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Per Internet Kita-Tage buchen

Kitas müssen sich immer mehr an die Arbeits- und Lebenssituationen der heutigen Eltern anpassen. In Kriens hat eine Kita darauf reagiert und ein neues Angebot lanciert. Dank diesem lassen sich die Betreuungstage flexibler reservieren.
Natalie Ehrenzweig
Die Auslastung von Kitas ist im Kanton Luzern je nach Region unterschiedlich (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 22. Mai 2018))

Die Auslastung von Kitas ist im Kanton Luzern je nach Region unterschiedlich (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 22. Mai 2018))

Flexibilität ist in der Arbeitswelt sehr gefragt und wird von Arbeitnehmern wie auch von Arbeitgebern immer mehr gefordert. Das spüren auch die Kitas, die sich um die Kinder der berufstätigen Eltern kümmern. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, hat die Kita Märlischloss in Kriens vor kurzem ein neues Angebot lanciert: Eltern können zwischen einem flexiblen und einem fixen Vertrag wählen.

«Eltern, die in der Gastronomie oder in der Pflege arbeiten, wissen oft erst einen Monat im Voraus, wann sie arbeiten und wann sie folglich ihre Kinder abgeben müssen. Mit dem Flex-Vertrag können sie zum Beispiel drei Tage in der Woche buchen, müssen diese aber erst einen Monat im Voraus bestimmen», erklärt Co-Geschäftsleiterin Miriame Koch. Das Besondere am Angebot ist, dass die gewünschten Tage in einem persönlichen Profil im Internet eingeben werden können. Dies erleichtert die Administration, in Zukunft ist zudem eine App geplant. «Im Profil der Eltern können alle für uns wichtigen Informationen hinterlegt werden», so Miriame Koch. Der persönliche Kontakt zu den Eltern sei der Kita jedoch nach wie vor sehr wichtig.

Kita will sich so von der Konkurrenz abheben

Auch sonst werde die Flexibilität von der Kita hochgehalten. Demnach können etwa durch Krankheit oder Ferien verlorene Tage innert drei Monaten kompensiert werden. Über das neue Internetprofil können Eltern ausserdem weitere Zusatztage buchen. Im Allgemeinen spüren die Betreiber der Märlischloss-Kita, dass die Erwartungen der Eltern an die Kita gegenüber früher höher sind. Der neue Flex-Vertrag mit dem Internetprofil sei denn auch ein Instrument, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Auch wird das freie Lernen durch freiwillige Themenwochen unterstützt. Diese werden in Module wie zum Beispiel Tiere im Wald eingeteilt. Am 20. August eröffnet die Märlischloss-Kita eine zweite Kita in Rothenburg, die das gleiche Konzept haben wird.

2017 gab es im Kanton Luzern laut einer kantonalen Erhebung 92 Kitas. 85 Prozent davon nahmen an der Umfrage teil. Gemäss dieser ist die Auslastung der Kitas je nach Wahlkreis unterschiedlich. Die höchste weist die Stadt Luzern mit 89 Prozent auf. Im Wahlkreis Hochdorf und Entlebuch liegt die Auslastung unter dem kantonalen Schnitt von 81 Prozent. Der Betreuungsbedarf wurde indes nicht erhoben.

«Manchmal schaffen es Eltern erst eine Woche im Voraus, ihre Tage anzugeben.»

Wie unsere Umfrage zeigt, spüren auch andere Kitas das Bedürfnis der Eltern nach mehr Flexibilität. «Das wird immer wichtiger und fordert auch Flexibilität von unseren Angestellten», betont Patrizia Gübeli von der Kita Stärnschnuppe in Kriens. Eltern können auch hier ihre Tage erst einen Monat im Voraus angeben. «Manchmal schaffen sie es erst eine Woche vorher. Diese Flexibilität können wir jederzeit und unkompliziert bieten – auch die Kompensation von Krankheitstagen», so Gübeli. Wie in der Märlischloss-Kita sind Themenwochen auch bei der Stärnschnuppe-Kita gefragt: «Doch langsam wandelt sich die Einstellung der Eltern. Sie sehen, wie wichtig auch das freie Spiel für Kinder ist und wie viel sie daraus lernen», sagt Gübeli.

Plätze müssen verfügbar gehalten werden

Fabian Haindl vom Kita-Netzwerk Small Foot bietet diese Flexibilität ebenfalls schon seit über fünf Jahren an. «Das Bedürfnis kennen wir schon lange, da wir mit Spitälern und Hotelorganisationen zusammenarbeiten. Ausserdem ist das eine gesellschaftliche Entwicklung. Das Angebot bedingt, dass wir nie bis zur Vollauslastung planen und gezielt Plätze verfügbar halten. Bedarf für eine zusätzliche Administration sehen wir jedoch nicht». Die Herausforderung beim Angebot sei, den Personaleinsatz jeweils sehr genau zu planen.

Auch im Konzept von Small Foot sind Themenblöcke vorgesehen. «Wir begleiten die Entwicklung des Kindes nach dem Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz. Zum Beispiel haben wir Jahresthemen, zu denen gebastelt, Geschichten erzählt und Exkursionen durchgeführt werden», so Fabian Haindl. «Grundsätzlich verlangen Eltern immer eine hohe Betreuungsqualität durch qualifiziertes Personal, was wir zu gewährleisten haben.»

Ernährung soll gesund und ausgewogen sein

Ein weiteres Thema, das die Eltern oft beschäftigt, ist die Ernährung. So sagt Patricia Gübeli von der Kita Stärnschnuppe: «Das Essen soll gesund und ausgewogen sein. Auf dieses Bedürfnis haben wir mit unserer eigenen Köchin bereits vor vielen Jahren reagiert. Sie bringt viel Abwechslung in den Speiseplan.» Ernährung ist auch bei Small Foot sehr wichtig. Laut Haindl werden die Kinder in die Zubereitung der Mahlzeiten mit einbezogen. Dadurch lernen sie, woher die Nahrungsmittel stammen und wie sie gesund zubereitet werden.

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