PERLEN: Perlen Papier streicht bis 2014 25 Stellen

Fallende Papierpreise, der starke Franken und der Verkauf der Feinchemie haben bei der CPH Chemie + Papier Holding zu weniger Umsatz und höherem Betriebsverlust geführt. CEO Peter Schildknecht schliesst Entlassungen nicht aus.

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Aussenansicht der Papierfabrik in Perlen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Aussenansicht der Papierfabrik in Perlen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Der Umsatz der CPH-Gruppe mit chemischen Produkten, Papieren und Verpackungsfolien sank im vergangenen Jahr von 520,9 Mio. auf 488,7 Mio. Franken. Grund ist der Verkauf der Feinchemie-Sparte im Herbst 2011. Dies berücksichtigt, stieg der Umsatz des Unternehmens um 1,2 Prozent auf 487,9 Mio. Franken.

Der Verlust aus dem operativen Geschäft vergrösserte sich von 20 auf 22,2 Mio. Franken. Nach Abstoss der Feinchemie verkleinerte sich der Verlust um 7,7 Prozent auf 21,8 Mio. Franken.

Trotzdem resultierte ein Gruppen-Gewinn von 8,1 Mio. Franken. Dieser ging vor allem auf den Verkauf von 50'000 Quadratmeter Bauland in Buchrain für 26 Mio. Franken zurück.

Dazu kam ein Erlös von 7,9 Mio. Franken aus der Beteiligung an der neuen Zentralschweizer Kehrichtverbrennungsanlage in Perlen. Ausserdem löste CPH Rückstellungen von 4,1 Mio. Franken auf, die sie nach dem Verkauf der Feinchemie nicht mehr benötigte.

80 Prozent der Umsätze im Ausland

CEO Peter Schildknecht begründete die tiefroten Zahlen im operativen Geschäft an einer Medienkonferenz am Freitag in Perlen unter anderem mit dem starken Franken. 70 Prozent der Kosten der CPH- Gruppe würden in der Schweiz anfallen, 80 Prozent der Umsätze aber im Ausland erzielt.

Sorgenkind der Gruppe bleibt die Papierproduktion mit einem Betriebsverlust von erneut 24,8 Mio. Franken. Die Papier-Sparte steuerte 2012 knapp Zweidrittel des Umsatzes bei.

Der Umsatz im Papiergeschäft konnte trotz Preiszerfall beim Presse- und Magazinpapier praktisch gehalten werden (-0,1 Prozent). Grund dafür war ein gesteigerter Marktanteil und ein höherer Papierabsatz von 6,6 Prozent auf 508,896 Tonnen.

Es gebe weiterhin Überkapazitäten im Papiermarkt, was dazu führe, dass der Verdrängungskampf weiter gehe, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Schaub. Die CPH will deshalb effizienter werden und die Produktivität steigern.

Entlassungen nicht ausgeschlossen

Wie das Unternehmen schon im November mitteilte, werden in Perlen bis 2014 rund 25 von 624 Stellen gestrichen. Zudem sollen Mitarbeiter pro Woche eine Stunde länger arbeiten.

Der Stellenabbau erfolge vor allem durch Frühpensionierungen und Fluktuationen, sagte CEO Peter Schildknecht. Entlassungen von gegen fünf bis zehn Personen konnte er nicht ausschliessen.

Die beiden übrigen Bereiche Chemie und Verpackung steigerten die Umsätze und verbesserten ihre Betriebsergebnisse. Bei den chemischen Produkten stieg der Umsatz um 8,9 Prozent auf 67,1 Mio. Franken.

CPH wolle sich dabei weiter auf margenstarke Chemie-Produkte konzentrieren und sei für den Vertrieb etwa von Molekularsieben Kooperationen im Mittleren Osten und in China eingegangen, sagte VR- Präsident Peter Schaub.

Die Verpackungssparte konnte um 0,7 Prozent leicht auf einen Umsatz von 106,5 Mio. Franken zulegen. Das Betriebsergebnis stieg auf 5,0 Mio. Franken. Der Fokus auf hochwertige Produkte zahlte sich trotz Rückgang der Nachfrage nach Medikamentenpackungen aus.

Die CPH wolle bei den Verpackungen Innovationen vorantreiben und sich stärker auf Märkte in Lateinamerika und Asien konzentrieren, sagte CPH-CEO Peter Schildknecht.

An den Standorten festhalten

Die CPH hält an den Standorten Perlen sowie Deutschland, Frankreich, den USA und Singapur fest. Insbesondere eine Verlagerung von Produktionsstätten und Arbeitsplätzen von der Schweiz ins Ausland seien nicht vorgesehen, sagte VR-Präsident Peter Schaub.

Er begründete dies unter anderem damit, dass die Lohnkosten lediglich 17 Prozent des Umsatzes ausmachen würden. 52 Prozent würden auf den Materialaufwand entfallen, sagte Schaub.

Fürs laufende Jahr erwartet die CPH weiterhin ein schwieriges Jahr und erneut einen Verlust im operativen Geschäft. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung die Dividende für eine Aktie bei 13,00 Franken zu belassen.

sda