Pfarrkirche St. Konrad in Grosswangen wird für gut zwei Millionen Franken saniert

Mit einer umfassenden Aussensanierung der Kirche St. Konrad in Grosswangen wird ein lästiges Problem verschwinden.

Susanne Balli
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Sie gehört «zu den repräsentativesten und auch qualitätvollsten neugotischen Kirchenbauten» im Kanton Luzern. Dies schrieb der damalige Denkmalpfleger André Meyer 1981 in einem Beitrag über die Pfarrkirche St. Konrad in Grosswangen. Das Gotteshaus wurde von 1863 bis 1867 durch den Architekten Wilhelm Keller aus Luzern gebaut. In den Jahren 1970/71 wurde die letzte Aussenrenovation durchgeführt. Seither hat der Zahn der Zeit am Gebäude genagt – eine Aussenrenovation ist nötig.

Boris Bürgisser (22. Juni 2016)

Das Geld dafür hat die Kirchgemeindeversammlung im November gesprochen. Für die Aussensanierung wurde ein Sonderkredit von 2,06 Millionen Franken bewilligt, für die Sanierung der Kirchenorgel weitere 175 000 Franken. Die kantonale Denkmalpflege wird 244 000 Franken an die Aussensanierung zahlen.

Gerüst soll im Januar erstellt werden

Die Baueingabe ist laut Kirchenratspräsidentin Astrid Schwarzentruber am 10. Dezember erfolgt. Die Kirche soll noch in diesem Winter eingerüstet werden. «Dann können genauere Untersuchungen an der Kirche an bisher nicht erreichbaren Stellen erfolgen», erklärt sie. Je nach Witterung und Temperatur soll dann auch bereits der Verputz erneuert werden. Es braucht neue Verkittungen und Dichtungen. Auch die Fenster und Türen werden saniert, die Bleiverglasungen der farbenfrohen Fenster des Glasmalers August Wanner repariert.

Boris Bürgisser (22. Juni 2016)

Ein grosser Sanierungsbedarf der Kirche fällt beim Kirchturm, beim Turmbalkon sowie bei der Bedachung von Kirchenschiff und Chor an. «Die Ziegel des Kirchenschiffs und das Blechdach des Turms werden ersetzt», sagt Schwarzentruber. Ebenfalls einer Restauration unterzogen wird die historische Turmuhr inklusive Ziffernblatt und Zeiger. Es handelt sich um eine mechanische Uhr aus dem Jahr 1925.

Insekten müssen künftig draussen bleiben

Dank der bisher guten Belüftung der Kirche über mehrere sogenannte Lüftungsgauben im Dach sei das Holz des Unterdaches gesund und in einem guten Zustand, sagt Astrid Schwarzentruber. Allerdings wurden die Lüftungsgauben 1927 anders gebaut, als sie ursprünglich waren. «Sie werden wieder in den Originalzustand versetzt, bei gleichbleibender Leistung der Lüftung», sagt Schwarzentruber. Zudem werden Fliegengitter angebracht. Auch jegliche Durchführungen vom Dachstock ins Innere des Kirchenraumes und weiter Öffnungen werden mit Fliegengittern versehen.

Damit wird ein lästiges Problem bald der Vergangenheit angehören. Denn immer im Herbst, wenn es draussen kühler wurde, schlüpften Tausende von Fliegen durch die Lüftungsgauben und Ritzen ins Innere der Kirche, um sich dort in grossen Schwärmen an der Decke niederzulassen. Nach und nach fielen sie tot von der Decke. Die Hinterlassenschaften der Fliegen auf der Kirchendecke als dunkle Flecken waren schwer zu entfernen.

Besonders aufwendig wird die Treppe zum Haupteingang erneuert. Weil sich die Granittritte in den letzten 50 Jahren durch den Vorgang von Frost und Tauwetter verschoben haben, müssen sie komplett abgebaut werden, damit ein neues Fundament gelegt werden kann.

Die Aussensanierung der Kirche soll bis im November 2020 abgeschlossen sein. Die Orgel wird im darauffolgenden Jahr saniert.

Kirchensanierung auch in Grossdietwil

Auch die Pfarrkirche Sankt Johannes in Grossdietwil, die im Jahr 1880 eingeweiht wurde, wird über die nächsten drei Jahre hinweg saniert. Die katholische Kirchgemeinde hat einen Sonderkredit von 550 000 Franken für die Sanierung der neuromanischen Kirche bewilligt. Der Sonderkredit soll verteilt über die nächsten Jahre bis 2023 aus eigenen Mitteln finanziert werden. Bereits wurden zahlreiche Sanierungen an der Kirche vorgenommen: So wurden unter anderem die Dächer, Dachrinnen und Abläufe gereinigt, die Sakristei und die Empore saniert.

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