PFERDE: Mit viel Schwung durch die Arena

Vier Freibergerpferde geben in der Arena ihr Können zum Besten – und zeigen, wie vielfältig die einzige originale Schweizer Pferderasse ist.

Olivia Steiner
Drucken
Teilen
Reiterin Regula Basler springt mit Freibergerhengst Henrique über Regenschirme.

Reiterin Regula Basler springt mit Freibergerhengst Henrique über Regenschirme.

Der Auftritt der vier Freibergerzuchthengste in der Arena auf dem Luga-Aussengelände ist etwas ganz Besonderes. «Es ist das erste Mal, dass vier Zuchthengste einen gemeinsamen Auftritt hinlegen», macht Moderator Hansruedi Häfliger denn auch von Anfang an klar. Die Pferde zeigen sich dabei von ihrer besten Seite. Der fünfjährige fuchsfarbene Hengst Hastragal etwa meistert die Hindernisse unter dem Kommando von Reiterin Patricia Kulka mit Bravour. Wie schwungvoll und elegant Freibergerpferde sein können, zeigt Reiterin Regula Basler auf Hengst Henrique. Sie präsentiert eine eindrückliche Dressurvorführung inklusive Seitengängen und Galoppwechseln.

Und das ist nicht selbstverständlich: «Eigentlich sind die Hengste Rivalen, denn im Moment ist Deckzeit», so Häfliger. Dies bestätigt auch die Reiterin des dritten Pferdes und Pferdezüchterin Andrea Hediger. «Unsere Hengste werden jeden Abend zum Decken zu uns nach Hause ins aargauische Rupperswil gebracht und kehren am nächsten Morgen jeweils zurück an die Luga.» Dies bedeutet für die sensiblen Tiere viel Aufregung. Keine leichte Aufgabe für die vier Reiterinnen – die vierte im Bunde ist Jeannine Hofer –, ihre Tiere zur vollen Konzentration zu bringen.

Üben erst an der Luga

Eine besondere Herausforderung ist die Quadrille, wobei die vier Reiterinnen ein gemeinsames Programm zeigen. «Wir konnten erst hier an der Luga alle miteinander üben», erklärt Hediger. Dass der Auftritt dennoch tadellos klappte, hat für sie nicht zuletzt mit der Pferderasse zu tun. «Freiberger sind sehr verlässliche und ideale Familien- oder Freizeitpferde.» Hediger weiss, wovon sie spricht. Ihr wurde die Leidenschaft für die Vierbeiner in die Wiege gelegt: Schon ihr Vater Hans Hediger ist Pferdezüchter. «Wir haben jedes Jahr sieben Fohlen. Wenn diese zweieinhalb Jahre alt sind, beginnen wir mit der Ausbildung.» Anschliessend treten die Tiere auf Pferdemessen in Deutschland, Österreich und Italien auf. «Wir möchten der Welt zeigen, dass wir hier in der Schweiz eine tolle Pferderasse züchten.»

Zum Abschluss der Show müssen die Pferde noch eine kleine Mutprobe bestehen: den Sprung über mehrere knallrote Regenschirme. «Regenschirme sind für Pferde vielfach beängstigend. Gerade wenn man sie plötzlich öffnet», so Moderator Häfliger. Von Angst ist aber nichts zu spüren. Einige Vierbeiner sind sogar mutig genug, den Sprung nicht ganz so ehrgeizig anzugehen – und auf den Schirmen zu landen. Eine gewisse Eigenwilligkeit ist den Pferden dann doch nicht zu nehmen.

Hinweis

Die Freibergerpferde sind täglich um 11.30, 14.30 und 16.45 Uhr zu sehen.