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Partnersuche in Luzern: Diese drei Online-Plattformen führen Sie zum Ziel – oder auch nicht

Wer sich von Luzern aus auf die Partnersuche in der digitalen Welt machen will, hat viele Möglichkeiten. Drei der Beliebtesten führen jedoch nur jene zum Ziel, die viel Geduld mitbringen – oder Geld.
Lucien Rahm

Wer am Valentinstag nichts zu feiern hat, dem fehlt womöglich der passende Partner. Wer einen solchen finden will, dem bietet das Internet mittlerweile eine unüberschaubare Anzahl an Möglichkeiten, dies zumindest zu versuchen. Möchte man von Luzern aus das Wagnis Onlinedating eingehen, bieten sich aufgrund ihrer Nutzerzahlen unter anderem folgende zwei Optionen an, die je nach Bedürfnissen ihre spezifischen Vor- und Nachteilen aufweisen.

Tinder

(Bild: Sascha Steinbach/EPA/Keystone)

(Bild: Sascha Steinbach/EPA/Keystone)

Als eine der mittlerweile am stärksten verbreiteten – insbesondere unter jüngeren Leuten – Apps gilt jene, die als Namen den englischen Begriff für Zunder trägt: Tinder. Um diesen kurzfristig zu entfachen, werde unter Umständen gar nicht mal so viel Geduld benötigt, wie gewisse Nutzer berichten. Bereits beim ersten Treffen könne es «zur Sache gehen». Wer hingegen nach einem längerfristig lodernden Feuer Ausschau hält, scheint mehr Geduld mitbringen zu müssen.

Dies, obwohl das Verkupplungsprinzip denkbar simpel ist: Per Knopfdruck oder Wischbewegung entscheidet man, ob einem das Profil einer sich ebenfalls auf Tinder anbietenden Person zusagt oder nicht.

Tindern in Luzern als Mann

Wer dabei als Mann seinen Pool an potenziellen Bekanntschaften auf den Raum Luzern beschränkt, stellt unter Umständen bald fest, dass die regionale Auswahl nicht sonderlich umfassend ist. Geschmälert wird sie vorneweg durch den Umstand, dass sich nur Personen anschreiben lassen, welche sich zuvor ebenfalls entschieden haben, einen gut zu finden.

Hierbei dürfte entscheidend sein, welche Attraktivität man auf den eigenen Bildern versprüht. Wer sich fairerweise für eine weitgehend ehrliche Präsentation entscheidet, die dem Gegenüber allzu grosse Überraschungen bei einem allfälligen physischen Treffen ersparen soll, muss eventuell gewisse Einbussen bei der Anzahl «Likes» hinnehmen. Ein Weg, zu welchem sich leider nicht alle Tinder-Nutzerinnen durchringen können, wie ein einjähriger Selbsttest gezeigt hat. Für die Erfolgsquote der begangenen Dates eine nicht gerade förderliche Voraussetzung.

Es bis zu einem Treffen zu bringen, kann bereits einiges der eingangs erwähnten Geduld erfordern. Denn die vorgelagerten Chats verlaufen immer wieder auch im Leeren, bevor ein Date überhaupt vorgeschlagen werden kann. Möglicherweise waren die im Rahmen des Selbsttests versandten Nachrichten aber auch einfach zu wenig oder – möglicherweise – zu originell, um beim Gegenüber das Interesse aufrecht zu erhalten.

Die Erfolgsquote wird zudem durch den Umstand reduziert, dass die Anzahl Nebenbuhler hoch sein dürfte. Die Chance, dass ein Konkurrent bei einer Tinder-Nutzerin noch mehr Begeisterung auszulösen vermag, als man selbst, ist entsprechend gross. Nichtsdestotrotz: Unter dem Strich liessen sich in rund einem Jahr Tindern sieben Damen aus der Stadt Luzern, Horw und Küssnacht treffen. Eine ernsthafte Beziehung ist allerdings aus keiner der Bekanntschaften entstanden.

Wer als (Stadt-)Luzerner seine Chancen erhöhen möchte und Reisekosten sowie -zeit nicht scheut, dem sei empfohlen, seinen Datinghorizont bis nach Zürich zu erweitern. In der bevölkerungsreichsten Stadt der Schweiz ist das Angebot partnersuchender Frauen um ein vielfaches höher als im Raum Luzern, hat man den Eindruck. Mit etwas Verhandlungsgeschick lässt sich zudem erreichen, dass man sich fürs erste Date in der Mitte trifft. Der Weg führt dann beispielsweise lediglich nach Zug, an dessen Seepromenade im Sommer keine ungeeignete Stimmung fürs Ersttreffen vorzufinden ist.

Tindern in Luzern als Frau

Diametral anders präsentiert sich die Situation als Nutzerin von Tinder. Nicht nur stehen den Frauen fast doppelt so viele Männer gegenüber. Die Herren dürften auf ihrer Suche – je nach Dating-Motiv – auch weniger wählerisch sein als die Damen. Der Tinder-Nutzerin stünden somit mehr Möglichkeiten zur Verfügung, als sie wahrnehmen könne – und dies bereits im Raum Luzern, wie eine hier wohnhafte Frau Ende 20 berichtet. Während bei vielen Männern die so genannte Match-Quote (Match: Englisch für Übereinstimmung) im tiefen zwei- bis gar einstelligen Bereich liegen dürfte, erhielt die Luzernerin bei jedem zweiten vergebenen Like einen Treffer. Auch wenn sie nur rund 10 Prozent der in Luzern und Umgebung befindlichen Männer attraktiv fand, sei es immer noch zu derart vielen Matches gekommen, dass sie nur mit einem von fünf wirklich eine Unterhaltung habe führen können.

