalensicher abstellen und bei Bedarf auch kleinere Reparaturen vornehmen lassen. Doch die 1100 Plätze sind im Schnitt nur zu einem Drittel ausgelastet ganz im Gegensatz zu den Veloständern neben den Haupteingängen des Bahnhofs, wo freie Plätze geradezu Glückssache sind.

«Viele Velofahrer, die aus Kriens, Horw oder der Neustadt kommen, wollen nicht um den Bahnhof herum bis zur Velostation fahren», stellt auch Nico van der Heiden fest. Das würde sich wohl erst mit dem geplanten Velotunnel ändern, der unter dem Bahnhof hindurch direkt zur Velostation führen soll. Für Nico van der Heiden braucht es aber auch von Seiten der Velofahrer manchmal etwas mehr Flexibilität. «Man muss ja nicht unbedingt immer direkt vor die Tür fahren können.»

Martin Urwyler bestätigt, dass im Bereich Altstadt vor allem die Veloparkplätze am Schwanenplatz und am Kapellplatz «tendenziell überbelegt» sind. Eher unterbelegt seien hingegen die Veloabstellplätze bei der Matthäuskirche. «Der Grund dafür ist klar, sie sind unzureichend erreichbar», so Urwyler. Weitere Veloabstellplätze in der Altstadt befinden sich am Löwengraben, an der Grabenstrasse und am Mühlenplatz. Im Bereich Neustadt sind gemäss Urwyler die Veloparkplätze entlang der Reuss stark belegt. «Generell kann man sagen: je näher beim Bahnhof, desto begehrter.»

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