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PARKPLATZREGLEMENT: Pendler sollen mit ÖV anreisen

Für Arbeitspendler brauche es weniger Parkplätze, heisst es in einer Studie der Stadt Luzern. Vor allem in der Innenstadt könne deren Anteil reduziert werden.
Hugo Bischof

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Die Parkplatzdiskussion in der Stadt Luzern ist neu lanciert. Am Montag stellte der Stadtrat das «Grundkonzept Parkierung» vor, welches in seinem Auftrag erstellt wurde. Mit höheren Parkgebühren und einer Verkürzung der Parkdauer könne verhindert werden, dass zu viele öffentliche Parkplätze durch Automobilisten mit Dauerparkkarten, darunter vor allem Anwohner, belegt werden: So lautet ein Fazit der Studie (gestrige Ausgabe).

Brisante Aussagen macht die Studie aber auch zu den privaten, nicht öffentlich zugänglichen Parkplätzen. 49'600 solche gibt es in der Stadt Luzern. Etwa 50 Prozent davon befinden sich in privaten Garagen, 35 Prozent sind Aussenparkplätze. Die restlichen 15 Prozent sind privat zugeteilte Parkplätze in Parkierungsanlagen.

Zu prüfen sei insbesondere «das maximal zulässige Parkplatzangebot», das durch das städtische Parkplatzreglement von 1986 festgelegt wird. Dieses schreibt vor, wie viele Parkplätze bei Neu- und Umbauten auf privatem Grund zu erstellen sind beziehungsweise erstellt werden dürfen. Die Prozentzahl variiert je nach Zone. In der engeren Innenstadt, etwa dem Hirschmattquartier, ist sie tiefer als am Stadtrand und in Zonen mit Gewerbe.

Unterteilt wird dabei in drei Gruppen: Parkplätze für Bewohner, Parkplätze für Besucher/Kunden sowie Parkplätze für Beschäftigte (Personen, die von auswärts kommen und in der Innenstadt arbeiten). Für Anwohner ist grundsätzlich eine höhere Parkplatzzahl erlaubt als für Besucher/Kunden und Beschäftigte.

Mehr Beschäftigte als Anwohner

Für die Verfasser der Studie stehen zwei Stadtgebiete im Fokus: Untergrund/Bruch sowie Neustadt/Hirschmatt. Im ersteren ist das Verhältnis zwischen Bewohnern und Beschäftigten ausge­glichen. Im letzteren liegt das Verhältnis bei 60 Prozent Beschäftigten und 40 Prozent Anwohnern. Interessant ist: Im Bereich Untergrund/Bruch wurden nur etwa 85 Prozent der privaten Parkplätze realisiert, die gemäss Reglement maximal möglich wären. Im näher beim Bahnhof gelegenen Bereich Neustadt/Hirschmatt liegt dieser Wert bei rund 50 Prozent. Zählt man die Parkkartenbesitzer dazu, erhöhen sich diese Werte.

Die Studienverfasser folgern daraus, dass im Bereich Neustadt/Hirschmatt ein grösseres Potenzial zur Optimierung der Parkierungssituation besteht, da dort im Vergleich zum Bereich Untergrund/Bruch mehr Arbeitsplätze vorhanden sind. Der Hebel müsse in erster Linie bei den Beschäftigten angesetzt werden, wenn es um die Justierung des Parkplatzangebotes geht: «Die Arbeitspendler können mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit gelangen.»

70 bis 80 Prozent haben privaten Parkplatz

Die Pendler sollen auf den ÖV verlagert werden, «damit mehr Parkplätze auf Privatgrund für Bewohner zur Verfügung stehen», so die Studie. Dies entspreche der Forderung des Reglements für eine nachhaltige städtische Mobilität, wonach «der motorisierte Individualverkehr trotz Verdichtung nicht zunehmen soll». Die Studie empfiehlt unter anderem die Förderung der Carsharing-Angebote, das Verbot der Fremdvermietung und dessen polizeiliche Überwachung sowie die Förderung des Velo-, Fuss- und öffentlichen Verkehrs.

Gemäss Studie haben 70 bis 80 Prozent der Autobesitzer einen privaten Parkplatz in der Nähe. Die übrigen 20 bis 30 Prozent nutzen Parkkarten. Im Vergleich zur festen Parkplatzmiete sei die Parkkarte günstiger, die damit verbundene Suche nach einem freien Parkplatz werde «in Kauf genommen». Die Studie schlägt deshalb vor, die Parkkarten «räumlich und allenfalls zeitlich» zu begrenzen.

Stadtrat Adrian Borgula will inhaltlich zur Studie noch nichts sagen: «Wir wollten Fakten liefern für die laufende Diskussion zur Parkierung.» Der Stadtrat werde die Empfehlungen der Studie prüfen und dem Parlament 2018 einen Bericht unterbreiten.

Kritisch äussert sich André Bachmann, Präsident der City-Vereinigung: «Seit Jahren fordern Detailhandel und Gewerbe mehr Kapazitäten für die Kundschaft und den Wirtschaftsverkehr. Nun bereits die Aufhebung von weiteren oberirdischen Parkplätzen zu fordern, ist der falsche Ansatz.» Bachmann betont: «Beim heutigen Stand betrachten wir die Handlungsempfehlungen zur Weiterbearbeitung als Denkanstösse und werden uns selbstverständlich in einer kritischen Auseinandersetzung für tragbare, nachhaltige und konkurrenzfähige Lösungen einsetzen.»

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