PAUSCHALBESTEUERUNG: Schwere Vorwürfe an Nidwaldens Adresse

«Nidwalden trickst bei der Pauschalsteuer für Reiche»: Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Tageszeitung nach der Analyse «umfangreicher Aktenbestände».

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Hugo Kayser, Finanzdirektor von Nidwalden. (Bild Geri Wyss/Neue NZ)

Hugo Kayser, Finanzdirektor von Nidwalden. (Bild Geri Wyss/Neue NZ)

Bei den Superreichen habe Nidwalden «beide Augen zugedrückt»: So titelt der «TagesAnzeiger» die Frontstory seiner Ausgabe vom (heutigen) Montag an. «Wärmstens empfohlen sei den Superreichen ohne roten Pass (neben Schwyz) auch der Umzug nach Nidwalden», wie es nicht ohne Ironie weiter im Artikel heisst.

Wie die Sichtung von Akten aus den Jahren 2000 bis 2006 zur Pauschalbesteuerung von Personen, die Ende der 90er-Jahre ihren Steuersitz aus Deutschland nach Nidwalden verlegt haben, ergeben habe, kämen in dreierlei Hinsicht Unregelmässigkeiten zum Vorschein:

  • Es scheine keine Rolle zu spielen, ob die Besteuerten tatsächlich ihren Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in Nidwalden haben.
  • Das Vermögen sei viel zu tief eingeschätzt worden
  • Es gebe Belege, wonach einige der Pauschalbesteuerten in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sind, was von Gesetzes wegen nicht zulässig ist.

Damit seien dem Fiskus Steuergelder in Millionenhöhe entgangen, wie es weiter heisst. Zu den drei aktuellen Fällen habe sich unter Berufung auf das Amtsgeheimnis weder der Finanzdirektor Hugo Kayser (CVP) noch der Leiter des kantonalen Steueramtes äussern wollen. Nur so viel: Es sei alles korrekt gelaufen.

In Nidwalden gab es gemäss Angaben der Konferenz der Kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren im Jahr 2008 194 Pauschalabkommen (1999: 37, 2006: 67). Daraus wurden Steuereinkünfte von 5,6 Millionen Franken generiert.

scd