PERLEN: Renergia: Giganten-Projekt ist auf Kurs

Am Dienstag haben sich Medienschaffende ein Bild von der Baustelle der Zentralschweizer Kehrichtverbrennungsanlage Renergia verschafft. Anfang 2015 soll die Anlage den ersten Abfall verbrennen.

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Die Kehrichtverbrennungsanlage Renergia aus der Vogelperspektive. (Bild: René Meier / Neue LZ)

Die Kehrichtverbrennungsanlage Renergia aus der Vogelperspektive. (Bild: René Meier / Neue LZ)

Es herrscht reges Treiben auf der Baustelle der neuen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Perlen. Über 260 Arbeiter sind gleichzeitig auf der riesigen Baustelle beschäftigt. Das Projekt ist in der Endphase. Bald werden dort jährlich 200'000 Tonnen Abfall aller sechs Zentralschweizer Kantone umweltgerecht entsorgt. Ruedi Kummer, Gesamtprojektleiter der Grossbaustelle, gibt sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten: «Wir sind auf Kurs.» Der Terminplan sei sehr eng, dies erfordere von allen Beteiligten eine genaue Planung der Logistik sowie der Bau- und Montagearbeiten.

Beitrag zur Ökologie

Das Besondere der Renergia sei ihr Standort. Grund: Mit der Perlen Papier AG ist ein grosser Energiebezüger direkt an die Dampfleitung angeschlossen. Über ein bis zu 800 Meter langes Leitungssystem gelangt der Dampf aus der Turbine, der bei der Kehrichtverbrennung entsteht, zur Papierfabrik. Mit diesem heissem Dampf wird dann das dort hergestellte Papier getrocknet. «Anderswo verpufft der Dampf einfach in die Luft», sagt Ruedi Kummer und verweist auf die sinnvolle Nutzung.

Bislang war es so, dass die Papierfabrik den Dampf mit Öl und Gas erzeugte. Durch den Renergia-Dampf können in der Papierfabrik jährlich rund 40 Millionen Liter Heizöl gespart werden. Der Ausstoss von CO2 werde dadurch in der Papierfabrik um 90'000 Tonnen reduziert.

«Der Abfall wird um einiges effizienter verwertet und auch die Umwelt profitiert von der Kehrichtverbrennungsanlage», erklärt der Franz Xaver Muheim, Verwaltungspräsident der Renergia Zentralschweiz AG.

Erstes Müllfeuer am 7. Januar 2015

Abseits des Baugeschehens laufen verschiedene Vorbereitungsarbeiten. So auch die Schulung von künftigen Mitarbeitern. Viele von ihnen werden noch bis Anfang Januar 2015 in der KVA Ibach in Luzern arbeiten und dann nach Perlen wechseln. Dies sei ein Vorteil, da sie schon viele Kenntnisse mitbringen. Gemäss Terminplan soll das erste Feuer im imposanten Renergia-Ofen mit Kehricht am 7. Januar 2015 angefacht werden. Dann kann es für Bewohner der Gemeinden Perlen und Root eine erhöhte Geräuschkulisse geben. Durch einen riesigen Kessel strömen heisse Gase und es wird Dampf abgelassen. Es kann sehr laut werden. Ruedi Kummer beschwichtigt jedoch: «Der Lärm ist mit einem FA-18 zu vergleichen. Die Anwohner werden unsererseits informiert.»

Bis Juni erfolgen Leistungstests, bei denen die Betriebssicherheit und Funktionsweise der KVA genau geprüft werden soll. Danach erfolgt die Abnahme des Giganten-Projekts, wie Projektleiter Ruedi Kummer auf der Baustelle erzählt.

pz