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Petition für den Küssnachter Pfarrer: Schon über 850 haben unterschrieben

Spielschulden hin oder her. Die Leute in Küssnacht stehen zu ihrem Pfarrer und Seelsorger, der von Bischof Huonder abgesetzt worden ist. Die Online-Petition stösst auf grosses Interesse.
Roger Rüegger

Nach über 22 Jahren musste der beliebte Pfarrer Werner Fleischmann die Pfarrei Küssnacht am 18. Juni per sofort verlassen. Der 47-jährige Fussballfan ist spielsüchtig und hat rund 50 Angehörige der Pfarrei um Darlehen gebeten (wir berichteten).

Der Mann steckte gemäss einer gemeinsamen Mitteilung des Kirchenrats Küssnacht am Rigi und dem Bischöflichen Ordinariat Chur in Geldnöten. Der Schuldenberg belaufe sich auf mehrere hunderttausend Franken. Mit dem Geld wollte er seine Schulden begleichen, die vermutlich durch spekulative Geldanlagen und damit eingetretenen grossen Verlusten sowie seiner Spielsucht entspringen.

Viele Bewohnerinnen und Bewohner von Küssnacht aber wollen ihren Pfarrer unbedingt zurück haben. Eine Online-Petition, die an den Churer Bischof gerichtet ist, stösst im Internet derzeit auf grosses Interesse. Lanciert wurde die Petition am Montagnachmittag. Bis am Dienstagabend haben sich bereits über 850 Unterstützende eingetragen.

Pfarrer war «mehr als integriert»

Die Online-Petition wurde von einer Gruppe bestehend aus Frauen und Männern aus Küssnacht lanciert. «Wir finden es schade, dass unser Pfarrer aufgrund eines Fehlers, den er begangen hatte, auf diese Art entlassen wurde. Nicht einmal einen Abschiedsgottesdienst hat er bekommen», sagt eine Mitinitiantin auf Anfrage unserer Zeitung. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. Pfarrer Fleischmann habe sich in über 20 Jahren enorm eingebracht, insbesondere auch in Blauring und Jungwacht, sagt die Frau. «Er war mehr als integriert in unserer Gemeinschaft.»

Die Petition sei fast ausschliesslich von Personen unterzeichnet worden, die in Küssnacht wohnhaft seien oder aber in den letzten Jahren weggezogen seien und die den Pfarrer persönlich kennen würden. «Unser Ziel ist einerseits, dem Bischof aufzuzeigen, wie vielen Menschen es ein Anliegen ist, dass ihr Pfarrer und Seelsorger wieder zurückkehrt. Andererseits wollen wir dem Pfarrer Mut machen, indem wir ihn wissen lassen, dass er eine grosse Gemeinde hat, die hinter ihm steht.»

Beim Bistum Chur will man sich nicht zur Petition äussern. «Wir kommunizieren momentan nichts, was über das bereits veröffentlichte Communiqué hinaus geht», teilt Giuseppe Gracia, der Medienbeauftragte des Bistums Chur lediglich mit.

«Einige Leute wurden von ihm im Stich gelassen»

Stellung nimmt dafür Hanstoni Gamma, Präsident des Kirchenrats Küssnacht. Die grosse Akzeptanz, die der Pfarrer in der Bevölkerung geniesst, sei eine natürliche Reaktion auf dessen Person. «Wir waren immer stolz auf unseren Pfarrer. Er ist ein sehr volksnaher Mensch, das zeigen allein die vielen Taufen und Hochzeiten, die der Mann zelebrierte. Die Leute wollten nur ihn für diese Feiern», sagt Gamma. Einen speziell guten Draht habe Pfarrer Fleischmann zu den jungen Leuten gehabt.

Für die grosse Sympathie, die dem Pfarrer in der Online-Petition entgegengebracht wird, hat Gamma Verständnis. «Es ist toll, dass sich die jungen Leute zu einer Sache derart äussern. Es ist auch ein Weg, mit dem diese Generation ein Zeichen der Solidarität setzen kann, aber auch, um eine Geschichte zu bewältigen.»

Fakt sei, dass der Pfarrer seine Demission eingereicht habe. Das Bistum und der Kirchenrat haben ihn von seinen Aufgaben entbunden. Der Kirchenrat habe einstimmig entschieden. «Nun gilt es, das Problem aufzuarbeiten. Wir müssen für alle Leute reden, denn es gibt einige, die dem Pfarrer mit einem grösseren Darlehen aus seiner Geldnot helfen wollten und dann im Stich gelassen wurden», sagt Gamma. «So leid es uns tut, wir müssen das Gesamtbild betrachten. Es ist ja nicht so, dass der Pfarrer keine Chance bekommen hat.»

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