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PAUL RICHLI: Medikamentenversuche in der Klinik St. Urban: Kanton Luzern lässt Vorfälle untersuchen

Der Kanton Luzern reagiert auf den Druck der öffentlichen Meinung: Das Gesundheits- und Sozialdepartement hat den ehemaligen Rektor der Universität Luzern, Professor Paul Richli, damit beauftragt, die umstrittenen Medikamentenstudien in der Klinik St. Urban zwischen den 1950er und den 1980er Jahren zu untersuchen. Luzern ist spät dran damit.
Das alte Gebäude der psychiatrischen Klinik St. Urban. 2004 wurde es abgerissen. (Bild: PD)

Das alte Gebäude der psychiatrischen Klinik St. Urban. 2004 wurde es abgerissen. (Bild: PD)

«Im Vordergrund stehen Abklärungen zu den rechtlichen Grundlagen im besagten Zeitraum sowie die Prüfung einzelner Patientendossiers», schreibt Hanspeter Vogler, Leiter des Fachbereichs Gesundheitswesens beim Kanton Luzern in einer Mitteilung.

Die Berichterstattung der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» im November 2017 (wir berichteten)veranlasse das Gesundheits- und Sozialdepartement die rechtlichen Grundlagen für die Medikamentenversuche überprüfen zu lassen. Damals berichtete SRF über die Medikamentenversuche in der Klinik St. Urban zwischen 1950 und 1980.

Die Patientendossiers der Klinik St. Urban sind im Staatsarchiv des Kantons Luzern archiviert und werden für eine stichprobenweise Prüfung herangezogen.

Medikamentenversuche auch in anderen Kantonen

Den Auftrag für die Klärung der rechtlichen Grundlagen und die Prüfung einzelner Patientendossiers hat der Kanton an den emeritierten Professor Paul Richli, ehemaliger Lehrbeauftragter für Öffentliches Recht, Agrarrecht und Rechtsetzungslehre, erteilt. Er war Gründungsdekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Luzern (2000–2005), Prorektor und Strategiebeauftragter der Universität Luzern (2002–2006) sowie deren Rektor (2010 bis 2016).

Für die Aufarbeitung des geschichtlichen Kontextes haben verschiedene Kantone (Basel, Bern, Thurgau) bereits Forschungsaufträge erteilt. Thurgau wird voraussichtlich im Sommer 2019 die Ergebnisse veröffentlichen. «Der Kanton Luzern wird die Ergebnisse aus dem Kanton Thurgau abwarten und zurzeit keine eigenständige Forschung der Zeitgeschichte in Auftrag geben», schreibt Vogler weiter. Das Ergebnis der Untersuchung Paul Richlis wird Ende 2018 erwartet.

pd/mbe

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