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PERLEN: Bischof segnet Kirchenverkauf ab

Die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde Luzern will das Kirchenzentrum St. Joseph kaufen. Der Vertrag liegt bereit. Das Gotteshaus bleibt aber für alle offen.
Pfarrer Dragan Stanojevic von der serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde Luzern in der Kirche St. Joseph in Perlen. Er freut sich, dass hier mehr Platz ist für die bis zu 300 Gläubigen, die jeweils den Gottesdienst besuchen. (Bild Philipp Schmidli)

Pfarrer Dragan Stanojevic von der serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde Luzern in der Kirche St. Joseph in Perlen. Er freut sich, dass hier mehr Platz ist für die bis zu 300 Gläubigen, die jeweils den Gottesdienst besuchen. (Bild Philipp Schmidli)

Sandra Monika Ziegler

Die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde Luzern hält bereits seit 2006 in Buchrain ihre Gottesdienste. Bisher wurde ihr die alte Dorfkirche zur Verfügung gestellt. Nun will sie das Kirchenzentrum St. Joseph kaufen. Für Pfarrer Dragan Stanojevic von der serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde Luzern ist der Kauf ein absoluter Glücksfall: «In der Kirche St. Joseph haben wir mehr Platz als bisher.» Laut Stanojevic kommen jedes Mal zwischen 200 und 300 Gläubige zum Gottesdienst.

Katholiken brauchen weniger Platz

Während die Messen der serbisch-orthodoxen Kirche gut besetzt sind, lassen die Besucher bei den Katholiken nach. Peter Kaufmann, Kirchenratspräsident der katholischen Kirchgemeinde Buchrain Perlen: «Eine eingesetzte Projektgruppe hatte sich nach verschiedenen Abklärungen dafür ausgesprochen, dass das Kirchenzentrum Agatha in Buchrain für unsere Bedürfnisse ideal ist und wir deshalb für die Kirche St. Joseph eine Neunutzung in Betracht ziehen.» Das forderte die Zustimmung von Bischof Felix Gmür. Er unterstützte die Verkaufsabsichten. Kaufmann: «Für Bischof Felix Gmür ist die künftige Nutzung der Kirche St. Joseph durch die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde eine gute Lösung und ganz im Sinne der Ökumene von Rom.»

So kann es fast als Zeichen Gottes gedeutet werden, dass die Serbisch-Orthodoxen nach mehr Platz Ausschau hielten und in Perlen fündig wurden. Obwohl die Beteiligten optimistisch dem Verkauf entgegenblicken, ist der Handel noch nicht unter Dach und Fach. Kaufmann: «Wir haben bereits am Pfarreitreff letzten Juli über den bevorstehenden Verkauf informiert. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Einige waren erstaunt über den Verkauf. Es gab aber auch solche, die darin ein positives Weiterbestehen des Kirchenzentrums sahen.»

Ein Novum für die Kirchgemeinde

Dass eine Kirche verkauft werden soll, ist einzigartig für die katholische Kirchgemeinde. Zum Verkauf stehen in Perlen drei Gebäude: die Kirche, das Pfarrhaus und der Pfarreisaal. Bereits in den Verkaufsverhandlungen wurden die Nutzungen geregelt. So werden Vereine auch weiterhin den Pfarreisaal nutzen können. Die Kirche und der Zugang zur Marienstatue seien weiterhin für alle täglich zugänglich, so Kaufmann. Der Verkaufsvertrag wird an der Kirchgemeindeversammlung vom 26. November zur Abstimmung vorgelegt. Zuvor, am 29. Oktober, wird jedoch in der Aula im Schulhaus Hinterleisibach in Buchrain über die ausgehandelten Details informiert. Kaufmann: «Dort werden wir das Projekt und die beteiligten Personen vorstellen.»

Eigentlich könnte der Kirchenrat Buchrain Geschäfte der Pfarrpfrundstiftung mit der Zustimmung des Bischofs in eigener Kompetenz abwickeln. Da aber der Verkaufserlös mehr als ein Drittel der Steuereinnahmen, also über 400 000 Franken, ausmachen wird, muss auch die Kirchgemeinde dazu befragt werden. Wie hoch der Verkaufspreis sein wird, ist Teil der Verhandlungen, so Kaufmann.

Friedhof bleibt in Gemeindebesitz

Klar ist heute schon, dass der gesamte Verkaufserlös in einen Fonds fliesst. «Mit diesem Geld werden wir den Unterhalt von katholischen Sakralbauten auf dem Gemeindegebiet bezahlen. Das Geld bleibt also zweckgebunden.» Der an die Kirche angrenzende Friedhof bleibt im Besitz der Gemeinde Buchrain. Die Friedhofparzelle hat aber aufgrund des Hochwasserschutzes begrenzte Nutzungsmöglichkeiten. Erdbestattungen sind wegen der vorgeschriebenen Mindesttiefe von 1,8 Metern nicht mehr zulässig. Zurzeit sind dort noch zwei Familiengräber und die Gräber von Kaplan Heuberger und Präses Fridolin Suter. Die Grabesruhe endet 2026.

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