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PARKPLÄTZE: Velos: So machen es andere Städte

In der Luzerner Innenstadt gibt es zu wenig Abstellplätze für Velos. Dieses Problem kennen auch andere Städte: Basel und Zürich setzen auf unterirdische Plätze.
Raphael Gutzwiller
Eine von drei Einfahrten zur unterirdischen Velostation beim Bahnhof Basel SBB. (Bild: pd)

Eine von drei Einfahrten zur unterirdischen Velostation beim Bahnhof Basel SBB. (Bild: pd)

Freie Veloparkplätze in der Luzerner Innenstadt sind rar. Die rund 2700 Parkplätze im Bereich Neustadt/Bahnhof sind permanent überfüllt. Daher erarbeitet das Tiefbauamt nun ein Veloparkierungskonzept (Ausgabe vom 10. Februar). Andere Schweizer Städte kennen die Probleme von überfüllten Velopark­plätzen an Bahnhöfen ebenfalls.

Gibt es für die Stadt Luzern ein Vorbild in Sachen Veloparkplätze? «Ein typisches Vorbild ist schwierig zu definieren. Aber klar orientiert man sich auch an anderen Städten», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität beim Stadtluzerner Tiefbauamt. «So betreiben Basel und Bern mehrere Velostationen, die auch ein Vorbild für unsere Pläne sein können.» Genau gleich könnten die Velostationen aber nicht umgesetzt werden: «Das Basler Projekt kostete zwölf Millionen Franken. Solche Summen haben wir nicht», so Urwyler.

Basel: 1600 Parkplätze am Bahnhof

Die Velostation unter dem Centralplatz beim Bahnhof Basel ist eine Luxuslösung: Über drei Rampen ist die Station zugänglich und bietet rund 1600 Velos Platz. Ein Teil der Station kann gratis benutzt werden: «Dabei handelt es sich um jenen Teil der Station, bei dem man etwas weiter zum Bahnhof laufen muss», sagt Barbara Auer, Bereichsleiterin Verkehrsinfrastruktur des Kantons Basel-Stadt. Basel hat noch eine zweite Velostation beim Bahnhof St. Johann, die 300 Parkplätze anbietet.

Trotz Luxuslösung: «Das Problem von zu wenig Parkplätzen für Velofahrer kennen wir immer noch», so Auer. Durch die verbesserte Parkplatz­situation beim Bahnhof Basel SBB habe der Veloverkehr zugenommen. «Das ist ja auch, was wir damit erreichen wollten», sagt Auer. Aber: «Die Nachfrage übersteigt das Angebot nach wie vor.» Eine neue Velostation könne nur zusammen mit Grossprojekten realisiert werden, erklärt Auer. «Einfach so gibt es keinen freien Platz in der Nähe des Bahnhofs.» Man habe daher das Velokonzept auf grössere Projekte in der Umgebung abgestimmt.

Auch in Luzern könne die Parkplatzsituation nur im Rahmen eines Grossprojekts entscheidend verbessert werden, sagt Martin Urwyler: «Wenn der neue Tiefbahnhof kommt, könnte es zum Beispiel eine neue Lösung für Velostationen geben.»

In der Stadt Bern gibt es sogar vier Velostationen, drei davon rund um den Bahnhof. Dennoch sei die Situation nach wie vor prekär, sagt Roland Pfeiffer, Leiter der Fachstelle für Fuss- und Veloverkehr der Stadt Bern. «Die Stationen sind zu 100 Prozent ausgelastet», so Pfeiffer. «Es gibt sogar Wartelisten.»

Die Stadt Bern versucht nun, etwas gegen die Engpässe zu unternehmen. Bis Ende Jahr wird eine neue Velostation mit rund 1000 zusätzlichen Parkplätzen im Westen des Bahnhofs gebaut. «Dann wird der Bahnhof aus allen Richtungen mit einer Velostation erschlossen sein», erklärt Pfeiffer. Aber das ist nicht die einzige Massnahme: «Wir möchten weitere Veloparkplätze schaffen, um die Prob­leme langfristig beheben zu können.» Er hält aber fest: «Grundsätzlich ist es ja ein gutes Zeichen, wenn es zu wenige Parkplätze für Velos hat. Das zeigt, dass immer mehr aufs Velo umsteigen.»

