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Passionsspiel in Luzern: Hier wird Jesus zum Superstar

Kinder und Jugendliche spielen und singen in der Peterskapelle das Passionsspiel. Das Stück «Judas» zeigt Parallelen zur heutigen Zeit. So muss Jesus zum Gruppenselfie antraben und der Hohe Rat trägt Sonnenbrille.
Yvonne Imbach
Jesus (Gian Albisser, links) erkennt, dass Judas (Silvan Ineichen) ihm die Freundschaft kündigt. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. April 2019))

Jesus (Gian Albisser, links) erkennt, dass Judas (Silvan Ineichen) ihm die Freundschaft kündigt. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. April 2019))

Besonders kurz vor Ostern wird an die Leidensgeschichte Jesu gedacht. Passionsspiele zeigen die letzten Tage des Erlösers. Seit fünf Jahren lädt der Kinder- und Jugendchor St. Anton/St. Michael in der Stadt Luzern zum eigens für ihn konzipierten Passionsspiel. Der Chor hat eine eigene Theatergruppe, dessen Mitglieder in die Rollen von Jesus, Judas, Maria Magdalena und der Jünger schlüpfen. Begleitet wird das Spiel von Chormitgliedern und einer Band, die sich aus Profimusikern zusammensetzt.

Hinter dem Projekt stehen Walti Mathis und Thomas Walpen. Während Theaterpädagoge Walti Mathis für das Konzept und die Regie verantwortlich ist, hat Thomas Walpen die Musik arrangiert und ist musikalischer Leiter. Die Mischung zwischen Theaterszenen, Liedern, die alleine, zu zweit oder im Chor gesungen werden, und die mitreissende Musik begeistert.

Sprache macht Inhalt zugänglich

Die Songs sind aus «Jesus Christ Superstar» und werden von den jungen Akteuren sogar in Englisch vorgetragen. Das Spiel hingegen ist in Mundart verfasst, die moderne Jugendsprache macht den Inhalt zugänglich. Es ist berührend, mit welchem Nachdruck die jungen Menschen ihre Interpretierung der Passionsgeschichte darstellen.

Walti Mathis hatte bei einer der letzten Proben Anfang Woche nicht mehr viel zu korrigieren: Die Spieler im Alter von 10 bis 16 Jahren kennen ihre Einsätze, wissen, wie sie sich im Kirchenraum und auf dem Balkon bewegen müssen, und sind textsicher. «Es war mir wichtig, ein Stück zu inszenieren, das nicht an ein Kinder-Krippenspiel erinnert», erklärte Walti Mathis. «Deshalb wählte ich Kleider und Sprache aus der heutigen Zeit. Die Figuren sollen kindgerecht wirken und einen aktuellen Bezug schaffen.» Dies zeigt sich darin, dass Jesus von den Jüngern verehrt wird, wie es Fans mit ihrem Star machen. Eine Demonstration mit Plakaten und der lautstarken Forderung «Use met de Römer» ziehen den Zuschauer sofort in die Geschichte hinein. Die Jünger bitten Jesus (Gian Albisser) zum Gruppenselfie, der Hohe Rat trägt Sonnenbrille und Aktenkoffer. Walti Mathis ergänzt: «Wir erzählen die Geschichte so, damit die Zuschauer nachvollziehen können, wie es wäre, wenn ihr Star verfolgt und verhaftet würde.»

Die Rolle des «Judas» spielt Silvan Ineichen (16). Der Kantonsschüler singt seit neun Jahren im Kinder- und Jugendchor St. Anton/St. Michael mit. Was fasziniert ihn an seiner Rolle? «Jugendliche haben heute nicht mehr so den Bezug zur Passionsgeschichte. Durch unser Spiel wollen wir verständlich machen, wer Judas war, wie er dachte und handelte.» Die Rolle habe ihn sehr gereizt, weil er sich mit Judas auseinandersetzen musste und sich aktiv eine eigene Meinung über ihn bilden konnte.

Silvan Ineichen gelingt das Eintauchen in die Figur sehr gut. Ergreifend spielt er etwa den Teil, als Judas seinen besten Freund Jesus für 30 Silberlinge verrät.

Aufführungen: Heute, 13. April, um 16.30 und 18.30 Uhr. Peterskapelle Luzern. Eintritt frei, Kollekte.

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