In den zwei Jahren, in denen sie die App jeweils phasenweise genutzt hat, habe sie rund ein halbes Dutzend Männer getroffen, der Grossteil aus Luzern stammend. Da sie gerade eine Beziehung hinter sich hatte, stand eine weitere vorerst nicht im Vordergrund – eher das Vergnügen.

Bei vielen weiblichen Tinder-Nutzern steht jedoch die Suche nach etwas Ernsthaftem im Vordergrund. Diesen Schluss lässt auf jeden Fall der immer wieder zu beobachtende «No ONS»-Hinweis (keine One-Night-Stands) in ihren Profilen zu. Steigt man mit dieser Motivation in den Ring, kann abermals Geduld gefragt sein. Eine Luzernerin Anfang 30 berichtet von unzähligen Dates mit sich meist als unpassend herausstellenden Kandidaten, die sich über sich ergehen lassen musste, bis sie endlich einen beziehungstauglichen Mann gefunden habe.

Den Charakter und das Auftreten einer Person nur anhand eines Chat-Verlaufs und einiger Bilder einschätzen zu können, scheint beiden Geschlechtern schlecht zu gelingen. Immer wieder kommt es hierbei zu Überraschungen – meist negativen, gelegentlich auch positiven. Ein Tinder-Vielnutzer rät deshalb, sich möglichst rasch in der realen Welt zu treffen, um keine allzu falschen Erwartungen aufzubauen.

Lovoo

(Bild: Sascha Steinbach/EPA/Keystone)

(Bild: Sascha Steinbach/EPA/Keystone)

Als Alternative zu Tinder kann das deutsche Pendant Lovoo in Frage kommen. Auch hier kommt das Prinzip zur Anwendung, dass sich grundsätzlich schreiben kann, wer sich gegenseitig liket.

Anders als auf der Zunder-App schafft die deutsche Version Anreize dafür, persönliche Daten wie Körpergrösse, Figur, Vorhandensein von Kindern, Rauchgewohnheiten und Wohnsituation preiszugeben. Ersichtlich ist zudem immer der konkrete Wohnort, wohingegen Tinder nur die Entfernung der Personen anzeigt. So weiss man auf Anhieb Bescheid, dass man früher oder später einen Ausflug nach Weggis, Ruswil, Giswil oder Flüelen in Kauf nehmen müsste, wie der Selbsttest von Luzern aus ersichtlich gemacht hat.

Eine zusätzliche Funktion gegenüber Tinder bietet Lovoo zudem mit dem Anzeigen der Teilnehmer, die sich das Profil von einem angeschaut haben. Die Information scheint auf den ersten Blick spannend, stellt sich jedoch als wenig nützlich heraus. Zu den meisten Profilbesuchen kommt es nämlich, nachdem man einer Person bereits ein «Like» verliehen und so ihr Interesse geweckt hat. Muss man dann feststellen, dass die gelikete Person einen selber zwar zu Gemüte geführt, nicht aber ebenfalls geliket hat, kann dies ernüchternd sein. In der Bezahlversion lässt sich auch erkennen, um wen es sich dabei genau handelt. Die Ablehnung bekommt ein Gesicht. Wer mit digitalen Körben jedoch umzugehen weiss, ist mit Lovoo gut bedient.

Parship

(Bild: Marcus Brandt/dapd/Keystone)

(Bild: Marcus Brandt/dapd/Keystone)

Wer es wirklich ernst meint und nach einer längerfristigen Partnerschaft sucht, hat vielleicht mehr Erfolg, wenn er sich ausschliesslich unter Gleichgesinnten bewegt. Diese Möglichkeiten bieten diverse Dating-Webseiten. Die wohl bekannteste davon nennt sich Parship. Eine halbe Million Nutzer soll sie in der Schweiz zählen, der Grossteil davon 25 bis 55 Jahre alt.

Mindestens einer davon wohnt im Wahlkreis Sursee. Der seit zweieinhalb Jahren getrennt lebende Mann Mitte 50 ist seit elf Monaten auf Parship aktiv. Mit den gemachten Erfahrungen zeigt er sich sehr zufrieden. Zwar musste er für dieses Angebot ordentlich in die Geldbörse greifen: Für die einjährige Mitgliedschaft hat der Mann rund 560 Franken bezahlt. Dafür habe er jedoch bislang etwa acht Frauen aus der Zentralschweiz treffen dürfen, die alle «wirklich sehr interessant» gewesen seien und ihn hinsichtlich Auftreten und Niveau überzeugt hätten.

Nachdem man einen umfassenden Persönlichkeitstest absolviert hat, schlägt einem die Plattform die zu einem passendsten Nutzer vor, die sich nach Belieben regional eingrenzen lassen. Diese Leute weisen dann die gleichen Hobbys wie man selbst oder andere übereinstimmende Eigenschaften auf. «Das fand ich auch sehr verlässlich», so der Mann.

Tatsächlich habe er auch bei zwei der getroffenen Frauen den «Wow-Effekt» verspürt. Mit diesen ging er jeweils mehrmonatige Beziehungen ein, bis ihnen vorgelagerte Episoden ihres Liebeslebens in die Quere gekommen seien.

Seit Januar stehe er nun aber wiederum mit einer Frau in Kontakt, die ihn vollends überzeuge. Dieser Tage trifft er sich mit ihr zum zweiten Mal. Für ihn dürften es noch viele Treffen mehr sein, sie sei momentan noch etwas zurückhaltender. «Ich bin aber vorsichtig positiv gestimmt, dass es gut kommt.»

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