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Party-Messerstecher von Buchrain war unzurechnungsfähig

An einer «Day-Dance-Party» in Buchrain hat ein Gast im Sommer 2016 vier Personen zum Teil schwer verletzt. Das Luzerner Kriminalgericht hat ihn zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil Berufung angemeldet.

(sda/rgr) Mit einem Messer hat ein junger Mann im August 2016 vier Gäste an einer Freiluft-Veranstaltung in Buchrain verletzt. Der Vorfall ereignete sich an der «Day-Dance-Party» kurz nach 22 Uhr. Rund 200 Personen feierten damals an der Reuss, als gegen Ende des Anlasses ein heute 24-jähriger Türke aus der Region Luzern auf mehrere Personen losging. Er verletzte dabei zwei Männer und zwei Frauen zum Teil schwer. Zwei seiner Opfer fügte er mit der Tatwaffe Stich- und Schnittwunden im Halsbereich zu.

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte den Mann nun wegen mehrfacher versuchter Tötung in drei Fällen und einfacher Körperverletzung in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung von 830 Tagen Freiheitsentzug, die er bereits abgesessen hat – davon 277 Tage Untersuchungshaft, 410 Tage vorzeitiger stationärer Massnahmevollzug und 143 Tage vorzeitiger Strafvollzug. Allerdings habe er die Tat in selbst verschuldeter Unzurechnungsfähigkeit begangen, wie im Urteilsdispositiv festgehalten ist. In diesem Fall beträgt die Höchststrafe laut Gesetz drei Jahre Gefängnis.

Genugtuung bis zu 12'000 Franken

Der Beschuldigte machte nämlich geltend, die Tat im Drogenrausch und unter damit hervorgerufenen Wahnvorstellungen begangen zu haben. Das sahen auch die Richter so. Sie ordneten eine ambulante Suchtbehandlung an, zumal der Mann auch mehrfach gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen hatte.

Sein Aussetzer kommt den Mann teuer zu stehen. Er muss jedem seiner Opfer eine Genugtuung zwischen 4000 und 12 000 Franken bezahlen. Die Gesamtsumme beträgt insgesamt 30 000 Franken. Ausserdem werden ihm über 40 000 Franken Verfahrenskosten auferlegt.

Der Tat an diesem Sommerabend war ein Streit vorausgegangen. Nach dem Vorfall flüchtete der Beschuldigte zu Fuss. Er tauchte zuerst unter, stellte sich jedoch rund eine Woche später der Luzerner Polizei, die ihn daraufhin festnahm. Die «Day-Dance-Party» in Buchrain ist seither nicht mehr durchgeführt worden. «Die Partyveranstalter haben in den Jahren 2017 und 2018 keine Bewilligungen mehr beantragt», sagt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei.

Staatsanwaltschaft hat sechs Jahre beantragt

Die Staatsanwaltschaft Luzern hatte für den jungen Mann eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren beantragt. Gegen das Urteil hat sie Berufung angemeldet. «Die Staatsanwaltschaft wird das schriftlich begründete Urteil analysieren und anschliessend entscheiden, ob an der Berufung festgehalten wird», teilt der Kommunikationsverantwortliche Simon Kopp auf Anfrage unserer Zeitung mit.

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