PETITION: 6516 Unterschriften für Schwerbehinderte

Angehörige von schwerbehinderten Menschen haben über 6500 Unterschriften gesammelt. Diese übergeben sie heute dem Luzerner Regierungsrat. Der Kanton solle seine getätigten Versprechen endlich einlösen, fordert die Petitionsgruppe.

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Das Gebäude der SSBL in Luzern. (Bild Markus Forte/Neue LZ)

Das Gebäude der SSBL in Luzern. (Bild Markus Forte/Neue LZ)

Im Juni lancierte eine Gruppe von Angehörigen schwerbehinderter Menschen eine Petition an den Luzerner Regierungsrat. Wie die Gruppe heute in einer Medienmitteilung erklärt, fordert sie vom Regierungsrat verschiedene Massnahmen ein, den Kanton Luzern behindertengerechter zu gestalten. Die Gruppe sei glücklich darüber, dass ihre Anliegen bei den Bewohnern und allen Ämtern des Kantons auf breiten Zusprung gestossen seien, was beweise, dass es im Luzerner Volk «eine starke Solidarität mit Schwerbehinderten» gäbe: Rund 6516 Personen setzten seit Juni ihre Unterschrift auf den Petitionsbogen. Diese werden heute dem Luzerner Regierungsrat übergeben.

Klare Forderungen
Drei konkrete Ziele streben die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen der Petition an. Die erste Forderung zielt auf den Mangel an Wohn- und Tagesplätzen im Kanton Luzern: Die Petitionsgruppe will den Kanton Luzern in die Pflicht nehmen, für alle schwerbehinderten Menschen einen ihrer Behinderung entsprechenden Platz zur Verfügung zu stellen. Weiter sollen die Schwerbehinderten und deren Angehörige transparenter über das Angebot und die Planung der Wohn- und Tagesplätze informiert werden und vom Kanton bei der Finanzierung auch für die Betreuung und Pflege eine individuelle Unterstützung erfahren, erklärt die Gruppe.

Eltern stossen an ihre Grenzen
Wie die Petionäre in ihrer Mitteilung erklären, gründet die Petition auf dem Versprechen, welches von Bundesrat, Parlament und Kantone im Jahr 2004 vor der eidgenössischen Abstimmung über den neuen Finanzausgleich abgegeben wurde: Damals wurde erklärt, dass durch die alleinige Verantwortlichkeit der Kantone bei der Planung und Finanzierung der Betreuungsplätze den betroffenen Behinderten keine Nachteile erwachsen würden. Die Wahrheit sieht bislang anders aus, wie die Petitionsgruppe findet: Sie bemängelt, dass vor allem mehrfach schwerbehinderte Jugendliche an den Sonderschulen Sunnebühl in Schüpfheim, der Stiftung Rodtegg in Luzern sowie an den heilpädagogischen Schulen des Kantons zunehmend Mühe hätten, mit 18 Jahren einen Tages- oder Wohnplatz an einer weiterführenden Institution zu erhalten, die für schwerbehinderte Erwachsene zuständig ist.

Mindestens 20 Plätze fehlen für Schwerbehinderte im Kanton Luzern. Mit einem Überbrückungsjahr oder provisorischen Pflegeplätzen versuchen die betroffenen Schulen, die Eltern zu entlasten. Trotzdem gäbe es Menschen, die seit über sechs Jahren für einen Platz angemeldet sind, aber keinen Wohn- oder Tagesplatz zugeteilt bekämen, erklärt die Petitionsgruppe enttäuscht.

ga