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PERLEN: Renergia ist schon voll ausgelastet

Die neue Kehricht­verbrennungsanlage Renergia wurde gestern offiziell eröffnet. Wegen des Brands in Oftringen läuft sie bereits auf Hochtouren.
Carole Gröflin
Ruedi Kummer, Gesamtprojektleiter Renergia, schliesst die Tür zum Verbrennungsofen. (Bild Boris Bürgisser)

Ruedi Kummer, Gesamtprojektleiter Renergia, schliesst die Tür zum Verbrennungsofen. (Bild Boris Bürgisser)

Carole Gröflin

Ein Abfallsack wird kurz vor 7 Uhr morgens vor die Türe gestellt. Um halb neun wird er von starken Händen in den Müllwagen geworfen, welcher dann direkt nach Perlen zur Kehrichtverbrennungsanlage Renergia fährt. Dort dockt der LKW bei der Abfallgrube an und wirft seine Ladung ab. Ein Krakenarm befördert den Güsel in einen Zerkleinerer und schon bald in einen der zwei Renergia-Öfen. «Ihr Abfall ist vermutlich bereits verbrannt, bevor Sie Zmittag essen», sagt Ruedi Kummer. Er ist Gesamtprojektleiter der Renergia. Die Renergia ist das 320 Millionen-Grossprojekt aller acht Kehrichtverbände aus der Zentralschweiz und der Perlen Papier AG.

Die Kehrichtverbrennungsanlage lässt jedoch nicht nur unser aller Abfall verschwinden, sondern liefert die beim Verbrennen entstehende Wärme an die benachbarte Perlen Papier AG. Dort wird die Wärme zum Trocknen des Papiers eingesetzt. Zusätzlich wird sie ins Stromnetz eingespeist. Geplant ist, dass die Renergia jährlich 155 Gigawattstunden Strom ins öffentliche Netz gibt. Im Mai konnten bereits rund 12 000 Megawattstunden Strom verkauft werden.

Öfen brennen seit Januar

Gestern wurde die Renergia offiziell eröffnet – ein halbes Jahr früher als geplant. Bereits im Januar hat die Verbrennungsanlage Ibach ihre Öfen ab- und die Renergia ihre eingeschaltet. Dann galt es ernst für die neuen Maschinen in Perlen. «Unsere Maschinen haben ab dem Tag 1 einwandfrei funktioniert», erläutert Kummer. Im Januar konnten bereits 7000 Tonnen Kehricht aus Privathaushalten, Industrie und Gewerbe verbrannt werden. Das Ziel ist, monatlich 16 500 Tonnen aus den sechs Zentralschweizer Kantonen zu verbrennen. «Derzeit verbrennt die Renergia täglich 600 Tonnen Abfall», so Kummer.

Ein Brand in der KVA Oftringen (AG) hatte jedoch Folgen für die Renergia: Wegen des Betriebsausfalls bis mindestens September hat sie 5000 Tonnen mehr Abfall zu bewältigen. «Derzeit sind wir zu 100 Prozent ausgelastet», sagt Kummer.

Zu reden gab in der Projektphase der Anlieferungsweg des Kehrichts. Denn dieser wird ausschliesslich per Lastwagen angeliefert – obwohl Perlen über einen Bahnanschluss verfügt. «Der Transport per Zug ist allerdings erst ab einer Distanz von 100 Kilometern ökologisch», sagt Kummer. Man habe testweise aber bereits Abfälle von Zug oder Zürich über den Bahnweg empfangen. Kummer: «Die Abfallverbände können selber entscheiden, wie sie den Abfall zu uns bringen wollen.»

Rund um die Uhr wird verbrannt

In der Renergia arbeiten 30 Personen. Da die Kehrichtverbrennung während 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr läuft, wird in Schichten gearbeitet. Im Kommandoraum wird der gesamte Betrieb überwacht: Hierfür verwendet die Renergia das gleiche System wie die Luzerner Kantonspolizei. «Für diese Technologie haben wir uns erst in der letzten Projektphase entschieden», sagte Renergia-Verwaltungsratspräsident Franz Xaver Muheim auf dem Medienrundgang gestern. Unterschiedliche Monitore zeigen Kameraaufnahmen der Schredderanlage und Öfen. Zudem wird live angezeigt, wie viel Dampf gerade an die Perlen Papier AG abgegeben wird. Ab diesem Winter soll zudem das Rontal mit Fernwärme versorgt werden. Der Leitungsast nach Root soll hierfür ab der kommenden Heizperiode seinen Betrieb aufnehmen. Geplant ist ein Jahr später ein weiterer Leitungsast nach Buchrain und Ebikon. Die Federführung für dieses Projekt liegt bei der Energie Wasser Luzern (EWL).

Über 2000 Anmeldungen

Auf grosses Interesse stösst die Renergia auch bei der Bevölkerung: «Wir erhielten bereits über 2000 Anmeldungen für Rundgänge», sagt Kummer. Die Führungen werden ab Herbst für Schulen, Vereine, Firmen oder Einzelpersonen angeboten. Diese sind kostenlos. Carole Gröflin

Hinweis

Anmeldung für einen Rundgang unter www.renergia.ch/besucherfuehrungen

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