Stadttunnel soll Zürich entlasten

Das Problem der überfüllten Veloparkplätze in der Innenstadt kennt man auch in der grössten Schweizer Stadt. Zurzeit gibt es rund um den Bahnhof 1700 Abstellplätze. Nun werden in Zürich zwei Bauten realisiert, die mehr Plätze bereitstellen sollen. Der Stadttunnel unter dem Zürcher Hauptbahnhof, der im Rohbau besteht, soll bald für Velos zugänglich sein. In den 1980er-Jahren wurde der Tunnel als Vorinvestition gebaut, um die Auto­bahnen A 1 und A 3 zu verbinden. Nun wird er für Velos zwischengenutzt. «Es wird sowohl eine Verbindung als auch Abstellplätze für die Velos geben», erklärt Stefan Hackh, Mediensprecher des Tiefbauamts Zürich. Beim Stadttunnel ist noch ein Variantenentscheid ausstehend. «Nach heutigem Planungsstand werden es mehr als 1300 weitere Abstellplätze sein», so Hackh. Zudem wird die Velostation Süd realisiert, die rund 1750 Abstellplätze bieten soll.

St. Gallen: «Sind keine Velostadt»

Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr der Stadt St. Gallen, kennt die Probleme von überfüllten Veloständern weniger: «Unsere Veloparkplätze werden zwar gut genutzt, aber die Probleme, dass es viel zu wenige gibt, haben wir nicht.» Grund dafür: «Als eher hügelige und hoch gelegene Stadt sind wir wohl eher eine Fussgänger- als eine Velo­stadt», so Hasler.

Dennoch baute St. Gallen vor zwei Jahren die Velostation Nord beim Bahnhof, die rund 350 Velos Platz bietet. Davor gab es bereits 450 Plätze. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes gibt es weitere 250 Parkplätze. «Somit sollten wir die erwartete künftige Nachfrage mit den rund 1000 Veloparkplätzen beim Bahnhof abdecken können», erklärt Hasler.

Winterthur: Automatisierte Garage

Als Velostadt versteht sich Winterthur. Dort gibt es rund um den Bahnhof rund 3000 Veloabstellplätze. «Nötig wären 6000 bis 7000», sagt Albert Gubler vom Amt für Städtebau. Im Rahmen der Gesamterneuerung des Bahnhofs würden nun neue Kapazitäten geschaffen: «Dabei wird eine der beiden Personenunterführungen für Velos ausgebaut.»

Visionär mutet das Pilotprojekt «Bike Loft» an, das neben dem Bahnhof in einem ehemaligen Industriekomplex getestet wurde: Velofahrer stellen ihre Zweiräder in eine schliessfachartige Box, die anschliessend von einem Roboter in einer unterirdischen Garage verstaut wird. Die gestapelten Boxen brauchen weniger Platz als herkömmliche Veloabstellplätze, und der Roboter braucht auch keine grosse Rampe, um zur Tiefgarage zu gelangen. Armin Wyttenbach, der Erfinder der «Bike Loft», rechnet bei einer Kapazität von 1000 Plätzen mit 30 Sekunden pro Vorgang. Das Winterthurer Pilotprojekt lief seit Herbst 2013 bis letzten Dezember. Albert Gubler: «Das Projekt ist vorerst abgeschlossen. Momentan sind andere Lösungen gefragt.»

Velotunnel kostet Millionen

Beim Blick über die Kantonsgrenzen stellt man fest: In anderen Städten hat man sich für unterirdische Lösungen entschieden. Solche Pläne schweben auch dem Luzerner Tiefbauamt vor. So könnte es eine Veloverbindung von der Habsburgerstrasse bei der SBB-Unterführung im ehemaligen Posttunnel geben. «Es soll eine direkte Verbindung zur Velostation sein», sagt Martin Ur­wyler. «Denkbar ist auch, dass man im ehemaligen Posttunnel weitere Veloparkplätze schaffen könnte.»

Ob und wann der Velotunnel realisiert wird, kann noch nicht gesagt werden. «Aktuell arbeitet man bei der Stadt an Machbarkeitsstudien, in denen verschiedene Varianten geprüft werden», sagt Urwyler. Klar ist: Eine Tunnellösung wird teuer. «Es wird mehrere Millionen Franken kosten», so Urwyler. Durch einen allfälligen Tiefbahnhof würde sich die Ausgangslage wieder verändern. «Daher sind wir dabei, abzuwägen, ob sich solch hohe Kosten für die beschränkte Nutzungszeit lohnen würden», so Urwyler.

Keine Spur von Chaos in der Berner Velostation. (Bild: pd)

Keine Spur von Chaos in der Berner Velostation. (Bild: pd)

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