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PERSONALMANGEL: Samichlaus-Krise in Kriens

«Heikle» Umstände führen dazu, dass die Krienser Pfarreien dieses Jahr keine Samichläuse in die Haushalte schicken. In die Bresche springt die Galli-Zunft – die dadurch an ihre Kapazitätsgrenzen stösst.
Beatrice Vogel
Der Samichlaus kommt trotz Personalmangel bei den Pfarreien zu den Kindern. (Symbolbild: Manuela Jans-Koch)

Der Samichlaus kommt trotz Personalmangel bei den Pfarreien zu den Kindern. (Symbolbild: Manuela Jans-Koch)

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Traurige Nachrichten für Krienser Kinder: «Der Samichlaus der Pfarrei kommt 2017 leider nicht», steht auf der Samichlaus-Website der Krienser Pfarreien. «Grund: Personalmangel.»

Doch gleich vorweg: Die Kinder in Kriens müssen trotzdem nicht auf einen Samichlaus-­Besuch verzichten. Denn glücklicherweise gibt es die Galli-Zunft. Diese schickt am 5., 6. und 7. Dezember ihre Chläuse in die Stuben der Krienser Familien. Die Zunft, die seit 1928 Samichläuse aussendet, deckt traditionellerweise einen viel grösseren Teil der Krienser Haushalte ab als die Pfarreien, die seit rund 40 Jahren Samichlaus-Gruppen haben. Da die Pfarreien kurzfristig entschieden haben, dieses Jahr keine Chläuse auszusenden, ist die Zunft in die Bresche gesprungen und deckt nun alle Familienbesuche in Kriens ab.

Verbandsinterne Probleme bei Pfarrei-Chläusen

Dies bringt die Galli-Zunft jedoch an ihre Grenzen, wie Umzugschef Edy Jauch erklärt: «Wir besuchten letztes Jahr 780 Kinder in 330 Familien. Jetzt sind es fast 900 Kinder in über 400 Familien. Wir haben eigentlich erwartet, dass wir erst in zwei bis drei Jahren so viele Anmeldungen ­haben.» Man habe realisiert, dass man mit den 14 Samichlaus-Gruppen, die von Kollektivmitgliedern der Galli-Zunft gestellt werden, den grossen Zuwachs nicht zu stemmen vermag. Deshalb wurde eine fünfzehnte Gruppe gebildet – mit Chläusen der Pfarreien. «So können die Pfarreien auf die eigene Organisation verzichten, unterstützen uns aber personell», sagt Jauch. Dadurch könne der Aufwand gestemmt werden. «Insofern ist es eine Win-win-Situation.»

Doch wenn die Pfarreien genügend Personal für eine Chlaus-Gruppe zusammenbringen: Warum schreiben sie dann auf ihrer Website, der Samichlaus komme wegen Personalmangels nicht in die Haushalte? Edy Jauch kann dazu keine Stellung nehmen. Auch der Vorstand der Pfarrei-Samichläuse darf auf Anfrage keine Auskunft geben. Aus gut informierten Quellen ist zu erfahren: Es gebe vorstandsinterne Probleme, die zu kurzfristigen Abgängen geführt hätten – daher der Personalmangel. Nun soll es eine Reorganisation geben. Offenbar sind auch polizeiliche Auflagen im Spiel. Die Angelegenheit wird von verschiedenen Quellen als «heikel» bezeichnet. Offiziell Auskunft geben darf anscheinend nur Pastoralraum- und ­Gemeindeleiter Ruedy Sigrist. Dieser war aber die letzten zwei Tage für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Warum genau die Krienser Pfarreien heuer auf Samichläuse verzichten, bleibt somit vorerst offen.

Künftig soll es einen vierten Besuchstag geben

Ob die Pfarreien in den nächsten Jahren wieder Samichläuse aussenden, ist ebenfalls nicht klar. Fest steht jedoch, dass die Galli-Zunft demnächst ausbauen muss – allein schon, weil die In­frastruktur nicht reicht. «In der Galli-Halle ist es jetzt schon eng, wenn sich die über 300 Personen umziehen müssen», sagt Edy Jauch. Eine Samichlaus-Gruppe besteht nämlich aus sechs Personen: Neben dem Samichlaus sind ein Schmutzli, ein Kaplan, zwei Leviten (Diener) und ein Laternenbub fest dabei. Zusätzlich wird eine Gruppe von mehreren Geisselchlöpfern und Gongeli-Kindern mit kleinen Trychlen ­inklusive Betreuungspersonen begleitet.

Andererseits werde es mit den Anmeldungen zunehmend schwierig, da die Familien oft zeitliche Sonderwünsche haben, die zu berücksichtigen sind. Das alles in drei Tage hineinzubringen, stelle einen riesigen organisatorischen Aufwand dar. «Künftig werden wir einen vierten Tag dazunehmen müssen, damit es organisatorisch aufgeht und der Samichlaus keinen Stress hat», sagt Jauch. Und schliesslich wolle man ja niemandem den Samichlaus verwehren.

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