Per Mausklick zum Gratis-Comic im Weltall

Der Luzerner Melk Thalmann publiziert im Web: Ein Astronaut erwacht zu früh aus dem «Space Sleep». Soeben ist das neuste Kapitel erschienen.

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Screenshot aus dem sechsten Kapitel. (Bild: PD)

Screenshot aus dem sechsten Kapitel. (Bild: PD)

Um die unendlichen Weiten des Weltalls geht es im Comic «Space Sleep Syndrome» des Künstlers Melk Thalmann (45). Darin erwacht der Astronaut George tausend Jahre zu früh aus dem Kälteschlaf – und harrt nun auf dem Raumschiff Sirius allein der Dinge, die da kommen mögen. Wer Genre-Perlen wie Ridley Scotts «Alien» oder «Cargo» aus der Ebikoner Produktionsschmiede Atlantis Pictures kennt, ahnt natürlich bereits, dass George schon bald durchaus mehr Gesellschaft bekommen wird, als ihm lieb ist...

Comic gratis im Internet

Von Entwurfskizzen abgesehen, entstand das Thalmann-Comic komplett am Computer. Erfreulich für die Leser ist, dass der sehr ansprechend und atmosphärisch gestaltete Science-Fiction-Thriller gratis im Internet abgerufen werden kann, wo er in Tranchen veröffentlicht wird. Seit dem Mittwoch ist nun bereits das sechste Kapitel mit dem Titel «Section 5» online. «Auf seinem Horror-Trip in die Tiefen des unendlichen Cyberspace’ wird der Space-Cowboy vor eine Reihe weiterer Probleme gestellt», schreibt Thalmann auf seiner Comic-Site. Und Kapitel sieben mit dem Titel «Paranoid Behavoir ist bereits in Planung und soll Ende Juni veröffentlicht werden. Über 3200 Besucher haben seine Geschichte, die neben den herkömmlichen Panels auch animierte Filmsequenzen enthält, schon gelesen.

Wenig Aufwand im Web

Eine ähnliche Praxis wie Thalmann verfolgt auch der St. Galler Comiczeichner David Boller («Tell»). Thalmann sagt dazu: «Seit meiner letzten Publikation ‹Zwischenfall› vor sieben Jahren habe ich zahlreiche Projekte für die Schublade gezeichnet. Nach anfänglicher Begeisterung war ich oft von meiner Arbeit doch zu wenig überzeugt, um mich dafür auf die Suche nach einem Verlag zu machen oder die Comics selbst zu drucken.» Daher – und wegen des geringen finanziellen und organisatorischen Aufwandes – komme ihm eine Web-Publikation entgegen.

Nicht zum ersten Mal im Weltraum

«Space Sleep Syndrome» ist auf Englisch gehalten. «Mein Ziel ist, dass möglichst viele Leute meine Site besuchen und so auf meine Arbeit aufmerksam werden», erklärt Thalmann, der 2005 den Kunst-Anerkennungspreis der Stadt Luzern gewonnen hat. Ob es später eine zahlpflichtige Herausgabe auf Papier geben wird, lässt er noch offen. Mit dem Weltraum hat sich Thalmann übrigens bereits einmal beschäftigt: So gestaltete er 2007/08 das computeranimierte Showprogramm «Stella Nova» im Planetarium des Verkehrshauses Luzern mit, das nach wie vor vorgeführt wird.

scd/rem

Hinweis:
Den Comic auf englisch gibts auf www.spacesleepsyndrome.com zu lesen