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PERLEN: Kirchenverkauf steht auf der Kippe

Der Verkauf der katholischen Kirche wird durch drei Einsprachen blockiert. Die Zeit drängt, weil das Geschäft vor Ende Januar abgeschlossen sein muss. Nun wird auch die Vermietung zum Thema.
Sandra Monika Ziegler
Die Serbisch-Orthodoxen wollen die Kirche St. Joseph kaufen. (Bild: Pius Amrein (Perlen, 22. August 2017))

Die Serbisch-Orthodoxen wollen die Kirche St. Joseph kaufen. (Bild: Pius Amrein (Perlen, 22. August 2017))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

«Eine Kirche wird nicht alle Ta­ge verkauft», sagte Peter Kaufmann, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Buchrain-Perlen, als im Oktober 2015 erste Verhandlungen mit der Serbisch-Orthodoxen Kirche (SOK) stattfanden. «Dieser Verkauf ist mit sehr grossen Emotionen verbunden», erklärte er die Komplexität des Geschäftes. Als aber am 24. Januar 2016 an der Urnenabstimmung die Mehrheit der Katholiken dem Verkauf für 1,2 Millionen Franken an die Serbisch-Orthodoxen zustimmte, zeigte sich Kaufmann sehr erleichtert.

Die Zusammenarbeit der beiden Kirchen kam voran, erste Ideen wurden publik. So wurden auch Pläne für den Umbau der Kirche bekannt. Anstelle des Altars soll beispielsweise eine mit Ikonen geschmückte Wand aufgebaut werden. Doch jetzt stockt der Verkaufsabschluss und damit die geplante Sanierung der Pfarrkirche und des Pfarrhauses.

Gemeinde strebt eine einvernehmliche Lösung an

Der Grund: Für die neue Nutzung ist eine sogenannte Nutzungsänderung nötig. Das entsprechende Gesuch wurde im August bei der Gemeinde eingereicht. Dass es auch für die Umnutzung eine Bewilligung in diesem Ausmass braucht, war zu Beginn allerdings weder dem Käufer noch dem Verkäufer klar, wie diese gegenüber unserer Zeitung festhalten.

Während der ordentlichen Auflage kam es zu drei Einsprachen. Nun müssen Verkäufer und Käufer dem Gemeinderat eine Stellungnahme vorlegen. Das Verfahren läuft noch.

Bauvorsteher Heinz Amstad erklärt den weiteren Verlauf: Sobald die Stellungnahme vorliege, könne es zu einer Einsprache­verhandlung kommen, an der sich die Parteien einigen können. Im Anschluss könne dann die Bewilligung für die Umnutzung durch den Gemeinderat erteilt werden. Wie lange das dauert, kann zur Zeit nicht eingeschätzt werden. «Wenn für eine einvernehmliche Lösung mehr Zeit benötigt wird, ist auch eine Frist­erstreckung möglich», so Amstad. Zudem könne ein Entscheid angefochten und an die nächste Instanz weitergezogen werden.

Doch wenn dies nicht in nützlicher Frist – bis am 24. Januar 2018 – erfolgt, wird es eng mit dem Abschluss des Vertrages. Denn die Stimmberechtigten haben im Januar 2016 dem Verkauf zugestimmt, wenn innerhalb von zwei Jahren eine gültige Nutzungsberechtigung vorliegt. Eine entsprechende Klausel ist auch im Kaufvertrag festgehalten.

Gotteshaus vermieten statt verkaufen

Die Katholische Kirchgemeinde und die Serbisch-Orthodoxe Kirche haben ihre Stellungnahme am 31. Oktober eingereicht. Sie warten nun auf die Stellungnahme des Einsprechers und dann auf die Entscheidung des Buchrainer Gemeinderates. «Kommt es nicht zu einer Einigung, dann könnte der Kirchenverkauf doch noch verhindert werden», sagt Peter Kaufmann. Als Alternative könnte das Gotteshaus auch an die Kaufinteressenten vermietet werden. Ob dann ein Teil der Miete an den Kaufpreis angerechnet werden könnte, müsste allenfalls noch ausgehandelt werden, so Kaufmann. Ob auch für eine Vermietung eine entsprechende Bewilligung vorliegen muss, sei in Abklärung. Doch dieses Szenario will sich Kaufmann erst gar nicht vorstellen: «Ich gehe nach wie vor davon aus, dass der Verkauf bis Ende Jahr zu Stande kommt.»

Eine zweite Baustelle sind die Parkplätze. Zwar hat der Gemeinderat die 24 Parkplätze hinter dem Pfarrhaus bewilligt. Doch der Entscheid wurde ebenfalls angefochten, wie Bauvorsteher Heinz Amstad weiter ausführt.

Hört man sich im Dorf um, so ist zu vernehmen, dass es sich beim Einsprecher gegen die Umnutzung und gegen die Parkplätze um ein und dieselbe Person handle. Verständnis dafür wird aber nicht geäussert, im Gegenteil. Der Einsprecher wolle mit allen Mitteln den Verkauf doch noch verhindern, damit die Kirche unbenutzt bleibt.

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