Kommentar

Personal des Luzerner Kantonsspitals ist arg strapaziert

Stellenstopp, Feriensperre und Grossprojekte: Das Luzerner Kantonsspital verlangt seinen Mitarbeitern viel ab. Nun ist es an der Zeit, Gegensteuer zu geben.

Christian Glaus
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Noch sind einige Fragen zum Personalengpass am grössten Zentralschweizer Spital nicht geklärt. Die Wichtigste dabei: Wie ist es möglich, dass im Zentrum für Intensivmedizin des Luzerner Kantonsspitals zwei der drei Kaderärzte gleichzeitig ausfallen und ausserdem zwei von acht Oberärzten fehlen? Eine konkrete Antwort darauf wird die Öffentlichkeit wegen des Persönlichkeitsschutzes wohl nie bekommen.

Trotzdem: Die Ausfälle als unglückliche Umstände abzutun, reicht als Erklärung nicht. Die Gründe müssen tiefer liegen, zumal das Spital selber kommuniziert, dass die Belastung für das Personal anhaltend sehr gross gewesen sei. Das Spital muss seit dem Eingriff des Bundesrats bei den ambulanten Tarifen per 2018 im zweistelligen Millionenbereich sparen. Seit Anfang Jahr gilt ein Stellenstopp, der ursprünglich auf ein halbes Jahr angelegt war, und im Sommer verlängert wurde. Im September dann wurde ein neues Klinikinformationssystem eingeführt – verbunden mit einer Feriensperre und Anfangsschwierigkeiten. All diese Massnahmen zusammen können nicht spurlos am Personal vorbeigehen.

Dass das Spital die betroffene Abteilung entlastet, ist richtig. Doch das kann nur der Anfang sein. Es gilt anzuerkennen: Das Personal wurde in den letzten Monaten mit Sparmassnahmen und Grossprojekten arg strapaziert. Das Spital hat auf dem Buckel seiner Mitarbeiter gespart. Nun ist es an der Zeit, Gegensteuer zu geben.