Pfister trotz Kritik in den Verwaltungsrat gewählt

Die Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat am Mittwochabend den scheidenden Regierungsrat Max Pfister in den Verwaltungsrat gewählt. Die Wahl hatte im Vorfeld hohe politische Wellen geschlagen.

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An der LUKB-Generalversammlung im Fokus: Regierungsrat Max Pfister. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)

An der LUKB-Generalversammlung im Fokus: Regierungsrat Max Pfister. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)

Max Pfister wird kein Doppelmandat als Regierungs- und Verwaltungsrat ausüben und sein Amt für die LUKB erst nach Ablauf der per 30. Juni endenden Legislatur antreten. Er wird vom Regierungsrat nicht mandatiert, um unabhängig von der Politik, wenn auch im Interesse des Kantons, entscheiden zu können.

Die LUKB-Generalversammlung wählte neben Pfister den Unternehmer Reto Sieber neu in den Verwaltungsrat und bestimmte den bisherigen Verwaltungsrat Mark Bachmann zum neuen Präsidenten. Bachmann löst Verwaltungsratspräsident Fritz Studer ab.

Die LUKB ist eine börsenkotierte Aktiengesellschaft. Der Kanton besitzt 62 Prozent der Aktien, er hielt sich bislang aber aus der Führung der Bank heraus und verzichtete auf einen Vertreter im Verwaltungsrat.

Parlament: «Regierung handelt konzeptlos»

Als die Regierung im Februar bekannt gab, dass Max Pfister nach seinem Ausscheiden aus der Exekutive LUKB-Verwaltungsrat werden solle, stiess sie auf Unverständnis. Das Parlament forderte, dass Pfisters Nomination zurückgezogen werde.

Das Parlament sah nicht ein, wieso der Regierungsrat plötzlich von seinem Aktionärsrecht Gebrauch machte, ein Mitglied für den Verwaltungsrat vorzuschlagen. Der Kanton müsse als Mehrheitsaktionär eine Eignerstrategie haben, um einen solchen Schritt zu tun. Eine solche fehle aber.

Im Parlament wurde auch der Verdacht geäussert, der Regierungsrat mache seinem langjährigen Mitglied Max Pfister ein lukratives Abschiedsgeschenk. Die Regierung wies dies zurück und erklärte, Pfister erfülle das Anforderungsprofil zu 100 Prozent.

Die Kritik des Parlaments dürfte auch deshalb heftig ausgefallen sein, weil ein Jahr zuvor die Kantonsregierung mit einem CKW- Verwaltungsratsmandat von Max Pfister eine schlechte Figur gemacht hatte. Pfister gab unter öffentlichem Druck dieses Amt ab und verzichtete auch auf eine Kandidatur für den Ständerat.

sda