Party nur noch gegen Kontakt – so gehen Luzerner Clubs mit den Massnahmen um

Amtlicher Ausweis zur Registration, ein Teil der Telefonnummern müssen kontrolliert werden: Einige Luzerner Clubs begrüssen das neue Verfahren, andere bezeichnen es als «Herausforderung».

Salome Erni
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Jugendliche feiern in einem Nachtclub.

Jugendliche feiern in einem Nachtclub.

Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott

Der Regierungsrat will eine zweite Infektionswelle verhindern. Ab Samstag gilt deshalb in allen Clubs und Bars mit Tanzmöglichkeit im Kanton Luzern die Ausweispflicht. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Contact-Tracing. Deshalb müssen Clubs die Kontaktdaten der Besucher mittels Stichproben überprüfen.

Wir haben bei folgenden Luzerner Clubs nachgefragt, was die neuen Massnahmen für sie bedeuten.

Rok Klub

Die ID-Pflicht bereitet dem Rok Klub kein Kopfzerbrechen. Eine solche habe wegen der Alterskontrolle vorher sowieso schon existiert. Um die benötigten Personendaten zu erfassen, kreierte der Club in Zusammenarbeit mit einer Sicherheitsfirma und einem Softwareentwickler ein eigenes System, welches bereits in Kraft ist. Die Gäste können ihre Kontaktdaten unter swissnite.ch eingegeben. Dadurch wird ein QR-Code generiert, mit dem die Gäste beim Einlass ins Rok durch den Sicherheitsmitarbeiter kontrolliert werden. Daraufhin erhält die Person eine SMS, welche vorgezeigt werden muss. Mit der Aufzeichnung von Ankunft und Abgang ist es dem Club möglich, die Zeitfenster der Gäste genau zu eruieren.

Eine Person lässt sich via Swiss Pass Night registrieren.

Eine Person lässt sich via Swiss Pass Night registrieren.

Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott

Piero Achermann, Mitinhaber des Rok Klubs, steht hinter dem Beschluss des Regierungsrats und ist überzeugt: «Das System ist effizient und ganz einfach für die Benutzer und Benutzerinnen.» Dafür sei aber mehr Personal nötig und es muss mit leicht verlängerten Wartezeiten gerechnet werden. Trotzdem kann er das für seinen Club entwickelte System weiterempfehlen.

Vegas Club

Ein ähnliches QR-Code Konzept wie der Rok Klub plant auch der Vegas Club, obwohl er zurzeit noch geschlossen ist und erst am 25. Juli wieder öffnet. Vegas-Inhaber Philipp Waldis betont, man wolle die Sicherheitsstandards auf einem hohen Niveau anbieten und öffne das Vegas nach der durch Corona bedingten Schliessung noch nicht. Lange sei die Lage unsicher gewesen und die Planungsphase brauche noch etwas Zeit.

«Das Bedürfnis zum Feiern ist da. Werden sämtliche Lokale geschlossen, verschiebt sich das Nachtleben in den illegalen Bereich und dort entzieht es sich jeglicher Kontrolle und das Contact-Tracing wird verunmöglicht», ist sich Waldis sicher. Der Inhaber des Vegas Clubs befürwortet, dass Betriebe, die ihre Pflicht zur Erfassung nicht wahrnehmen, gebüsst werden. «Sie sollen nicht nur ein Wochenende schliessen müssen, sondern so, dass es weh tut.» Das Vertrauen, dass der Branche geschenkt wird, dürfe man nicht leichtfertig verschenken.

Sedel

Boris Rossi, der Sedelwirt, kündigt ebenfalls an, die Lage zu beobachten und bei einer Gefährdung für Personal oder Publikum den Club zu schliessen. Die ID-Pflicht hätte laut Rossi bereits früher eingeführt werden sollen. An die Eigenverantwortung der Gäste zu appellieren habe nicht funktioniert, man sei in dieser Hinsicht zu naiv gewesen.

Schüür

Wer in diesen Tagen der Schüür einen falschen Kontakt angibt, riskiert ein Hausverbot. Marco Liembd, Geschäftsführer der Schüür, sagt dazu: «Der Deal ist einfach und schlicht fair: Konzert gegen Kontakt.» Von den verordneten Massnahmen ist er überzeugt, obwohl das ständige Anpassen und Umsetzen des Konzepts Zeit und Geld koste.

Eine Schliessung ist keine Option: «Wir empfinden es als unsere Aufgabe, Konzerte in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen, so lange die Behörden dies bewilligen.»

Princesse

Für das «Princesse» ist ein Betrieb unter den aktuell geforderten Bedingungen nicht möglich, erklärt der Mitinhaber Milos Kant. Der Club plante seit längerem die Wiedereröffnung an diesem Wochenende, doch musste diese jetzt kurzfristig absagen, da man auf die nun angekündigten Massnahmen nicht vorbereitet ist.

Die nötigen Kontrollen kann das «Princesse» momentan nicht gewährleisten. So fehle es an personeller Kapazität und Kant befürchtet, der Vorgang würde zu langen Wartezeiten und somit einer Infektionsgefahr führen. Bis ein geeignetes Konzept erarbeitet sei, könne es «ein, zwei oder auch drei Wochen» dauern.

Roadhouse

Das Roadhouse verweigert eine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung, gibt aber bekannt, dass es sich an die Auflagen halten werde.

Treibhaus

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