PFAFFWIL: Hässlicher Erbstreit um toten TV-Bauern

In der TV-Sendung «Bauer, ledig, sucht ...» avancierte er zum Publikumsliebling. Nach dem Tod von Franz Wyss kommt es nun aber zu einem Erbstreit mit grotesken Zügen.

Ismail Osman
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Nach dem Tod von Franz Wyss ist ein heftiger Streit um dessen Erbe entbrannt. (Symbolbild Neue LZ)

Nach dem Tod von Franz Wyss ist ein heftiger Streit um dessen Erbe entbrannt. (Symbolbild Neue LZ)

Um den verstorbenen TV-Landwirt Franz Wyss aus Pfaffwil (Ortsteil von Inwil) ist ein hässlicher Erbstreit entbrannt. Wyss fand 2011 bei seiner zweiten Teilnahme an der Kult-Kuppel-Sendung «Bauer, ledig, sucht ...» des Senders 3+ eine Hofdame namens Erika. Ende Dezember 2011 wurde bei Wyss eine fortgeschrittene Krebserkrankung diagnostiziert, im März darauf erlag er 63-jährig seinem Leiden.

Diffamierendes Inserat

Erst mit seinem Tod wurde bekannt, dass er acht Wochen zuvor seine Hofdame Erika Mürner (heute 68) geheiratet und ihr seinen gesamten Besitz inklusive Hof und Gut vermacht hatte. In der Ausgabe der «Bauern-Zeitung» vom 10. Januar 2014 erschien ein kaum übersehbares Inserat: Eine offensichtlich zynisch gemeinte Gratulation an Witwe Erika Wyss-Mürner zur erfolgreichen «Übernahme des Bauernbetriebes» mit einem Bild der Witwe. Die «Gratulation» stammt von einem Schwager.

Nach der Einsicht in eine Einstellungsverfügung ist dieser zu entnehmen, dass zumindest der Schwager, der die «Gratulation» aufgab, Zweifel an der Natürlichkeit des Todes von Franz Wyss meldete. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass Wyss auf natürliche Weise seinem Krebsleiden erlag.

Erika Wyss-Mürner, die nach Franz Wyss’ Tod bereits dreifache Witwe ist, meint zum Inserat: «Man will mich verleumden und schlechtreden.» Auch der Fernsehsender 3+ keinen Gefallen an dem Inserat in der «Bauern-Zeitung» und behält sich rechtliche Schritte vor.