PERLEN: Chemie + Papier Gruppe mit grossem Verlust

Die Zentralschweizer Industriegruppe Chemie + Papier Holding (CPH) muss für das vergangene Jahr ein dickes Minus anmelden. Wegen eines Abschreibers auf Sachanlagen, bedingt durch die schwierige Marktlage, schrieb das Unternehmen im vergangenen Jahr 271,5 Mio. Fr. Verlust.

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Die CPH Gruppe fuhr grosse Verluste ein. Im Bild ist die Papierfabrik in Perlen. (Bild: Pius Amrein (Perlen, 17. Februar 2014))

Die CPH Gruppe fuhr grosse Verluste ein. Im Bild ist die Papierfabrik in Perlen. (Bild: Pius Amrein (Perlen, 17. Februar 2014))

Im Vorjahr hatte der Anbieter von Papier-, Chemie- und Verpackungsprodukten wegen eines Immobilienverkaufs 8,1 Mio. Fr. Gewinn geschrieben. Operativ beträgt das Minus für 2013 insgesamt 277,6 Mio. Franken, nach 22,2 Mio. Fr. Betriebsverlust im Vorjahr, wie die CPH am Montag mitteilte.

Im Papiergeschäft, das fast zwei Drittel der Verkäufe ausmacht, sieht sich die Gruppe einem starken Preisdruck und einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. Billiganbieter aus Europa und China setzen dem Anbieter zu. Zudem ist die Frankenstärke nach wie vor ein Problem für die CPH.

Dies führte dazu, dass die Werthaltigkeit der Sachanlagen neu beurteilt wurde. Die Abschreibung beläuft sich auf 250,9 Mio. Fr. beim Anlagevermögen in der Schweiz.

Positiver Ausblick

Zu einem Stellenabbau führt die Wertberichtigung nicht. Da sich der Abschreiber nicht auf die Liquidität auswirkt, will der Verwaltungsrat zudem wie im Vorjahr 13 Fr. Dividende pro Aktie auszahlen.

Für 2014 erwartet das Management, dass die Gruppe einen Betriebs- und einen Reingewinn schaffen könnte. Die Margen im mit Schwierigkeiten kämpfenden Chemiegeschäft dürften sich verbessern, sagte Unternehmenschef Peter Schildknecht während einer Telefonkonferenz.

Die bisher mit roten Zahlen konfrontierte Papiersparte dürfte beim Wechsel in den freien Energiemarkt Kosten sparen. Der hohe Abschreiber für 2013 hat zudem den Effekt, dass die fortlaufenden Abschreibungen tiefer sein werden als bisher: Operativ bewirkt dies für die Gruppe einen positiven Effekt von knapp 22 Mio. Franken.

Verpackung steigert sich

Auch ohne die Wertberichtigung hätte die Gruppe, die stark von den immer noch schwachen europäischen Märkten abhängig ist, im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben: Der Betriebsverlust wäre dann bei 26,6 Mio. Franken. Belastet wird das Ergebnis durch den Brand an einem Rollenabschneider im Oktober.

Über die Umsatzentwicklung hatte das Unternehmen schon im Januar berichtet. Die Einnahmen des Unternehmens gingen im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 481,3 Mio. Fr. zurück. Nur die Verpackungssparte, die der Pharmabranche zuliefert, konnte bei den Verkäufen zulegen.

Chemie und insbesondere Papier kämpften mit widrigen Bedingungen. Der Aufschwung im Hauptmarkt Europa sei noch zaghaft, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Die Verkäufe in Asien und den USA entwickelten sich aber gut.

sda