Interview

Peter With, Präsident des Gewerbeverbands Kanton Luzern: «Ich werde als SVPler akzeptiert»

Seit vier Monaten präsidiert Peter With den Gewerbeverband Kanton Luzern – als erster Vorsitzender mit SVP-Parteibuch. Mit dem Verband will er dafür kämpfen, dass der Kanton wieder die tiefsten Firmensteuern hat.

Interview: Alexander von Däniken
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Peter With, Präsident des Gewerbeverbands Kanton Luzern. (Bild: PD)

Peter With, Präsident des Gewerbeverbands Kanton Luzern. (Bild: PD)

Seit Mai wird der rund 7500 Mitglieder zählende Gewerbeverband des Kantons Luzern von Peter With präsidiert. Der 46-jährige Littauer zieht eine erste Zwischenbilanz.

Peter With, wie haben Sie die erste Zeit im Verband erlebt?

Der Gewerbeverband ist sehr gut aufgestellt. Auf der Geschäftsstelle kann ich auf ein starkes Team zählen. Auch die Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik und Wirtschaft ist erfreulich.

Kriegen Sie das Amt neben Ihrem eigenen Metallbetrieb in Reussbühl unter einen Hut?

Da ich sowohl als Vizepräsident der Geschäftsprüfungskommission im Grossen Stadtrat als auch als Präsident der SVP Stadt Luzern zurückgetreten bin, geht das zeitlich gut auf. Was ich an politischen Mandaten freischaufeln konnte, kann ich nun als Präsident des Gewerbeverbands nutzen. Etwas überrascht bin ich ob der Aufmerksamkeit, die ein solches Amt mit sich bringt. Hier zeigt sich, dass der Verband über einen hohen Stellenwert verfügt.

Sie sind der erste Präsident des Gewerbeverbands mit SVP-Parteibuch. Gab es negative Reaktionen?

Klar hätten sich die anderen Parteien lieber einen Mann aus ihren eigenen Reihen gewünscht. Aber negative Reaktionen habe ich keine erhalten. Als SVPler werde ich offensichtlich akzeptiert.

Ab dem kommenden Jahr nennt sich der Gewerbeverband neu KMU- und Gewerbeverband Luzern. Weshalb?

Mit Gewerbe werden traditionelle Handwerkerbetriebe assoziiert. Doch der Gewerbeverband stand schon immer auch Dienstleistungsbetrieben offen. Gerade in Stadt und Agglomeration erfolgt das Wachstum vor allem in diesem Sektor. Mit der Namensänderung wollen wir ein Zeichen der Öffnung setzen.

Können Sie das als Gewerbler?

(lacht) Natürlich. Ausserdem ist zum Beispiel Vizepräsident Roland Meyer auch Vizepräsident des Detaillistenverbands Kanton Luzern.

Auf politischer Ebene läuft im Kanton gerade der Budgetprozess. Verfolgen Sie diesen?

Ja. Wobei aus unserer Sicht die kantonale Steuergesetzrevision noch wichtiger ist. Das Ziel ist klar: Die Belastung für die Unternehmen darf nicht steigen.

Mit dem durch den Regierungsrat angekündigten Rückzieher bei der Dividendenbesteuerung sind Sie Ihrem Ziel nähergekommen.

Ja, dafür haben wir intensiv gekämpft. Die 60 Prozent gilt es wohl mittelfristig zu akzeptieren, obwohl mit Blick in die anderen Kantone 50 Prozent besser wären. Bei den Unternehmensgewinnsteuern erwarten wir noch einen deutlichen Schritt: Luzern muss hier den Spitzenplatz unbedingt behalten statt sich im Nirgendwo des Mittelfelds einzureihen.