Parlament will «Chindsgi» und «Kindergarten»

In den Luzerner Kindergärten sollen Mundart und Hochdeutsch gleichwertig gefördert werden, damit die Kleinen ausreichend auf die Volksschule vorbereitet werden. Damit folgt das Parlament der Empfehlung der Regierung.

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In Luzerner Kindergärten soll Mundart und Hochdeutsch gesprochen werden. (Bild: Roger Grütter/Neue LZ)

In Luzerner Kindergärten soll Mundart und Hochdeutsch gesprochen werden. (Bild: Roger Grütter/Neue LZ)

Das Parlament empfiehlt den Stimmberechtigten, die Volksinitiative «für Mundart im Kindergarten» der SVP abzulehnen. Das Begehren verlangt, dass die Unterrichtssprache im Kindergarten grundsätzlich die Mundart sei.

Der Kantonsrat unterstützte aber den Gegenvorschlag der Regierung. Dieser sieht in einem neuen Gesetzesartikel eine gleichwertige Förderung der mundartlichen und der hochdeutschen Sprache vor.

Seit einigen Jahren gilt im Kanton Luzern die Regel, dass die Kinder zum Hochdeutschen angeregt und im Hochdeutschen gefördert werden. Die Kinder dürfen auch in hochdeutschen Unterrichtsteilen Mundart reden; wichtig ist das Verstehen der Hochsprache. Über das ganze Schuljahr gesehen sollen etwa zwei Drittel des Unterricht hochdeutsch gehalten werden.

Mehrheit will flexible Lösung

Sepp Furrer (CVP, Malters) sagte, der Gegenvorschlag lasse eine flexible Lösung zu. Zudem relativierte er die Bedeutung der Mundartfrage. Es sei zwar ein emotionales Thema, bildungspolitisch aber nicht so wichtig, sagte er.

Angela Pfäffli (FDP, Grosswangen) bekräftigte die Bedeutung der Mundartförderung. Die Initiative sei aber ein Quasi-Verbot des Hochdeutschen. Sie forderte einen unverkrampften Umgang mit den beiden Sprachen.

Jacqueline Mennel (SP, Hochdorf) wies darauf hin, dass auch das Hochdeutsche Teil der Schweizer Kultur sei. Monique Frei (Grüne, Emmen) sagte, die Mundart sei im Trend. Es sei keinesfalls so, das Mundart verdrängt werde.

Für die Initiative sprach sich einzig die SVP aus. Willi Knecht (SVP, Menznau) sagte, die Mundart sei gut für die Integration und sei den Kindern emotional näher. Mit Mundart-Märchen und -Versli könne Schweizer Kultur vermittelt werden. Marcel Zimmermann (SVP, Horw) sagte, der Gegenvorschlag lasse zu viele Freiheiten.

Einen eigenen Weg wählte die GLP. Sie lehnte Initiative und Gegenvorschlag ab. Die gehandhabte Praxis habe sich bewährt, erklärte Markus Baumann (GLP, Luzern). Eine exakte Regelung sei nicht nötig. (sda)