PFAFFNAU: 50 «Hölzige» kämpfen um 5000 Franken

In der Ausstellung «Art in Wood» präsentieren angehende Luzerner Schreiner ihre Möbel. Macht ein Entlebucher das Rennen?

Monika Van De Giessen
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Schreinerlehrling Mario Bucher (19) aus Sörenberg präsentiert sein Sideboard, das derzeit in Pfaffnau ausgestellt wird. (Bild: Monika van de Giessen / Neue LZ)

Schreinerlehrling Mario Bucher (19) aus Sörenberg präsentiert sein Sideboard, das derzeit in Pfaffnau ausgestellt wird. (Bild: Monika van de Giessen / Neue LZ)

50 Schreinerlehrlinge aus dem Kanton Luzern, die kurz vor ihrem Berufsabschluss stehen, zeigen vom 12. bis 25. April in der Mehrzweckanlage Mülimatt in Pfaffnau, wie kreativ und vielfältig der Schreinerberuf ist. Das Thema des Wettbewerbs heisst «viel-fach». Die Objekte werden von einer zwölfköpfigen Jury bewertet und morgen Abend prämiert. Die Beurteilungskriterien richten sich nach Schwierigkeitsgrad, Design, Qualität und Ausführung der Arbeiten.

Die Kronospan Schweiz AG in Menznau hat 5000 Franken gesprochen, das unter den Preisträgern aufgeteilt wird. «Ich staune immer wieder, wie kreativ diese Jungen sind. In jedem Einzelnen steckt ein Künstler», sagte Peter Jaun, Fachlehrer und Obmann des Lehrlingswettbewerbs des Verbands Luzerner Schreiner. 90 Schreinerlehrlinge gibt es im Kanton Luzern, die in Willisau, auch unter der Bezeichnung «Wood-Valley» bekannt, die Berufsschule besuchen.

Aus Liebe zum Entlebuch

Anlässlich unseres Besuchs von gestern wurde noch heftig geputzt, abgestaubt, zurechtgerückt, eingepasst und mit Meterstab und Wasserwaage hantiert. Unter den Ausstellern ist auch Mario Bucher (19) aus Sörenberg, der mit einem speziellen Sideboard aus furniertem Eichenholz auf sich aufmerksam macht. Seine Liebe zum Entlebuch ist unverkennbar. Unter einer Glasplatte ist das Bild der Alp Oberblatten in Sörenberg zu sehen. Hier verbringen seine Eltern den Alpsommer. «Ich habe mich bei der Arbeit meines Möbels nicht direkt auf das vorgegebene Thema bezogen. Vielmehr habe ich darauf geachtet, was praktisch ist und was man in einem Haushalt brauchen kann», sagt der Entlebucher, der in der Schreinerei Bruno Süess in Flühli die Lehre macht.

Einer, der immer wieder auf sein Möbel angesprochen wurde und der das vorgegebene Thema «viel-fach» auch umgesetzt hat, istJonathan Eckert (25) aus Hochdorf. Nach einer KV-Lehre steht er jetzt kurz vor dem Abschluss als Schreinerlehrling. Sein Sideboard aus Engadiner Fichten-Altholz ist multifunktionell. Einmal ist es ein Büchergestell mit Geheimfach, ein anderes Mal eine gemütliche Lounge aus Marone-Leder mit einer grosszügigen Ablagefläche. «Die Grundidee war, dass der Benutzer innerhalb kurzer Zeit etwas Praktisches daraus machen kann», verrät der Fachmann, der nach dem Lehrabschluss Innenarchitektur studieren möchte.

«Zitmix» nennt sich der aus Holz von einem Abbruchhaus stammende, handgefertigte Ski von Fabienne Rutschmann (19) aus Eriswil. Sie macht bei der Firma Stöckli in Wolhusen die Lehre als Skibauerin. Rund 200 Arbeitsstunden hat die Bernerin in den Holzski aus Altholz investiert. «Alt und Neu zu vereinen, das war mein Ziel», erklärt die kreative Skibauerin.