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PFAFFNAU: Biber setzt Naturprojekt in Gang

Biberdämme liessen eine Wiese vernässen. Kanton und Naturschützer mussten handeln. Vom Resultat profitiert nun auch ein anderes Tier.
Evelyne Fischer
Rund 30 Biber gibt es im Kanton Luzern. (Bild: Getty (Archiv))

Rund 30 Biber gibt es im Kanton Luzern. (Bild: Getty (Archiv))

Evelyne Fischer

Ein örtlich naturbelassener Bach. Weichholz wie Weiden, Eschen und Erlen in nächster Nähe. Rundherum Rüben, Mais und saftiges Gras. «Die Umgebung rund um die Pfaffnern bietet dem Vegetarier Biber einen idealen Lebensraum», sagt Philipp Amrein, Leiter des Fachbereichs Jagd und Fischerei bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa). Wen wunderts, sind seit geraumer Zeit mindestens zwei Biber in Pfaffnau heimisch. Und nicht untätig: Sie begannen Dämme zu bauen, unter anderem dort, wo die Pfaffnern durchs Hochwasserrückhaltebecken fliesst. Drainagen, die das Land hätten entwässern sollen, funktionierten in der Folge teils nicht mehr richtig.

Kreuzkröte kehrt zurück

Betroffen ist eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern, die seit dem Bau des Rückhaltebeckens im Besitz des Kantons Luzern ist. Ein pensionierter Bauer hatte das Land für die extensive Bewirtschaftung gepachtet und liess darauf seine Pferde weiden. Die Vernässung des Grundstücks verunmöglichte dies aber zunehmend. So machte der Kanton in Zusammenarbeit mit der Naturschutzorganisation Pro Natura aus der Not eine Tugend und verwandelte den Schaden in ein Projekt zu Gunsten der Artenvielfalt: Durch das Abtragen der obersten Humusschicht entstanden im letzten Winter drei Flutmulden. Die neuen Biotope dienen insbesondere der national geschützten Kreuzkröte als Laichgewässer. Bereits konnten deren Kaulquappen nachgewiesen werden. «Mit sehr wenig Aufwand liess sich in Pfaffnau ein hervorragender Platz für Amphibien schaffen», sagt Amrein.

Rund 30 Biber in Luzern

Das Unterfangen mit Kosten im tiefen, vierstelligen Bereich wurde von den Dienststellen Landwirtschaft und Wald, Immobilien – als Grundstücksverwalter – der Gemeinde Pfaffnau und Pro Natura getragen. Letztere zeichnet für das Projekt «Hallo Biber!» verantwortlich, das den Biberbestand in der Schweiz fördern will.

In einer kürzlich verschickten Mitteilung lobt die Luzerner Sektion von Pro Natura die «ökologische Aufwertung» in Pfaffnau. Die Geschichte habe auch für den Biber «einen positiven Lauf genommen», da dessen Damm weiterhin bestehen bleibe. Mit diesem reguliert der Biber den Wasserstand. Denn der Eingang zu seinem Bau liegt immer unter der Wasserober­fläche, was die Tiere vor Feinden schützt.

Schweizweit gibt es rund 2800 Biber, im Kanton Luzern weilen zurzeit wohl über 30 Tiere. «Aare und Reuss sind ihre typischen Einwanderungsachsen», sagt Philipp Amrein vom Lawa. Schon länger gesichtet wird der Biber an der Wigger, im Rotbach bei Inwil und Emmen sowie an der Reuss bei Rathausen und Root. «An der Suhre in der Nähe von Büron und Knutwil gibt es ebenfalls immer wieder Spuren, wo sich der Biber zurzeit genüsslich an den Rüben zu schaffen macht», so Amrein. Die bisher geplünderte Fläche sei aber klein, ein Einzäunen hätte sich nicht gelohnt.

Biberdämme bergen Gefahr

Wie die «Neue Zuger Zeitung» kürzlich berichtete, hat sich der Biber auch in der Gemeinde Cham entlang der Lorze ausgebreitet. «Durch die Renaturierungen des Reussgebiets hat die Zahl der Biber in den letzten Jahren zugenommen. Sie breiten sich von der Reussebene flussaufwärts aus», sagte Felix Ammann vom Zuger Amt für Wald und Wild. Er warnte davor, dass Dammbauten des Bibers zu Hochwasser führen könnten.

Philipp Amrein vom Lawa bestätigt dies. «In Pfaffnau sind wir deswegen auf der Hut. Mit angebrachten Markierungen wird der Wasserpegel periodisch überwacht», sagt er. «Erreicht der Wasserstand den Interventionswert, wird ein Alarm ausgelöst.» Dies sei nach Anstieg von rund einem halben Meter der Fall. Entwarnung gibt Amrein für die Reuss: «Sie fliesst zu schnell, als dass der Biber von heute auf morgen einen Damm bauen könnte.» Zudem sei der Fluss vielerorts stark verbaut.

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