pestizide
Nachhaltig gegen Unkraut – Die Luzerner Landwirtschaft bemüht sich

Der Aktionsplan des Bundes schreibt vor, dass weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden sollen. Rund 13 Prozent der offenen Ackerflächen im Kanton Luzern werden heute ohne oder teilweise ohne Herbizide bewirtschaftet.

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Luzerner Landwirte und Landwirtinnen greifen im Kampf gegen Unkraut seltener zum Pflanzenschutzmittel und häufiger zur Hacke, so der Kanton Luzern in einer Mitteilung. Das ist ganz im Sinne des 2017 vom Bundesrat verabschiedeten Aktionsplans zur Reduktion von Pflanzenschutzmittel. Mit der Umsetzung betraut ist die Dienststelle Landwirtschaft und Wald.

Im Kanton Luzern werden in diesem Jahr 13 Prozent der offenen Ackerflächen ohne oder teilweise ohne Herbizide bewirtschaftet, eingerechnet sind dabei die 7,8 Prozent Fläche von Biobetrieben. Bei Obstkulturen sind es 14 Prozent, bei Rebkulturen sogar 63 Prozent der Flächen. Besonders bei der offenen Ackerfläche sieht der Kanton jedoch Verbesserungspotenzial und will mit verstärkter Beratung aktiv werden.

Mit Striegeln wird das Unkraut auf einem Maisfeld entfernt.

Mit Striegeln wird das Unkraut auf einem Maisfeld entfernt.

Bild: PD

Um dem Unkraut mit vermindertem Pestizideinsatz beizukommen, werden Striegel- oder Hackgeräte verwendet. Gemäss dem Kanton könnten in Zukunft auch Feldroboter eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit sind Untersaaten, die beispielsweise bei Rapskulturen praktiziert werden. Dabei sind bodenbedeckende Begleitpflanzen auf derselben Fläche wie die Hauptkultur angesät und konkurrenzieren damit Unkräuter und reduzieren die Bodenerosion.

Bei Rapskulturen kommen vermehrt Untersaaten zum Einsatz.

Bei Rapskulturen kommen vermehrt Untersaaten zum Einsatz.

Bild: PD

Gewässer profitieren von weniger Pflanzenschutzmittel

Mehrere Massnahmen des Aktionsplans kommen auch den Gewässern zugute. Durch präzisere Feldspritzen können Pflanzenschutzmittel gezielter eingesetzt werden und neu gebaute Waschplätze verhindern, dass bei der Reinigung von Geräten die Pestizide in Gewässer oder die Kanalisation gelangen. Das Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung war am Bau von 50 solcher Waschplätzen beteiligt. 180 Feldspritzgeräte und 22 Spritzgeräte für den Obst- und Rebbau wurden aufgerüstet.

Auch die Beteiligung am Programm Extenso nahm in den letzten Jahren zu. 43 Prozent der Getreideflächen werden inzwischen ohne Fungizide, Insektizide und sogenannte Halmverstärker/-verkürzer bewirtschaftet. Dabei spielt die Auswahl und Züchtung von resistenten Sorten eine entscheidende Rolle.

Der Kanton nimmt aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten in die Pflicht. Neben den Förderprogrammen via Direktzahlungen sei auch das Kaufverhalten der Kundschaft entscheidend. Eine grössere Nachfrage nach entsprechenden Labelprodukten sei «die beste Förderung», so der Kanton Luzern. (se)