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Interview

Peter Kraus spielt im KKL: «Beim letzten Konzert hier war ich nervlich am Ende»

Der ewig junge Peter Kraus feiert am 18. März 2019 seinen 80. Geburtstag. Mit Liedern wie «Sugar Baby» und Filmen wie «Wenn die Conny mit dem Peter» wurde der Österreicher zum populärsten deutschsprachigen Rock’n’Roll-Sänger und Teenager-Idol. Am 16. April gibt er in Luzern ein Konzert.
Roger Rüegger
Peter Kraus steht bald in Luzern auf der Bühne. (Bild:pd)

Peter Kraus steht bald in Luzern auf der Bühne. (Bild:pd)

Peter Kraus, «Schön war die Zeit» heisst Ihre Jubiläums-Tour, die im Herbst startet. Sie denken doch nicht schon wieder ans Aufhören?

Peter Kraus: Die Tournee wird die letzte sein. Ich habe schon so viele Abschiedskonzerte gegeben, irgendwann muss ich aufhören.

Eben, 2014 verkündeten Sie mit der Tour «Das Beste kommt zum Schluss» bereits Ihren Abschied von grossen Tourneen – mit 62 ausverkauften Konzerten.

Dennoch schliesse ich nicht aus, dass es einzelne Konzerte weiterhin geben wird. Solange ich fit bin, spricht nichts gegen die Bühne.

Immerhin treten Sie kürzer. Ihre Tournee, die im Oktober beginnt, umfasst nur 25 Konzerte. Zuvor gastieren Sie im April im KKL in Luzern. Was haben Sie für Ihre Fans dabei?

Der Auftritt in Luzern findet nicht im Rahmen der Tour statt. Es wird eine Hommage an Künstler wie Elvis, Rocco Granata, Vico Torriani, Bill Ramsey oder Marlene Dietrich. Wir spielen Musik aus den 50er und 60er-Jahren.

Also das Programm der Tour?

Genau. Wir spielten es letztes Jahr in Luzern zum ersten Mal. Das war ein Chaos. Der Gitarrist und der Bassist steckten in Deutschland fest. Die Basspassagen musste der Keyboarder übernehmen und ein Sänger griff zur Gitarre. Wir probten etwa zwei Stunden, dann ging’s ab auf die Bühne. Ich war nervlich am Ende.

Sie werden noch nervös?

Wir spielten diese Songs noch nie vor Publikum - und dann fehlte noch die halbe Band. Da wird man schon nervös. Bis zur Pause mussten wir ohne die beiden auskommen. Während dem ersten Set sind die vom Flughafen Zürich mit dem Taxi nach Luzern gefahren. Nach der Pause spielte dann die komplette Originalband.

Hat dies das Publikum bemerkt?

Die Leute sahen nur, dass nach der Pause mehr Musiker auf der Bühne standen als vorher.

Also halb so schlimm. Beim Zusammenstellen der Fragen liess ich mich im Büro von Ihrer Musik inspirieren. Was denken Sie, spielte ich immer wieder ab?

Sugar Baby natürlich.

Was sonnst! Meine jüngeren Mitarbeiter wurden fast wahnsinnig. Die haben eben keine Ahnung von guter Musik. Oder wie erleben Sie das; wie jung ist Ihr Publikum?

Seit der letzten Tour sind relativ viele jüngere Fans in meinen Konzerten. Das Interesse an der Musik der 50er-Jahre wächst. Aber der Grossteil des Publikums wird mit mir älter. Das ist gut.

Dürfen wir uns auf Sugar Baby freuen im KKL?

Ist doch logisch. Meine Hits sind dabei.

Der Text lautet: Sei doch lieb zu mir, dann bleib ich bei Dir. Eigentlich besingen Sie Ihr Leben. Sie sind seit bald 50 Jahren mit Ihrer Frau Ingrid zusammen. Das ist doch nicht typisch Rock'n'Roll?

Aber typisch Peter Kraus. Ich machte mit 13 meinen ersten Film, mit 16 stand ich auf der Bühne und mit 17 war ich bereits ein Star. Meine Sehnsucht nach Ehe und Kindern hatte ich ebenfalls früh und mit Ingrid fand ich die passende Frau. Wir geniessen ein ruhiges Leben in Morcote. Privat und Geschäft trenne ich, das hat sich bewährt.

Der ewig junge Peter Kraus ist eben ein «Old Schooler». In der Liebe und mit der Musik halten Sie es auch so.

