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PERLEN: Kirchenverkauf ist vorläufig gestoppt

Das Pfarreizentrum kann nicht an die Serbisch-Orthodoxe Kirche verkauft werden – vorläufig. Ein hartnäckiger Einsprecher blockiert den Handel. Nun wollen die Katholiken die Kirche St. Josef vermieten.
Der serbisch-orthodoxe Pfarrer Dragan Stanojevic (links) mit Kirchgemeindepräsident Peter Kaufmann vor der Kirche St. Josef am Tag des Verkaufsentscheids. (Bild: Pius Amrein (Perlen, 24. Januar 2016))

Der serbisch-orthodoxe Pfarrer Dragan Stanojevic (links) mit Kirchgemeindepräsident Peter Kaufmann vor der Kirche St. Josef am Tag des Verkaufsentscheids. (Bild: Pius Amrein (Perlen, 24. Januar 2016))

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Es ist ein herber Dämpfer für die katholische Kirchgemeinde Buchrain-Perlen und die Serbisch-Orthodoxe Kirche Luzern: Der Verkauf des Pfarreizentrums Perlen kann – zumindest vorläufig – nicht vollzogen werden. Als nämlich die Kirchgemeinde am 24. Januar 2016 Ja sagte zum Kirchenverkauf, war eine Bedingung, dass innert zwei Jahren eine gültige Nutzungsbewilligung vorliegt (wir berichteten). Die Frist ist am Dienstag abgelaufen, doch Einsprachen blockieren das Bewilligungsverfahren.

«Wir wollen die Kirche nach wie vor verkaufen», sagt Peter Kaufmann, Kirchgemeindepräsident Buchrain-Perlen. «Bis aber die Nutzungsbewilligung vorliegt, planen wir nun eine Vermietung.» Vermieten können die Katholiken die Kirche auch ohne Nutzungsbewilligung. Allerdings dürfen die Serbisch-Orthodoxen Änderungen im Innern der Kirche währenddessen nur provisorisch vornehmen. Kaufmann rechnet damit, dass die Vermietung ab 1. Mai vollzogen werden kann. Bis dahin werde das Vertragliche geregelt. Damit für die Vertragsverhandlungen «genügend Spielraum» besteht, wie Peter Kaufmann sagt, werden die Veranstaltungen wie der Mittagstisch und der Perlentreff nach den Fasnachtsferien ausgesetzt.

Parkplätze gäbe es mittlerweile genug

Blockiert wird der Verkauf durch zwei Einsprachen von ein und demselben Anwohner. Bei der ersten Einsprache geht es um die vom Gemeinderat bereits bewilligten 25 Parkplätze, die hinter dem Pfarreizentrum gebaut werden sollen. Diese ist vor Kantonsgericht hängig. Der Entscheid steht aus, weil der Einsprecher eine Fristerstreckung erwirkt hatte, die bis zum 22. Januar dauerte – just ein Tag vor Ablauf der Zweijahresfrist.

Allerdings ist die Serbisch-orthodoxe Kirche nicht mehr zwingend auf den positiven Entscheid des Kantonsgerichts angewiesen. So wurde mit der Perlen Papierfabrik eine Vereinbarung getroffen, gemäss der die künftigen Nutzer der Kirche an Wochenenden die rund 70 Parkplätze der Papierfabrik gratis nutzen können. «Ausserdem existiert ein Parkplatzkonzept, das aufzeigt, wo die Nutzer bei grösseren Anlässen parkieren können», so Kaufmann. Etwa beim Schulhaus Hinterleisibach, von wo aus die Besucher mit Shuttlebussen nach Perlen gebracht werden. «Das wird bereits heute so gehandhabt, wenn die Serbisch-orthodoxe Kirche in der alten Kirche Buchrain Festanlässe durchführt.» Die vielen Parkmöglichkeiten sind nötig, weil an hohen Festtagen gegen 400 Gläubige die Gottesdienste besuchen. «Durch das Konzept können 85 bis 90 Prozent der erforderlichen Parkplätze abgedeckt werden. Mit den zusätzlichen 25 Plätzen auf dem Kirchenareal wären es 95 Prozent», so Kaufmann.

Die zweite Einsprache gilt der Nutzungsbewilligung, die noch vom Gemeinderat erteilt werden muss. «Mündlich hat uns der Gemeinderat bereits zugesagt, dass dank der Vereinbarung mit der Perlen Papierfabrik eine Erteilung dieser Bewilligung wahrscheinlich ist», sagt Kaufmann. Allerdings sei ebenso wahrscheinlich, dass der Anwohner auch diese Einsprache weiterzieht. Schliesslich habe er schon angedroht, bis zur letzten Instanz eine Neunutzung durch die Serbisch-orthodoxe Kirche zu verhindern.

«Wir haben das unterschätzt»

«Hätten wir gewusst, dass sich der Prozess so lange hinzieht, hätten wir nicht die Bedingung definiert, dass der Verkauf innert zwei Jahren abgewickelt sein muss», räumt Kaufmann ein. «Wir haben das unterschätzt.» Dennoch: Durch die Vermietung dürften beide Parteien vorläufig zufrieden sein. Und ein Verkauf ist nach wie vor möglich, wenn auch erst in einigen Monaten bis Jahren, wenn die Gerichtsverhandlungen abgeschlossen sind. «Notfalls wird es erneut zu einer Urnenabstimmung über den Verkauf kommen», so Kaufmann. Eventuell werde man das Geschäft auch an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung traktandieren.

Kaufmann sieht in der Vermietung auch einen Vorteil: «Es ist eine Chance, zu beweisen, dass man von den Serbisch-Orthodoxen nichts zu befürchten hat.» Vorgesehen ist, dass bei einem Verkauf ein Teil der Miete angerechnet wird. Ursprünglich war ein Kaufpreis von 1,2 Millionen Franken ausgemacht.

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