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«Pastarazzi» eröffnet eine Beiz in der Luzerner Himmelrich-Überbauung

In wenigen Monaten werden die Wohnungen in der Genossenschaftssiedlung Himmelrich in der Luzerner Neustadt bezogen. Deren Bewohner haben künftig die Wahl zwischen zwei Restaurants – und selbst für laute Partys müssen sie ihre Siedlung nicht verlassen.
Stefan Dähler

Noch ragen im Himmelrich in der Luzerner Neustadt Kräne in den Himmel. Doch rund zweieinhalb Jahre nach dem Baustart zeichnet sich langsam aber sicher ab, dass auf der aktuell grössten Baustelle in der Stadt Luzern schon bald Leben einkehrt. Auf einem Baustellenrundgang gab Benno Zgraggen, Leiter Kommunikation der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL), am Freitag die neusten Informationen zum Vermietungsstand bekannt: So werden die Betreiber des Obwaldner Gastro-Unternehmens Pastarazzi im Himmelrich ein Lokal mieten. Hier sehen Sie dieses im Rohbau:

Bilder: Philipp Schmidli (Luzern, 1. März 2019)

Bilder: Philipp Schmidli (Luzern, 1. März 2019)

«Geplant ist eine Mischung zwischen Take-away, Restaurant und Bar», so Zgraggen. Der Betrieb wird «Petrus» heissen. Pastarazzi steht für italienische Küche und betreibt bereits Lokale in Sarnen, Stans und am Hirschengraben in Luzern. Hinter der Firma stehen die Obwaldner Köche Markus Hurschler und Benito Omlin.

Ziel der ABL ist, dass man innerhalb der Siedlung zahlreiche Bedürfnisse des alltäglichen Lebens stillen kann. So werden unter anderem auch ein Denner, ein Optiker, das orientalische Restaurant Majorelle, eine Glasperlen-Manufaktur sowie ein Design-Laden dort eröffnen (wir berichteten). Zwei weitere Lokale sind schon reserviert, für zwei sind Bewerbungen vorhanden, eines ist noch ganz frei.

120 von 179 Wohnungen sind vergeben

Der Bezug erfolgt gestaffelt von Juni bis September, am 7. September ist das Eröffnungsfest geplant. Von den 179 neuen Wohnungen sind 120 bereits vergeben. Eine davon, natürlich noch nicht im Endzustand, sehen Sie hier:

Ebenfalls gestaffelt erfolgt die Ausschreibung, weil es schwierig sei, so viele Wohnungen auf einmal zu vermieten. Bisher konnten sich nur ABL-Genossenschafter bewerben, in der letzten Etappe seien dann auch Nicht-Mitglieder zugelassen. Diese müssen dann aber Anteilsscheine kaufen, wenn sie eine Wohnung definitiv mieten wollen.

Derzeit sind vor allem noch 4½-Zimmer-Wohnungen zu haben, diese machen auch den Hauptanteil im Wohnungsmix aus. Mit der Nachfrage sei man zufrieden, so Zgraggen. Die Preise betragen ohne Nebenkosten für eine 2½-Zimmer-Wohnung zwischen 1350 und 1950 Franken netto, für eine 4½-Zimmer-Wohnung 2150 bis 3100 Franken. Das ist für ABL-Verhältnisse eher viel. Zgraggen sagt:

«Neu bauen kostet viel, im Vergleich zu anderen Neubauten sind die Mieten aber immer noch eher tief.»

Man achte zudem darauf, möglichst langlebige Materialien zu verwenden. So dauere es länger, bis eine erneute Sanierung nötig ist. Hier ein Einblick in eine Wohnung, in der gerade der Parkett verlegt wird:

Hinzu komme, dass den Mietern einiges geboten werde. Die Wohnungen sind mit 2,65 Metern hoch und flächenmässig gross konzipiert, jene mit 4½-Zimmern messen alle über 100 Quadratmeter. Weiter können sie Gemeinschaftsflächen und -räume nutzen. Es gibt einen Innenhof mit Kinderspielplatz, einen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss sowie einen Partykeller, falls ein Anlass mal etwas länger dauern sollte. Weiter können die Mieter eine grosse, rollstuhlgängige Dachterrasse mit Blick auf die umliegenden Berge (sofern das Wetter stimmt) nutzen:

Und hier noch ein Foto aus dem Innenhof mit ABL-Kommunikationsleiter Benno Zgraggen:

Die Überbauung wird im 2000-Watt-Standard erstellt. Eine neue Energiezentrale heizt mit Grundwasser, auf dem Dach gibt es Solarzellen. Die Zahl der Parkplätze ist mit rund 100 stark beschränkt, für weniger als die Hälfte der Wohnungen steht einer zur Verfügung. Dies auch aufgrund der Erfahrungen der aus der Siedlung Tribschenstadt, wo die ABL zu viele Parkplätze realisiert hat, die nun teilweise leer stehen oder fremd vermietet werden (wir berichteten).

ABL investiert 170 Millionen Franken

Mit dem Eröffnungsfest im September ist die Arbeit an der Siedlung Himmelrich 3 – so der offizielle Name – übrigens noch nicht getan. Bis 2021 wird diese total 250 Wohnungen umfassen, die ABL investiert dafür total 171 Millionen Franken. Nach dem Bezug der ersten 179 Wohnungen erfolgt gleich der Start zur zweiten Bauetappe.

Zwischennutzung vor zweiter Bauetappe

Gleich nach dem Abschluss der ersten Etappe der Himmelrich-3-Überbauung erfolgt im September der Start zur zweiten Etappe. Die in den 1930er-Jahren erbaute Häuserreihe an der Claridenstrasse wird zurückgebaut, auch eine Asbest-Sanierung ist nötig. Bis 2021 entsteht ein Neubau mit rund 70 Wohnungen, Ladenlokalen und einem städtischen Kindergarten.

In den Tagen vor dem Abbruch soll das Gebäude zwischengenutzt werden. «Ein Workshop mit Interessenten hat bereits stattgefunden», sagt Benno Zgraggen, Leiter Kommunikation bei der Bauherrin, der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL). Das Ziel sei, eine Betriebsgruppe zu gründen, die sich selbst verwaltet. Bei dieser kann sich melden, wer einen Raum mieten will. «Wir sind offen für Ideen aller Art.» Denkbar seien beispielsweise künstlerische Projekte oder Kurse. Bereits vor der ersten Himmelrich-Bauetappe startete die ABL ein Zwischennutzungsprojekt. Das «Zwischenrich» im September 2015 wurde zu einem grossen Erfolg, rund 200 Kunstschaffende nahmen teil. Das diesjährige Projekt werde kleiner sein, so Zgraggen.

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