Perlen-Papier verharrt in roten Zahlen

Die Chemie + Papier Holding (CPH) hat 2011 den Umsatz um rund 25 Prozent erhöht und das Betriebsergebnis verbessert. Dennoch schreibt sie einen Verlust von 17,99 (2010: 20,01) Mio. Franken. Die Firmenleitung aber ist optimistisch und sieht ein Ende der Durststrecke.

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Die Papierproduktionsmaschine der Chemie und Papier Holding AG in Perlen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Papierproduktionsmaschine der Chemie und Papier Holding AG in Perlen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Papier sei geduldig, meinte CPH-Verwaltungsratspräsident Peter Schaub am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz in Perlen LU. Zurzeit aber hätten die Papierhersteller und ihre Aktionäre Geduld nötig. Schaub ist aber überzeugt, dass die CPH gut aufgestellt ist und die Wende schaffen wird.

Im vergangenen Jahr konnte die Gruppe den Umsatz um 24,8 Prozent auf 520,9 Mio. Fr. steigern. Allein die Papier-Sparte konnte dank der neuen Papiermaschine PM7 den Umsatz um 44 Prozent auf 314,6 Mio. Franken erhöhen. Sie trägt nun 61 (Vorjahr: 52) Prozent zum Umsatz bei.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg gar um 62,2 Prozent auf 46,8 Mio. Franken. Und obwohl das Betriebsergebnis (EBIT) ebenfalls um 34,8 Prozent verbessert wurde, blieb es mit minus 20,0 Mio. Fr. in den roten Zahlen.

Starker Franken verursacht Verlust

Während die Chemie-Sparte einen Gewinn von 1,5 (-3,2) Mio. Fr. und die Verpackung ein Plus von 3,8 (0,9) Mio. Fr. erzielte, schrieb die Papierfabrik einen Verlust von 24,8 (-29,3) Mio. Franken.

Grund ist neben höheren Rohstoffkosten vor allem der Frankenkurs, da 83 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet werden, rund 70 Prozent der Kosten aber in der Schweiz anfallen. Die Trennung vom Geschäftsbereich Feinchemie belastete die Erfolgsrechnung zudem mit 12 Mio. Franken.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken konnten um 56 auf 179 Mio. Fr. abgebaut werden. Die Eigenkapitalquote stieg von 64 auf 71 Prozent. Der Personalbestand der Gruppe ging durch den Verkauf der Feinchemie von 941 auf 853 Mitarbeiter zurück, doch wurden 21 neue Stellen geschaffen.

Wieder eine Dividende

Nachdem im vergangenen Jahr auf eine Dividende verzichtet wurde, wird der Generalversammlung eine Dividende von 13 Franken pro Aktie aus Kapitalreserven ausgerichtet.

Obwohl die Gruppe zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal rote Zahlen schreibt, blickt die Führung optimistisch in die Zukunft. Dass in den letzten Jahren antizyklisch rund eine halbe Milliarde Franken in die neue Papiermaschine PM7 investiert wurde, erachtet sie nach wie vor als richtig.

Schon im abgelaufenen Jahr konnte der Ausstoss in Perlen deutlich erhöht werden. Die PM7 produziert effizienter und braucht weniger Strom. Das ist bei der rückläufigen Nachfrage nach Zeitungs- und Magazinpapier ein Vorteil.

Gut aufgestellt für Strukturbereinigung

Ältere und weniger effiziente Anlagen sind laut CPH-Chef Peter Schildknecht gefährdet. Eine Strukturbereinigung sei im Gange. Dass in Perlen eine neue Maschine in Betrieb genommen wurde, habe auch Einfluss gehabt auf Schliessungen in Süddeutschland.

Negativ ausgewirkt hat sich für die Papierfabrik, dass sie aufgrund des höheren Ausstosses teureres Altpapier in Deutschland zukaufen musste. Ihr Ziel ist es, künftig mehr Altpapier in der Schweiz zu erstehen. Diese Nachfrage dürfte allerdings auch den Preis in der Schweiz in die Höhe treiben und den Druck auf die Konkurrenten erhöhen.

Verwaltungsratspräsident Schaub ist überzeugt, dass die CPH gut aufgestellt ist. «Wir haben einen langen Atem!» Und die Marktanteile dürften sich sehen lassen: In der Schweiz 26,5 (19,6) Prozent beim Zeitungspapier und 35,8 (34,5) Prozent beim Magazinpapier. In Europa 3,4 (1,9) Prozent beim Zeitungspapier und 4,7 (4,1) Prozent beim Magazinpapier.

sda