Das ist so. Heute arten Konzerte zu Partys aus. Wir wollen mit unseren Auftritten den Leuten das Zuhören wieder näherbringen, wie es früher war. Da wurde Musik gemacht und getanzt, aber es war nicht derart laut wie heute.

Dafür dürfen bei Ihnen Motoren dröhnen. Sie sind Oldtimer-Liebhaber und Hobby-Rennfahrer. Fahren Sie noch bei Wettbewerben mit?

Ich startete einige Male am Klausenrennen-Memorial, der Mille Miglia und an der Arosa Classic Car. Das sind Bergrennen für historische Fahrzeuge. Das Klausen gibt es nicht mehr und jenes in Arosa ist zu sehr Rennsport. Ich starte nur noch an Wettbewerben, bei denen es auf Regelmässigkeit ankommt. In Österreich am Ennstal-Classic zum Beispiel.

Reparieren Sie Ihre Autos noch selber?

Das tue ich mir nicht mehr an. Kleinere Dinge erledige ich zwar noch selber, aber alleine in der Werkstatt zu arbeiten, ist etwas mühsam geworden. Ich mag mich nicht mehr unter dem Auto hervorziehen, um den passenden Schlüssel zu holen und mich danach wieder darunter verkriechen.

Zwickt es bei Ihnen da und dort beim Aufstehen?

Eigentlich noch nicht. Ich hab’s damit nicht eilig.

Ihr Alter wollte ich ja nicht thematisieren. Aber ihre Bücher wie «für immer jung» oder «keine Zeit um alt zu werden» drängen die Frage auf: Was machen Sie den ganzen Tag, dass Sie keine Zeit haben um alt zu werden?

Bei mir ist immer Action. Ich habe viele Hobbys wie Wasserski fahren, mit dem Kanu auf dem See paddeln und neuerdings habe ich das Malen wieder entdeckt. Ausserdem besitze ich ein Weingut in Österreich. Mein Sohn sagt immer, ich solle mich doch mal hinsetzen.

Das wäre ein guter Rat, dem Sie wohl nicht folgen. 2017 haben Sie sich in einer TV-Show im Übermut die Schulter gebrochen.

Das war schlimm. Für jemanden, der so viel Sport macht wie ich, ist eine solche Verletzung fatal. Ich kämpfte danach mit Atemnot und hatte Angstzustände. Die spätere Tournee hat mir bei der Genesung geholfen. Heute ist alles gut.

Gibt es den Hüftschwung an Ihren Konzerten wieder?

Na sicher. Darauf warten die Leute doch.

Trainieren Sie den, damit er sitzt?

Ja den Schwung trainiere ich. Mit viel Laufen und auf dem Trampolin.

Am besten gefällt mir im Film «Wenn die Conny mit dem Peter» wie Sie beim Lied Sugar Baby auf den Tisch springen und darauf tanzen. Den Sprung bringen Sie heute vermutlich nicht mehr hin?

Nun, mit dem Trampolin käme ich da vielleicht noch hoch. (lacht)

Sie leben seit bald 60 Jahren in der Schweiz. Wollten Sie nie den Schweizer Pass?

Der Österreichische ist gut für mich. Es macht für mich keinen Unterschied. Mein Sohn ist Schweizer und meine Tochter war es auch.

Mit Bill Haleys Band «The Comets» sind Sie oft aufgetreten. Wie war die Zusammenarbeit mit denen?

Ich erinnere mich an ein Konzert in Wien. Die Jungs, die alle älter sind als ich, reisten aus den USA an. Die wollten sich nicht etwa im Hotel ausruhen, sondern begaben sich direkt auf die Bühne zum Proben. Das war gigantisch. Die sind sehr professionell, von denen kann man immer noch viel lernen.

Kürzlich hat Ihr Sohn Sie beim Skifahren gefilmt. Sie haben auch da noch einen flotten Schwung drauf. Gibt es keine Klausel im Vertrag, die solche Aktivitäten verbietet?

Nein, heute bin ich der Chef auf und neben der Bühne.

Und früher?

Gab es solche Verträge. Aber ich habe mich nie daran gehalten.

Hinweis
Tickets für das Konzert von Peter Kraus am 16. April im KKL in Luzern sind beim LZ-Corner an der Maihofstrasse 76 in Luzern (lzcorner@lzmedien.ch, Tel. 041 429 53 55), in Stans (041 618 62 70) und in Altdorf (041 874 21 60) sowie an den üblichen Vorverkaufsstellen erhältlich

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